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Das jüdische Centralblatt · 1882-03-15 · 6 (15.3.1882) · p. Seite 65

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
6 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 65 vlJat yicrnäs laudata fides, cum sustinet, inquit, n Quo.s fortuna premit. Fatts aecede, I$ki$qw, Et cole felices. miseros fuge- Sidera terra „ Ut distani, et jhimma mar!, sie utile Höto. „welcher Spruch die Verrätherei gegen den grössten „Krieger jenes Jahrhunderts, die Ermordung nämlich „des grossen Pompejus hervorbrachte; denn mit seiner „Enthauptung wurde die römische Freiheit erwürgt, und „dem, der einen so verruchten Ausspruch bewilligte, ein „Denkmal ewiger Schande errichtet. Aber die erleuchtete „Republik gehorcht immer der mahnenden Weissagung, „die ein hoch weiser Vater dem frommen Sohne gab, „(wie Virgil es erdichtete) und die dann die Grösse „und den Ruhm des römischen Volkes erzeugte; und „sie wird vielleicht eines Tages, durch die Güte des „Himmels, als Erbin ihrer Tugenden, auch die ihrer „ Siege sein"/ Vu regere imperio j&opulos, Romane, memento: Hae tibi eruut artes, pacisque imponere morem, Parcere subjectis, et dehellare superhosu (1). Die letzten drei Betrachtungen unseres Simon Luzzatto wurden von Wolf in's Lateinische übersetzt. (Wolfius Bihliotheca liebraea Tom. TV. pag. 1115—1135.) Im Jahre 1651, (nicht 1613, wie Wolf und de Rossi haben.) veröffentlichte unser Autor ein anderes italienisches Werk in Venedig, betitelt: „Sokrates oder vom menschlicher! Wissen." Es ist ungefähr 320 Seiten stark, gewidmet dem Dogen und Senat von Venedig. In einem leichtfasslichen Stile, aber dabei doch voll Gelehrsamkeit und Philosophie sucht der Verfasser die Schwäche des menschlichen Verstandes und die Ungewissheist der philosophischen Meinungen nachzuweisen. Er erdichtet, dass in Delphi eine Akademie sich gebildet hatte, deren Beruf die Reform des menschlichen Wissens sei. Diese Akademie empfängt eine Bittschrift von der Vernunft, welche aus dem Gefängnisse, in dem sie eingekerkert ist, sich über den Druck beschwert, den sie durch die menschliche Autorität erleidet. Pythagoras und Aristoteles halten Reden zur Verteidigung der Autorität, behauptend, dass die Vernunft, ihrer eigenen Willkür überlassen, die Verstandeswelt mit Ungeheuern Irrthümern erfüllt habe, daher es nöthig sei, die Geister zu zügeln, und dass sie sich der Meinung derjenigen fügen, die durch ihre hohe Einsicht sich die allgemeine Achtung erworben. Allein die Akademie billigte nicht das Votum des Aristoteles, sondern entschied, dass zur Bewerkstelligung der Reform für welche sie gestiftet worden, die Vernunft völlig in Freiheit zu setzen sei und die menschliche Autorität all ihrer Vorrechte entsetzt werde. Nachdem nun die Geister in Freiheit gesetzt worden, wird eine Klage gegen Socrates geführt, den man des Versuchs eines Um- (1) Mit Herrscherwürde Völker zu regieren Sei dein gerechtes Streben. Schaffe Eintracht; Den IJutorworfhen Schonung; lehr' den Stolzen Demuth. Virgil. Sturzes der menschlichen Wissenschaften beschuldigt. Die Akademie unterrichtet den Sokrates von der Anklage und fordert ihn auf sich zu rechtfertigen; der grösste Theil des Buches enthält nun die von ihm ausgesprochene Verteidigung. Einige Akademiker waren, nachdem sie diese angehört hatten, der Meinung, Sokrates freizusprechen, ja ihn zu belohnen und irgend eine öffentliche Ehrenbezeugung ihm angedeihen zu lassen; andere meint n, man solle ihn verdammen. Aber Plato's Votum, das Urtheil zu verschieben und sich eines bestimmten Ausspruches zu enthalten, war das vorherrschende. Fortsetzung folgt. Nachtrag zur Arbeit Uber das Jüdisch- Spanische. Aus einem Briefe des Universitaets-professors Dr. Eduard Böhmer, Heremsgeher der JRomant sehen Studien. I. Ich wiil Ihnen ein wichtiges Zeugniss über die Aussprache (des Altspanischen) aus den dreissiger Jahren des 16. Jahrhunderts mittheilen, das sonderbarer Weise noch nicht benutzt zu sein scheint, obgleich es dem keineswegs unbekannten Dialogo <h la lengua des Castiliers Juan de Vahles entnommen ist. Der Verfasser ist einer der hervorragendsten Schriftsteller der Zeit Karls des V. und als Muster classischer Reinheit der Sprache anerkannt. Er sagt dort, das castilische j werde ausgesprochen wie das toscanische gi dh. also wie dz. Zugleich ist klar, dass man damals x wie s aussprach. Also dixo und hijo hätte Garcilaso nicht gereimt. Ich habe diesen Punkt berührt in meinen 1880 erschienenen Ausgaben mehrerer bis dahin unedirten Werke von Juan de Valdes. Ein Band dieser meiner Ausgaben enthält die Uebersetzung (1) des Psalters aus dem Hebräischen, sie ist seitdem als die beste spanische Psalmenübersetzung hervorgehoben worden Das Manuscript gehört dem 16. Jhdt, an, niemals findet sieb in demselben j wo ursprünglich x stand, nie dijo stets dixo. Wien den 7;, 1$5& In Hochachtung und Ergebenheit Ed. Böhmer. (1) Siehe die Anzeige dieser Valdes'schen Ueberaetzung in dem Literaturberichte dieser Nummer..

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