Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 8 (15.4.1882)
- Date
- 1882-04-15
- Page
- Seite 90 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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90 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 13. Zu riÖ^l Ricnter 164S folgt hinter tf-feFl XänSrK — enbraca — nfz. embrassa er umarmte [nasales m durch n wiedergegeben]. 14. Zu Q"H;Q *pj? Richter 1710 ist t^ft'T^SX — apareillement „Anzug. Kleider," 15. Zu HTlMH 1821 pesantuma. Obwol das Wort unzweifelhaft mit pesant schwer, wuchtig zusamenhängt. ist die Form ganz merkwürdig, es ist dem hebr. entsprechend eine Substantialbildung. Das Wort ist also für das altjfrahzösiiche gewonnen; denn in der That tindet man noch heutzutage in Portugiesischen das Wort pesndtime als Gewicht, (Wollheim's Handwörterbuch der portugiesischen und deutschen Sprache. II Theile Leipzig, F. Fleischer s. v^pesadiume); im altspanischen sind Bildungen der Abstracte auf umbre nicht selten, so zB. muckedumbre Vielheit im Salterio von Juan de Valdes, herausgegeben Prof. Dr. Ed. Böhmer, Bonn 1880 p. 73 und an anderen Stellen. 16. Zu 19-- ^p'^töTTTDK aprovender — verproviantiren — afz. aprouvender (Froissart IV 204 und Scheler gloss. p. 34.) Das heutige Französisch hat dafür den Ausdruck approvisiom zu ynnb idi 25' M& hinter $mb uto das französische uTEX apensement i1) — nfz. pensaient „sie dachten." 17 Zu blKtl? klU 1 Samuel l28 y^HSiH ~ apruntez — nfz. emprunte „ist entlehnt." 18. 3u w n:b*zn ist hinter &bxbx ]wb TJ^3£ tintinir gellen, klingeln. Im heutigen Französisch hat sich nur das substantivum tintin erhalten. Beide Wörter sind Onomatopoetica. 19. Zu rhy\ b$tl 3U' ist nur bemerkt ÖlpK IDSft^BWXX — acomiencat eespleiment „fieng an und vollendete. Beide Verba sind im passe defini der 3. person sing. 0) Die Vorsetzung des a, das aus lat. ad entstanden ist ■war im afz. üblich und hat sich auch in Folge dessen beim Uebergange in's Englische noch bis heutzutage erhalten, so entspricht dem afz. apenser, nfz. penser. 20. Zu 419 ,TT¥ foJgt hinter Tlb"l ~ cardonel Auch dieses Wort hätte man bis jetzt nicht, in afz. es hängt zweifellos mit lateinischem cardö die Thürangel zusammen und ist ein ganz regelmässig gebildetes Diminutivum von cardo. schon bei Burguy in der Form cardonal, 21. zu npbn bx ±21 ^ns rc'-nirx auch hier ist der erste Zweck die wörtliche Uebersetzung - envers Vestre pris „wegen des Genommenwerdens," eine Construction die allerdings im heutigen Französisch nicht gestattet wäre. 22. Zu f^HX 6S 1^3*^p4? — scrinio, sctigno hat eine rein ital. spanische Form — nfz. ecrin, alles stammt vom deutschen Schrein. 23. Zu 95 liest man HXtS'Z'TX — e dubitar Futurum tertiae personae sing, von dubitar zweifeln, sorgen), während 102 zum selben Worte JX*71 findet \wb bz wbn Ttr^H nx^G pvb pfin 24. dpyster. — nfz. douter in der selben Bedeutung. Im Altfranzösischen ist hier ein eingeschobenes s Zu bemerken ist ferner die wichtige Thatsache, dass während im heutigen Französisch besorgt sein durch das reflexive Pronomen se douter nämlich ausgedrückt wird, im altfranzösischen einfach flauster oder dubitar, wie aus den beiden eben angeführten Stellen hervorgeht, gebraucht wird. Autobiographie von S. D. Luzzatto Felix fpti potuit verum cognoscere cavsas: Nichts kann besser zum Fortschritt der edlen Wissenschaft als die Biographien beitragen. Damit aber diese der Wissenschaft nützlich sein können, ist es nöthig, dass sie mit zwei Eigenschaften ausgestattet werden, (') Wir wollen hier darauf aufmerksam machen, dass sich bereits bei Raschi Doubletten vorfinden d.h. Wörter von gleichem Stamme und derselben Bedeutung wie zB. im vorliegenden Falle schon bei Raschi's Zeiten aus lat dubitare (') das romanische dubitar und zweitens das volksthümliche douster vorkam. Da bis jetzt das Alter der Doubletten nicht bestimmt, ist so sind Raschi's hierauf bezügliche Andeutungen für die romanischen Sprachen von ungeheurene Werte.