Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 7 (1.4.1882)
- Date
- 1882-04-01
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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74 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. sieh niemals eines so frequentirten Besuches wie Krambuden", und nennt der Talmud den ,*H)lK einen Publizisten, der in jeder Kneipe seinenHörerkreis findet. (Sota 40 a B. Bathra 142b). So musste sich R. Meir herablassen seine Vortrage theilweise a-gadisch einzukleiden; so wie auch von R. Jochanan ben Sakai ausgesagt wird, dass er sich auch in Agada einliess, und so waren auch R. Ismael, R. Josi der Galliläer u. a. m. zugleich ausgezeichnete Agadisten. (Synhedr. 38';; Suka 28a; M. Katan 28,;; Chulin 89 a S. auch Sifri Ekob Schlag*. 2X II. Weit entfernt ron der Agada stellen wir uns die *H£^D vor? von welchen Sofrim cap. 16. 2 und Jeruschalmi Sabat 16 melden; wer solche schreibt, verwirkt sein ewigdfe. Heil, wer sie veröffentlicht, verbrennt sich, und fügt letzterer — sämtlich im Namen R. Josita hon Lewi — die Versicherung hiezu. nie mehr als ein Mal im Leben in XTHlX"T X1EC gelesen zu haben. Eben daselbst sprach R. Chija in ein solches Buch blickend: Möge ihm die Hand abfallen, wer immer dieses Buch schrieb." (*) Es scheint als hätte man unter diesem Terminus technicus die apokrvphischen Bücher oder Sadduzäische Schriften verstanden, wovon wir das IV. Buch Esra als Muster anführen, die nach dem Zeugniss Josefus (Contra Apion I 8) kein Vertrauen genossen, und da jedes verbotene Buch nur noch mehr Reitz erweckt, und von Hand zu Hand gehet, so zirkulirten auch diese Bücher ausnahmsweise mehr als jedes andere. (Schewuoth 46 a und kamen auf dem Rundwege R. Nachman, R. Jacob, R. Jochanan zu Gesicht, und wird von lezterem ausgesagt, dass er durch Verhältnisse gedrängt, gar am Sabbat darin gelesen habe, (Brachot 23 a u. b; Gitin 60 a; Synhedr. 57') übereinstimmend mit Or. Ch. § 307 16, wonach Profanbücher besonders am Sabbat nicht gelesen werden sollen. Ist unsere Prämisse richtig, dann wäre der Widerspruch zwischen obigem R. Josua ben Lewi. der die XTlTSO **l£*D prehorreszirt, und dessen einnehmende Collegialität für die Agada, gehoben, mit der er sprach: „Ich kehrte bei allen Agadisten im Süden ein", und wieder: -HS* ^JD Ü'X&. fljmß «pIT (Br. Rabba Cap. 94; B. Bathra 9«) ohne wie dei Rossi im Meor Enajin Cap. 15 zu zwei verschiedenen Personen gleichen Namens Zuflucht nehmen zu müssen, da wir Agada und Sifre Deagadta nicht identiticiren. Löwy. (*) Ueber diesen scheinbaren Vaterfluch s. meinen Artikel im Kochbe Jitzchak 26. Heft Seite 17. Nachschrift der Redaction. Die geistreiche und gelehrte Arbeit des unermüdlichen Herrn Josef Löwy gab uns Anlass, einige Studien über die Rabbanan d' Agadta anzustellen, und wir müssen eingestehen, dass wir von derAuseinandersetzung denn doch nicht ganz befriedigt, weil zunächst keine erschöpfende Anführung der Stellen, wo Xn*"?3X *ÜI™H vorkommt zu findennud weil zweiten« genannt werden, unzweifelhaft oft die Herren, die Xn^TX^T das (griechische, das zufällig mit {einem hebräischen Wort auch nur consonantisch gleichlautend war, zur Ableitung halachischer Normen missbrauchten. Vor solchen Männern musste natürlich gewarnt werden, und so lässt es sich begreifen, dass die Halachisten die ganze Lauge ihres Spottes auf solche Männer gössen. Eine diessbezügliche interessante Stelle ist im Talmud Hierosolym. Maasserot Caput I Halacha II wo zu den Worten EPJICPn aus den Worten das konsonantisch dem gleichkommt, eine halachische Regel deducirt wird. C*2*^'™1H crn p rmrr n iDiyttfla pm p Kttfrn nsv n nana •©•w^ia }!2 rh J1X XTH^XI die Granatäpfel müsse« verzehntet l) JMS JttSß IXSSH TDlfiPl ^TX werden, so bald sie weich werden, R. Jehuda Leu Pasi im Namen R. Josua ben Lewi's sagt, wenn sie sich in die Hälfte theileu. Rabbi Jona sagte darauf, vielleicht hat er diese Deutung von den Rabbanan d1 Agadta gehört, die den Vers l^i'"?!Dtti""l I^HS erklärt haben durch ♦pü'? "p^S Doppelt interessant ist di« Stelle aus dem Grunde, weil die Rückübersetzung des griechischen I fj\ii%) in das aramäische s'cb weder imTargum Onkelos noch im Targum Jeruschalmi findet. Was das Griechische betrifft, so darf man nicht vergessen dass das Griechische zu gewissen Zeiten sehr beliebt; zu andere« wiederum sehr verhasst war. (JoeTs Blicke in die Religionsgeschichte, das wechselnde Verhalten der Talmudlehrer gegenüber der griechischen Sprache p 6—42). Es mag also diese Äusserung einer Zeit der Abneigung zur griechischen Sprache entstammen. Dass aber die p^*", KrT™I2X1 nicht amschUesslich die Deutung der grieehb.ehen Worte veranlassten, sondern vielmehr nach Art griechischer Sophisten das Für and Wider in gleicher Weise bewiesen, erhellt aus Talmud hieros. III. Caput § 4 wo R. Seerah die XrH^X barsch anfährt und ihre Bücher als eitel Trug bezeichnet. (2) und als diese um die Erklärung des Schriftwerses (Psalm. 77) befragt, eine Lösung geben, findet R. Seera die entgegengesetzte Deutung als ebenso zidässig und R. Seerah warnt vor diesen Männern mit der bezeichnenden Worten dv^d p *b& kvh *]rr;pH tüc bix Er scheint also hervorzugehen dass die Xm^X""! pH nur dann verpönt waren, weun sie entweder aus einer Lautähnlichkeit im griechischen eine halachische Nonn, die von der herrschenden Halacha abweichend war, aufstellen wollten; oder aber wenn sie den feststehenden Sinn eines ßibelwerses auf gekünstelte Weise nach Art griechischer Sophisten zu deuten sich anschickten. J) Dass der Ritz, die Spalte beim Granatapfel thatsächlich ein Zeichen völliger Reife sei, ersieht man aus Wetzstein's Anmerkungen zu Delitzsch Hohem Liede und Koheletj; über die Etymologie des siehe Low, Aramäische Pfianzennamen p. 362-365. 1 v) Aus Sefer Jefe Mareh gedruckt Berlin 1749 fol. 57 b