Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 6 (15.3.1882)
- Date
- 1882-03-15
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 3× ep/1002670
- Rashbam 1× ep/1002820
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DAS JUDISCHE CENTRALBLATT. (>7 Das Alt-französische bei Raschi. (0 Bevor wir nun zur Darlegung von Raschi's Standpunkt in der Geschichte der hebräischen Sprachforschung schreiten, wollen wir die bei Raschi vorkommenden altfranzöslschen Wörter erläutern. Wir hoben bereits früher erwähnt, dass diese altfranzösischen Ausdrücke nicht nur in Bezug auf Bereicherung des Wortschatzes des französischen wichtig sind, sondern auch für die Bibelexegese und den grammatischen Standpunkt Raschis; weil nämlich Raschi viele Stellen nur durch das Französische erläutert. Da aber Raschi nicht nur eigene französische Erklaerungen und Übersetzungen hebräischer Wörter and Sätze, sondern auch solche von seinen Lehrern anführt, ja sogar einige von R. Gerschom Meor Hogolah, der schon 1040 d. h. im Geburtsjahre Raschis, starb, so lässt sich das Altfranzösische des 10. Jahrhunderts und der ersten Decennien des folgenden gar oft daraus erschliessen. Da die afr. Ausdrücke in Pentateuche in Berliners Ausgabe fast durchgehends richtig erklärt sind, haben wir mit den Profeten unsere Erläuterungen begonnen. Wir werden so manches der Deutung noch bedürftige, vielleicht auch durch Copisten und Drucker entstellte Wort linden (2). 1. Zu nntf 1t2M Richter 31(5 liest man S^SdH domalna flp&tf p'^D KETips^ (gascorta) jVC^D Keine von beiden Ausdrücken konnte ich entziffern. Vielleicht ist das französische Wort das af'rz. gaskiere, dessen Etymologie allerdings bis heute noch ungewiss ist (siehe Scheler, dictionnaire d'etymologie francaise Bruxelles 1873 s. v. jachere) und desselben Autor's Glossaire zu den Werken Froissarts (Bruxelles 1874, Tome dix-neuvieme). (1) Ist das zweite Heft meiner Arbeit: Raschi's Leben und Wirken. Das erste Heft erschien in Dr. Rahmer's Literaturblatt im Jahre 1881. (1) Siehe auch hierüber Dr. D. Rosin's Arbeit, R. Samuel ben Meir p. 91 ff, wo sämtliche bei Raschbam vorkommenden altfranzösische Ausdrücke erklärt werden. Auch über den Ausdruck haben wir bereits oben gehandelt und wollen hier auf Dr. Rosin's Monographie über R S B M p. 91 Anmkg. 5 verweisen, wo alles bisher über ^l^b Ü*lVb vou wissenschaftlicher Seite ausgesprochen vollständig aufgezählt wird. Da aber <j^^ ein biblisches Wortist u.k. Ps.1141 glaubeich, dass dieGrundbedeutungden doch fremdsprachig ist. Hinzufügen will ich noch, dass im 17. Jhdt. ein spanischer Commentar zur Bibel u. z. in Smyrna mit jüdischen Typen gedruckt erschien, der den Titel führt: Meam loes iivb nj7&> (1) Ueber die Transscription französischer, sowie überhaupt Romanischer Wörter durch's Hebräische handelte zuerst und am gründlichsten Eduard Böhmer in seiner Zeitschrift Romanische Studien Halle a S. 1872, Heft 2 p. 197—22o unter dem Titel: De vocabulis Francogallicis Judaice transscripti«. Fernere Beiträge lieferten Neubauer, Darmstetter, Rosin. Godelroy's Dictionnaire de Tancienne langue francaise Paris 1880 war uns nicht zugänglich. 2. Zu 3¥wH Richter 333 ist hinter der Erklärung tf'H . ■Dirfe 2inn jwn ^nri ™ ^en, uu ' mpn bv mm T£j?pn an ivbn ppü j Das Wort hndet sich im afrz. in der Form haus, heut, Es I stammt nach Diez aus dem nord. hiaU, und dem anglosächsischen Hilf (Scheler, glossaire s. v. haus) siehe Bur-! guy glossaire etymologieque p. 196 s. v. Tl. halt. Durch Raschi aber ist das Altfranzösische um das Wort holt (Hütt) reicher geworden. Denn Diez sowol als Scheler übersetzen haus durch poignee de l'epee (Griff des Schwertes), bringen aber die afz. Form holt (hult) nicht. 3. Zu Xlbn Richter 323 lesen wirßy-Q plptP Klfi pWH Vjbl2 hernet (1), und merkwürdig genug unmittelbar darauf lama — nfrz. lame „Klinge". 4. Zu |H3V DljTTI Richter 41S folgt hinter KDi^ÜS KDIp cuta- ^iess dürfte von dem lat. cutis die Haut entstanden sein im afz. ceute coute —couverture de lit ou de matelas Bettdecke oder Matratze (Scheler, gloss s. v. ceute) und es folgt ferner jl^D 'V^D ti^fi (Siehe hierüber Berliners Likutim p. 367 Anmerkung 20). Ein Wort gona, gtma das im slavischen die Bedeutung Feil hätte, ist mir unbekannt. 5. Zu "irr Richter 421 ist K^'TDp chevilla — nfr. cheville Nagel, Pflock. * 6. Zu ETHH^T! Richter 82i t^tD^lb — lunets „kleine Monde". 7. Zu IftX Richter 914 ist K^Sttf— sPilla — n&. epine „Dorn". 8. Zu rP*12£ Richter 94,; ist V}"b& und hinzugefügt MD MD mb'X TfcDÜ IT flai*ier ßlachiet bei Froissart (Scheler gloss. p. 217) wo auch die (1) Da wir zu ein und demselben Worten zwei Ausdrücke •^^3 finden glaube ich, dass das eine f^^Dl e™ ger_ manisches Idiom bezeichnet u. z. ist das hebräische ^J^Q geschärft gefeuert mit brennend (bernet) wie Feuer leuchtend wiederzugeben i und dieser Umstand lässt mich vermuthen, dass fpSD auch das deutsche in sich fasste.