Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 6 (15.3.1882)
- Date
- 1882-03-15
- Page
- Seite 71 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 71 müssen wir betonen, dass die angeführten Sprüchwörtern den dödi nicht alle spezifisch Kroatisches Gepräge tragen, sondern vielmehr der Christianisirnng der Kroaten ihren Ursprung verdanken und zum Theile wörtlich den Sprüchen Sal-omr^a entnommen sind. Es ist diess ein bis jetzt mit Unrecht vernachlässigtes Gebiet der Culturgeschichte, den Einfluss der Bibel auf die sprachliche Entwickelung der Literatur so wie die der Redensarten nicht untersucht zu haben. Auf dem Gebiete der »lavischen Sprachen hat bereits der Wiener Akademiker, Professor Franz Michlosich einen höchst schätzenwerten Beitrag geliefert. Nun zum Stareschen Werk. Dass der Stein stumm ist, sagt das hebräische Ephitheton E£*H pX? das Sprichwort zlatan kljucee carev grad otvara ein golden Schlüsselchen erschliesst des Kaisers Burg ist mit dem berühmten Satze Philipp's, Vater Alexander's des Grossen zu vergleichen, der bekanntlich gesagt dass keine Mauer so hoch sei, dass sie nicht ein mit Gold beladener Esel übersteigen könnte. Wenn man von einem Ausspruch wünscht, derselbe möge in Silber gefasst werdeu (u srebro ti se okovala,) so ist diess abermals wörtlich den Sprüchen Salomo's entnommen, wo es heisst: Goldene Äpfel in silberner Schale, so ist ein zur rechten Zeit angebrachtes Wort. Das Bild prazan klas se u vis dize, a pun k zemlji svija, dass leere Ähren hoch stehen, während volle sich zu Erde neigen, ist auch nicht spezitisch kroatisch. Der Vergleich mit altem Wein und alter Freundschaft, der Fleiss der Ameise findet sich in den Sprüchen in dem Verse: Gehe zur Ameise du Träger, betrachte ihre Wege und werde klug. Auch der infyressante Satz magarca povedi i na Jerusolim on ce opet biti magarac. führe den Esel nach Jerusalem und er bleibt immer ein Esel, findet no,- darin seine Erklärung, dass der Aufenthalt in Jerusalem als der Wiege aller positiven monotheistischen Religionen besondere Weisheit verleiht; denn vom Talmnd bis zum Schluss des Mittelalters fin Jen wir den Satz ^X*TvT* ""IX hV T1K E*—HO ^ass scüon die Luft des gelobten Landes klug macht. Doch wollen wir nicht länger bei dem Einzelheiten verharren. Der (feapiteindrucic, den wir nach beendeter Leetüre diesesBuches erhielten ist ein äusserst günstiger und wir gratuliren vom Herzen dem begabten und rleissigen Autor, der es verstanden kurz und deutlich zu sein. Die Slowe}i6it von Josef SuÄui. Wien und Tesehen, Verlag von Karl Prochaska 1881. A. u. d. T. Die Völker Oesterreich- Ungarns. Ethnographische und culturhistorische Schilderungen. Band X. 1. Häfte. Wenn das Staresche Buch sich durch einen rliessenden Styl und durch praecise Sprache auszeichnet und wir den Historiker in demselben erkennen, so tritt uns in Suman der mit den Resultaten moderner Sprachwissenschaft eng vertraute Forscher vor Augen. Und ist ^umans Buch nicht nur äusserlich grösser, sondern auch für den Forscher dadurch interessanter geworden, dass die Arbeit förmlich von dem Leser mittgemadd werden muss und er überall sich von der Wahrheit des Gesagten überzeugen kann. Allerdings ist die Frage? wie weit die vergleichende Sprachforschung bei ethnographischen und historischen Studien gehen darf, noch lange nicht endgiltig gelöst, aber wir können es nur lobend anerkennen, dass man bej Sumans Arbeit immer an eine Arbeit, an ein wissenschaftliches Werk denkt. Wie Suman seine Aufgabe aufgefasst, ersehen wir sogar aus dem Inhaltsverzeichnisse. Die Einleitung zerfällt nämlich in ein Capitel über die Wohnsitze in, ein 2tes über die Namen und in ein 3. über das Alter und in Ursitze der Slovenen; darauf folgt die Einwanderung der Slovenen in die heutigen Wohnsitze, die Culturzustände der heidnischen Slovenen, die Christianisirnng der Slovenen eine skizzirte Geschichte der von Slovenen bewohnten Länder der Sitten und Gebräuche der Slovenen, die slovenische Literatur die Pflege der Künste und Wissenschaften bis in die jüngste Zeit. Jedem, der sich eine umfassende auf Quellen beruhende und auf dieselben verweisende Kentniss der Slovenen verschaffen will, ist das Sumansche Buch aufs wärmste zu empfehlen, denn es ist mit Liebe und Treue abgefasst. Unter dem Schlagworte DMTlft UPI wiederlegt ier rastlos thätige Gelehrte S. Buber die Vorwürfe des Herrn S. Madlinger der ihm, dem hochverdienten Manne, Fehler zur Last legt, die im ungüstigsten Falle die Fehler «einer Tugenden genannt werden können. Wein Buber vielleicht an einigen Stellen zu ausführlich ist, muss man ihm nicht an mehr als tausend Stellen in der Pesiktha darab Kahana und im Midrasch Lekach Ttfb herzlich Dank dafür wissen, dass er eine so erschöpfende Quellenkenntniss an den Tag legt und so auch dem, der keine grosse Bibliothek besitzt ganz und voll die Mittel an die Hand gibt arbeiten zu können. Die Bescheidenheit S. Bubers zeigt sich in rührender Weise in dieser Brochnre, die ein Separatabdrnck aus der jüdischen Monatsschrift Haschadhar ist und 8 Seiten umfasst. Auch diese Arbeit zeigt kä'e rrna wm» sr£ rrsc Dipö bzz Mit Spannung und mit Freude sehen wir jedem neuen ♦^n^l"Tj Werke Bubers entgegen und Buber darf die Tlberzeu^üng nehmen dass der Nehl und nur ein solcher kann dessen Verdienste schmälern wollen, keinen Unverdienten trifft. Immanuel Low, Dr. Oberrabbiner in Szegedin Ararhaeische Pflanzemiamen Leipzig Wilhem Engelmann 1881. Mit Untertützung der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Wenn man weiss, dass kein Gebiet des Wissens, ja selbst keines des vermeintlichen Wissens den Gelehrten des Talmud fremd war, so wird man wol nicht überrascht sein, zu erfahren, dass eine gründliche Botanik des Talmud vor dem Erscheinen dieses vorzüglichen Werkes ein pium desiderium war. Es hat, wie diess beim Talmud überall der Fall ist, nicht nur der Talmud, sondern die Geschichte, die Onomatologie des Talmuds, so wie die Geschichte, die Onomatologie der Botanik und die semitische Philologie wesentliche Förderung durch die Löw'sche Arbeit erfahren. Es ist nicht Sache unserer Zeitschrift auf Einzelheiten dieses Werkes näher einzugehen; wol aber ist es Pflicht anzuzeigen, dass wir diese herrliche Arb it einem Rabbiner verdanken. Der bleibende Dank der jüdischen Gelehrten ist dem Autor sicher. Dass der grösste, jetzt lebende Orientalist, Prof. Fleischer und der bedeutendste deutsche Syrologe Theodor Nöldeke aus Strassburg Beiträge hiezu geliefert, bekundet auch hinlänglich die wissenschaftliche Bedeutung disses Werkes für nichtjüdische Qetelueke. Einige Bemerkungen seien uns zum Schlüsse gestattet: Seite 3 ist lZ^*"!"!^ ^i^icht mit Morchel Mörteln, zu übersetzen, trotzdem es keine Obstart, sondern eine Erdfracht ist. Zu p. 36. Z. 3 fr. marubia wäre Pesachim 39 a mandna Andorn Lungenkraut zu erwähnen zu Seite 51 zu der Redensart K^w'jin KDwS 50^,2 Lowe's Fragmentot Talmud Babli. Pesachim Cambridge 1879 p. 5 Aumerkung 2. der diese Stelle sehr geistreich erklärt und gegen Lewy und Payne-Smith daselbst aufritt. (Fortsetzung folgt.) Juan de Vahles El salterio traduzido del hebreo en romance castellano ahora por primera vez impreso. Bonn. Imprenta de Carlos Georgi 1880 publicado por el senor Eduardo Böhmer. (Die Psalmen aus dem hebräischen in's Castilianische übersetzt von Juan de Vahles, zum 1. Mal in den Druck gegeben von Prof, Dr. Eduard Böhmer. Bonn. Druck von Carl Georgi 1880). Es ist eines der grössten Verdienste uuserer Zeit die Schätze der Vergangenheit der Vergessenheit zn. entreissen und sie für die