Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 8 (15.4.1882)
- Date
- 1882-04-15
- Page
- Seite 91 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 91 welche sehr oft mangelhaft sind; Die geschichtliche Wahrheit und der philosophische Reichtum in ausführlichen Details. Wer das Leben eines Anderen beschreibt, fehlt ott mit Absicht oder aus Unwissenheit, gegen die Wahrheit. Wer das eigene Leben beschreibt, kann aus Aufrichtigkeit fehlen, aber der schlechte Wille verräth sich. Er kann aber aus fehlerhafter Bescheidenheit, oder weil er die Wichtigkeit der Sachen nicht zu schätzen weiss, einige Umstände weglassen, welche unbedeutend in sich selbst, trotzdem reich an Wichtigkeit wären. Einige auch, um nicht das Gefühl der Bewunderung zu schwächen, welches sie einflössen möchten^ verschweigen gerne die Ursache welchen auf ihre Entwicklung Einliuss haben. Jedermann trägt sicherlich irgend etwas Subjectives und Individuelles von sein r Gehurt an, in sich; aber Vieles ist sind in uns die Frucht äusserer Umstände und darunter oft auch die wirksamsten und einflussreichsten, vielmals am unbedeutendsten und unbegreiflichsten. Ersucht meine Biographie herauszugeben (r) nehme ich mein ICH zum Gegenstand der Wissenschaft und lalte es für meine Pflicht nichts zu vernachlässigen von den Mitteln, die in meiner Macht sind, um besser zu erkennen und zu verstehen, den Gegenstand meiner Untersuchung. Ich schmeichle mir nicht so glücklich zu sein, alle Gründe zu entdecken die so gemacht sind dass dieses ICH dasselbe ist und nicht ein Anderes, aber der von mir zum Motto genommene Vers, deutet den Zweck an. auf die alle meine Anstrengungen dieser Arbeit gerichtet sind. Deshalb, werde ich in der Geschichte der ersten Jahre meines Lebens ausführlicher sein als in jener meiner ganzen Carriere, welche nichts ist und nichts anderes sein wird, als die Frucht des bildenden Keimes in jener ersten Periode (2). Und wie mein Vater überaus grossen Einliuss auf die Bildung meines ICH gehabt hat, hielt ich es für meine Pflicht, nicht aus kindlicher Zuneigung, auch nicht aus schuldiger Erkenntlichkeit allein, sondern für mein gegenwärtiges Amt als Erklärer meines eigenen Lebens, Beispiele der meist genauen Kundgebungen des Charakters und seines Lebens zu geben. Geboren in San Daniel (ein Oertchen im Friaul) im Anfange des Jahres 1761 am 20. Schebath machte mein Vater religiöse Studien, wie auch das italienische Lesen, Schreiben und die elemantarische Arithmetik unser seinem Vater, seinem einzigen Lehrer. Im Jahre 1776 begab er sich nach Triest, wo er bei seinem Bruder David das Drechslerhandwerk lernte und kehrte im darauffolgenden Jahre in seine Heimath zurück und nahm sich das Werkzeug seines erlernten Handwerkes mit. Vielmehr mit mit melancholischen und conzentrirten Temperament begabt, beschäftigte er sich mit kabbalistischen Studien. Der Rabbiner des Ortes, Rabbi Anselm Luzzatto, war schlecht informirt, glaubte die Pflicht zu haben seinem Vater aufmerksam zu machen dass die Engel beschwöre. Der junge L. vertheidigte sich er indem er folgendes Billet an den Rabbiner schrieb: Fortsetzung folgt. ^Xi^ceffen. Aus einem Briefe des Herrn Bez. Rabb. Ji kob Griinwakl in Mohdcs. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, auf die; in Nr. 6 Ihres gesch. Blattes gebrachte Erklärung des Herrn Dr. Wünsche zur Stelle Roseh-Haschonah 4 a eine Bemerkung zu machen. Hat Rabbi Bar Lima mit der Bezeichnung tf^D^S nur den Namen der Königin verstanden, woher dann der Beweis? t!Hp H^Ö w V""*CT — Darum wäre ich geneigt um die Absurditaet der Auslegung Bar Limas S ffi mit JsT—211 beheben, die Erklärung des Herrn Dr. Wünsche anzunehmen, aber mit dem Zusätze, dass j die Deutung h^V? von Bar Lima nur nebenbei und nicht als Beweisführung t2TVO tPT.IiH dort angeführt ist; sondern \tf'p*lXtaT leitete RabbiJizchak von da ab, weil Nechemja in seiner Erzählung „der König sagte mir" hinzufügte „die Königin sass neben ihm", was doch ganz überflüssig zu erwähnen gewesen wäre, wenn nicht damit angedeutet sein sollte, dass die Königin ihn eigentlich zu dieser schönen That bewog, er selbst aber nicht dazu geneigt gewesen wäre. Herr Dr. Wünsche übersetzt „da sprach zu mir der König und die Königin, die neben ihm sass" dann aber müsste es stehen in der Mehrzahl 'HO^I Ehen werden im Himmel geschlossen. Von Lic. Dr. Aug. Wünscbe. j Nicht jeder wird wissen, dass diese allgemein verbreitete! sprichwörtliche Redeweise im lalmvd ihren Grund hat. I Es heisst Moed katan fol. 18 b: (1) Es hiesse so richtig: »• t^^^.j-p.^ T£2 KT£3 xnzbz