Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 6 (15.3.1882)
- Date
- 1882-03-15
- Page
- Seite 68 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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S8 DAS JÜDISCHE CENTRALBL ATT. Form flascier sich findet, hängt mit deutschem Flasche als Höhlung zusammen. Raschi fügt noch hinzu 9. vuis nämlich zur näheren Erleichterung wird noch hiezu bemerkt ptSHIftTi wir gewinnen dadurch wieder ein Wort mit, denn vuts ist die Mehrzahl vom sing, vut Vuk findet sich noch beiFroissart (Scheler p. 482) und bedeutet hohl, leer, und findet sich noch im heutigen Französisch als vi de leer. 10. zu mab™ Richter 1613 nranp M& ttf^ibs ßossies. Das Wort findet sich in keinem der französischen Wörterbücher, ist aber sehr leicht durch das immer in Bewegung seiende Haar (weil lockig und lang herabwallend) und hängt auf diese Weize mit lat. flux die Fiuth zusammen; flos — nfr. „Welle" findet sich häufig. Der altfranzösische Ausdruck für Locke wäre demgemäss flosu (flocie) gewesen. 11. Im selben Verse Richter 1613 findet sich auch das Wort wo Raschi der Erklärung )^ 1p*t2 •nrurw rr *6nnwx yyn üvZ TircnnKensubia — nfrz. ensouple Webe bäum, ourdissoir ^2D£ jltS^I geblieben (1). Siehe Nr. 185 ortufs dam ignes. Rabbi Jehuda Aszud. (Fortsetzung.) Man gratulirte u. beneidete zugleich seine Eltern, und nicht wenig erstaunten die Anwesenden, als auch sein zweiter Lehrer nach seinem gehaltenen, fast meisterhaften Vortrage den Eltern öffentlich erklärte: Jehuda möge nunmehr eine Hochschule [Jeschiwah] besuchen, da in seinem Heimatsort für Ihn kein Lehrer mehr vorhanden sei. In dieser gränzenlosen Freude, die-seine Eltern tief bewegte, mischte sich aber auch ein tiefer Schmerz, indem sie erfuhren, dass ihr geliebtes Kind nunmehr in die Fremde gehen muss, in welcher sie ihm in ihren dürftigen Verhältnissen keine Unterstützung werden angedeihen lassen können; doch das in jeder Bezieluiuy seltene Kind tröstete seine Eltern mit folgenden Worten: Heisst es doch in den Sprüchen unserer Väter: (Pirke Aboth.) Wrer sich einen Schatz von Thora erwerben will, au Entbehrungen . (I) Es verdient hier bemerkt zu werden, dass Raschi häutig und gewiss nicht ohne Absidit, termini technici in der Volkssprache wiedergibt?, die er eigentlich gar nicht anrühren musste, wollte er nicht überall belehren. aller Art sich gewöhnen muss (*), u. ich will dieselben gern u. bereitwillig ertragen. Der Allgütige wird mir beistehen, und ihr habt meinetwegen nicht besorgt und bekümmert zu sein. Der begabte 13 Jahre alte Jehucia trat nun den Sonntag nach seiner Bar-Mizwah seine Reise nach Jetschin in Ungarn an, wo damals Rabbi Falk Gudjez eine ziemlich grosse Jeschiwah hatte. In sehr kurzer Zeit hatte er sich in seiner ersten Fremde durch seinen unermüdlichen Fleiss. durch seine Frömmigkeit u. Bescheidenheit, sowie durch seinen Scharfsinn u. durch sein ausgezeichnetes Gedächtniss die Liebe und innige Zuneigung seines Lehrers, des sei. Rabbi Falk Gudjez erworben, der ihn nicht nur unterstüzte, sondern auch in vielen Beziehungen Auszeichnungen zu Theil werden liess, und gar bald galt unser Jehudah als ein recht tüchtiger Bachur in der Jeschiwah. Nach vier Jahren des eifrigsten Talmudstudiums und | die Commentare in Jetschin, gieng er mit dem besten Empfehlungsschreiben von Rabbi Falk Gudjez versehen nach Szerdahely in der Schütt zum Rabbiner Aron Gudjez, einer berühmten rabbinischen Capacität. der eine grosse stark besuchte Hochschule hatte, und als er sich; demselben vorstellte, und über verschiedene tal- | mudische Piecen mit ihm conversirt hatte, überzeugte | sich Rabbi Aron Gudjez gar bald, dass er einen tüchtigen Talmudjünger vor sich hat, der in der That alle in seinem! mitgebrachten Empfehlungsschreiben aufgezählten Vorzüge besitzt und denselben vollkommen entspricht Er wurde daher sofort von demselben an ansehnliche Gemeindemitglieder recht warrn recommandirt, und auch hier dauerte es nicht lange, und er hatte sich als ausgezeichneter, \ gewandter Talmudjünger die Achtung, die Liebe und Zuneigung sowol der Gemeinde, als auch die seiner Collegen u. namentlich die seines Rabbiners errungen. Ja hier erwarb er sich ein Renomee als der beste, bescheidenste, u. frömmste Jünger der ganzen Jeschiwah, in welcher er ebenfalls vier volle Jahre mit unermüdlichen Fleisse und Eifer dem Talmudstudium oblag. Fortsetzung folgt. Rabbi Moses ben Maimun. (Rambam). Sem Lehen und Wirken. von Ignatz Münz. Mit der ersten Hafte des zwölften Jahrhunderts tritt eine Wendung in der Geschichte des jüdischen Volkes ein. i Während die Juden bis dahin einer verhältnismässig günstigen Stellung sich erfreuten und, von Fürsten und Völkern grösstenteils unbehelligt, eine segensreiche Thätig-