Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 7 (1.4.1882)
- Date
- 1882-04-01
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. Aszud ist eine Zierde seiner Jesehiwah, und ist wirklich würdig vor vielen, vielen Jüngern talmudische Vorträge zu halten. (*) In Nikolsburg studirte er volle 5 Jabre mit einem bewunderungswürdigen Fleisse und mit einer unvergleichlichen Hingebung von frühem Morgen bis in die späte Nacht (2) und noch vor seiner Abreise, wurde er von seinem grossen Lehrer Rabbi M. B. mit einer glänzenden Rabbinats- Autorisation (HXTH n*inH) ausgezeichnet, (3) Kurz nach seiner Rückkehr in seine Heimath, heiratete er die treffliche kluge und fromme Tochter des Talmud gelehrten Rabbi Maier Oboni aus Szerdahely, (4) wo er bald nach seiner Hochzeit als Rabbinats- Assessor daselbst an der Seite seines früheren Lehrers Rabbi Aron Gudjez angestellt wurde. Nach 4 Jahren seiner Amtsfunktion als Rabbinats- Assessor in Szerdahely. erhielt in einen ehrenvollen Ruf als Rabbiner nach Rethe in der Slovakai, wo sich gleich eine Schaar Talmudjünger um ihm sammelte. Hier fungirte er 5 volle Jahre und wurde (Linn von der Gemeinde Szenitz auf das ehrenvollste zu ihren Rabbiner erwählt, wo er volle 21 Jahre segensreich und fruchtbringend wirkte, und an der Spitze einen grösseren Jesehiwah stand. Kr wurde in seiner Gemeinde von klein und gross, sowie von seinen Jüngern innig geliebt und hochverehrt; denn er wrar im buchstäblichen Sinn des Wortes ein Vater und Wohltäter der Armen, Beschützer tfor Witwen und Waisen, und liebte seine Jünger, die kleinen wie die grossen, wie seinp eigenen Kinder. Hierauf wurde er wiederum auf die ehrenvollste Weise von der Gemeinde Szardahely in der Schüft, wo er in seiner Jugend studirte [und später auch als Rabbinatsassessor fungirte] zu ihrem Oberrabbiner berufen, und hier war seine Hochschule eine der grössten, berühmtesten und ferquentirsten in Ober-Ungarn. Trotzdem er streng orthodox wrar und sich sehr stark auch mit dem Studium der Kabalah [Geheimlehre] beschäftigte, so war er doch stehr tolerant, und gestattete seinen Jüngern auch unter gewissen Bedingungen, sich mit den deutschen Wissen schaften z„ befassen. Seine Bescheidenheit und Herzensriire kann kaum mit Worten geschildert werden. Viele rhindeite seirier Jünger fungiren als tüchtige würdige Rabbiner, sowie er sich durch sein imensens Wissen ii> (*) Don Schlus.s seiner Erklärungen an diesem Tage bildeten ■ e: ^Khtr^nrn^iniM (*) Er verliess niemals an Wochentagen vor 12 Uhr Nachts ras .Beth-Hamjdrasch. .... ( (*V Als er von seinem grossen Lehren R. M. B, Abschied r-inifj und dieser ihm den Segen ertMlte sagte er zum Schlüsse: h iiotfV zuversichtlich dass du mein geliebter R. Juda im "l1]^) grosses Licht werden wirst; - - - Und in der That hat sich : iW'il sein Segen, als auch seine Hoffnung auf -das glänzendste erfüllt und bewährt. . " ■''■(') -Namens-Ester. .5• \ \ . ,'• >■ ■■:.■: auf dem Gebiete des Talmud's und der Halacha einen , europäischen Ruf erworben hat. Ja er wurde von den grössten Lalmudischen Capacitäten in den schwierigsten halaehisehen Angelegenheiten um seine Meinung befragt, und sein Votum galt ihnen als das Entscheidende und Massgebende. Hiervon geben seine, von seinem Sohne dem Hr. Rabb. A. S. Aszud veröffentlichten Responsen, benannt: Jehuda-Jaaleh den besten Beweis. Wie dem Schreiber Jieses wol bekannt, sind von ihm mehrere vollendete agadische Werke, sowie auf :V4- Tüei1 der Talmud-Tractate von ihm verfasste talmudiscbe Compositionen zurückgeblieben, und ist überhaupt sein geistiger Nachlass im ungewöhnlich grosser. Bis zu seinem letzten Momente war er unermüdlich thätig und arbeitete mit . emsigen Fleisse für seine Gemeinde, für seine Hochschule bis er im Jahre 1866. um 12 Uhr Nachts, als er gerade noch mit Abfassung eines von einer grossen Gemeinde von ihm verlangten Gutachtens beschäftigt, war pltözlich an einem Herzschlage in seinem 70. Lebensjahre starb. Wer vermag die Trauer, den Schrecken und die Bestürzung zu schildern, die sich nicht nur in seiner Gemeinde, und unter seiner vielen Jüngern, sondern auch fast in den | meisten jüdischen Gemeinden und Rabbinern ver-! breitete. An seinem Sarge hielten 20 Rabbinen eri greifende und herzenschülternde Leichenreden, und an I seinem Sarge wurde sein Sohn (l) damals Rabbiner in j Koth von der Gemeinde Szerdahely mit Acclamation zu seinem Nachfolger erwählt, in welcher derselbe noch jetzt fungirt und ebenfalls eine Hochschule hat. Maimuni's Jugendjahre und seine erste Wirksamkeit. (Fortsetzung.) Die Sage berichtet, Maimun, der Vater unseres Moses, habe von einem Engel in Traume den Befehl erhalten, die Tochter eines nicht wreit von Cordova wohnenden Metzgers sich zur Frau zu nehmen. Er gab dem Traume nach und ging in diese Heirath ein. Die Geburt! des Moses gab der Mutter den Tod und Maimun schritt zu einer zweit*» Ehe mit einer ihm ebenbürtigen Frau, j die ihm noch mehrere Kinder gebar. In der ersten Jugend hatte Moses wenig Lust und Liebe zum Studium und zeigte Stumpfsinnigkeit gegen jegliche Belehrung. Der Keim ging schwer auf um dann desto fröhlicher dem Lichte zuzustreben, um sich dann zu einem desto her<r- ' Hebern Baume zu entwickeln. — Seine Stiefmutter und (') A. S. Aszul.