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Das jüdische Centralblatt · 1882-04-01 · 7 (1.4.1882) · p. Seite 82

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
7 (1.4.1882)
Date
1882-04-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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DAS JUDISCHE CENTRALBLATT. Hier soll, wie es heisst, der junge Maimuuides dem berühmten Philosophen Averroes, (Ibn Roschd) aus seiner Vaterstadt Cordova, der wegen seiner freisinnigen Erklärung des Koran zur Auswanderung genöthigt wurde, Zufluchtsstätte gewährt haben. (Fortsetzung Folgt.) Zur vergleichenden Sagenkunde. II. Der Stein Alatyr in den Loccds&gen Palaestinatt and der Legende von Gral. (1) Die Wichtigkeit des JTDvP pj<, der die Stütze der Welt bilden soll, wird des öftern im Talmud erwähnt. So im Talm. babyl. Joma fol. 53 b: PtfiT] pK H^^in nKl^j* »em Stein war in Palaestina und er wurde i Stein des Heiles genannt. (2) Die Steine, welche der Patriarch Jakob bei seiner ersten Wanderung aus dem elterlichen Hause zur Lagerstätte benutzte, und die später ein Stein wurden, sind gleichfalls Gegenstand späterer Sagen geworden. A. Wesselofsky hat nun in der als Titel angeführten Arbeit den Stein Alatyr behandelt und wir wollen einige Bemerkungen, talmudischen Quellen entnommen, hinzufügen. Seite 36 wird erwähnt, dass in der Erzählung des heiligen Antonius (um 570) derselbe Stein mit der Xionsbasilika in Verbindung gesetzt wird, die angeblich .: der Stelle des heiligen Jacob gegründet wurde, so glauben wir, dass in dem heiligen Jakob eine beabsichtigte Einnnerung an den Patriarchen Jakob vorlag. Wenn ferner p. 39 sich findet, dass die Jungfrau Maria 14 Jahre auf einer Anhöhe wohnte, so sind hiemit wiederum lie 14 Jahre zu vergleichen, die Jakob in Lehrhause von Sem und Eber angeblich zubrachte. Pag. 69 wo erzählt wird, tass der Ort, wo Adam begraben wurde, die Mitte der Erde <t h. Golgatha sei, ist daraus zu erklären, dass Adam Mittelpunkt der Schöpfung, dessen physische und geistige Höhe ron der Erde bis zum Himmel reichte, in er That als Mittelpunkt der Erde angesehen werden durfte; war doch, nach dem schönen Ausdrucke des Talmuds rQpH em Geschöpf aus Gottes Hand hevorgegangen. (*) Archiv für alavische Philologie herausgegeben ronV. Jagic.Yl. i; in<i 1. tieft. Berlin-Weidmann'sche Buchhandlung 1882, p. '6'6—7o von Au A e.sselofsky; über deu Eben Schetijah hat auch Dr J. Sepp iu ' iiier Beilage der Augsburger Allgem. Zeitung gehandelt. ■ ihrgang und Seitenzahl sind mir nicht gegenwärtig. C1) vg1- EHlb ed. S. Frankel, Faust, Krakau 1877 )i. 16 a und b, wo sehr viele Stellen über die verschiedenen Steinalten und den ffien Sc^cth'u angeführt werden. gÄiöceffen. Ein sonderbarer Segen. Von Lic. Dr. Aug. Wünsche. Wie verblümt zuweilen die Rabbiner sich auszudrücken pflegten, zeigt folgende kleine Erzählung in Tr, Taanith fol. 9. ab. „Rabbi Jonathan ben Asmai und R. Jehuda ben Gerim lernten den Tractat, welcher von den Gelübden handelt, und R. Simeon ben Jochai verabschiedete sie am Abend und am Morgen verabschiedeten sie sich nochmals. Da sprach er zu ihnen: Habt ihr euch nicht schon am Abend von mir verabschiedet? Unser Lehrer hat uns gelehrt, versetzten sie: Ein Schüler, welcher sich von seinen Lehrer verabschiedet und noch eine Nacht in derselben Stadt zubringt, muss sich nochmals von ihm verabschieden, wie es heisst 1 Reg. 8. 66: „Am achten Tage entliess er das Volk und sie segneten den König" und 2 Chron. 7. 10 heisst es: „Am dreizehnten Tage des siebenten Monats entliess er das Volk"? Das ist doch ein Widerspruch.) Allein von I hier kannst du lernen: Wer sich von seinen Lehrer ver- 1 abschiedet, aber noch eine Nacht in derselben Stadt , zubringt, muss sich nochmals von ihm verabschieden. Darauf sprach er zu seinem Sohne: Mein Sohn: Jene Männer sind Männer von Anselm (eig. von Gestalt), gehe zu ihnen, damit sie dich segnen. Er ging und fand sie, al^ sie widersprechende Bibelverse behandelten. Es heisst nämlich Prov 4, 26: „Wäge ab den Pfad | deines Fusses und alle deine Wege seien gerade" und 5, 6: „Wäge den Pfad des Lebens nicht ab.^ Das ist nicht ein Widerspruch? Allein die letztere Stelle I handelt von einem solchen guten Werke, was auch durch j andere ausgeführt werden kann, während die erstere Stelle auf ein solches gutes Werk geht, was nicht durch | andere ausgeführt werden kann. Dann wurde die Frage aufgeworfen: Es heisst Prov. 3, 15: „Sie (die Weisheit) ist köstlicher als Perlen und alle deine Kostbarkeiten kommen ihr nicbt gleich". Die himmlischen Kostbarkeiten : kommen ihr doch gewiss gleich, und es heisst: „Alle; Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich," sollten ihr die himmlischen vielleicht nicht gleichkommen? Allein hier ist von einem solchem guten Werke die Rede welches auch | durch andere ausgeführt werden kann, während dort von I einem solchen guten Werke die Rede ist, welches nicht I durch andere ausgeführt werden kann. Darauf fragten! sie ihn: Was willst du hier? Er antwortete: Man hat j mir befohlen, ich sollte zu euch gehen, damit ihr mich I segnet. Sie sprachen hierauf zu ihm: Möge es Gottes

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