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Das jüdische Centralblatt · 1882-03-01 · 5 (1.3.1882) · p. Seite 55

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
5 (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTKALBLATT. 55 schrieben (1). Diez (2) bemerkt schon: Aus u wird ft, so Pablo (von Paulus) auch setzten es die Alten an die Stelle von b: lebdar (levitare, neuspan. Icudar, muebdo) movitus für motus. wo es, wie Velaseo vermuthet, weich lautet. Die Muthmassung Velascos wird zur Gewissheit; denn im Ladino finden wir ausnahmslos an die Stelle des u den Laut v geschrieben d. h. erweichtes b selbst in dem Worte cavso Ursache heutigen causa (3). v wird durch ausgedruckt; dass v im Anlaut oft in b überging, sehen wir sowohl im altspan. als auch im Ladino, so das bereits angeführte Uvio er lebte, im heutigen Spanisch vivio er lebte dass man das für v geschriebene b härter aussprach als v geht aus seiner Einwirkung auf voranstehendes n hervor, das in m übertrat zb. ambidos (imitus) embidia, comboy (convoi) noch jetzt embestir (investire). Soweit Diez. Gr. F 376. Und in der That finden wir alle diese Wörter in der Ferrarensi^chen Bibelübersetzung genau so geschrieben, müssen aber hinzufügen, dass im Ladino bereits in den ältesten Zeiten zwar b aber nie m an Stelle des n ttat, so lesen wir enbktr schicken, enbida Neid u. ahnliche IV. CAPITEL. Zur Flexionslehn. Das Substantivum bietet nichts besonders, die Deklination ist der spanischen ganz gleich, ebenso der bestimmte als unhestimmte Artikel. Nur der Ge*chi<<clttsir< <h*>l bietet interessante Erscheinungen. Wieso zb. aus lat. und spanischen causa Ursache im ladino causo oder vielmehr cavso werden konnte ist nicht leicht zu sagen, ob eine Vermengung mit lat, ta$m, das spanisch caso gab oder aber das Hebräische Wort, das in diesem Falle männlich ist (4). Das Adjectiv wie das Pronomen sind hier auch ganz übereinstimmend, nur das Zeitwort bietet bemerkenswerfhes. Schon das Altspanische kennt nicht mehr die Betonung der Stammsylbe im Infinitiv der Verba der 3. lat. Conjugation. sondern schiebt den Accent auf die Intinitivendung weiter. Nur darin bleibt es in vielen fallen dem Latein getreuer, als die neuere Sprache, dass es das lat. eh (1) lieber den Uebergang des tä iu an (ui) im Worte multus, der im Spanischen vereinzelt dasteht vgl. portugiesische Formen wie muito, excuitar, buitre (vultur) etc. Diez Gr. I3 p. 379 vgl Kaltenbaek's Blätter f. Literatur Kunst Kritik 1837. (2) (piejarsht vgl. Rudolf von Raumer Abhandlung: lieber den Einfluss des Christenthums auf die Bildung der Neuzeit, (3) Wir werden später noch mehrere Wörter anführen, die im Ladinoihr Geschlecht geändert haben, vgl. Nr. 78 und 79. (4) Der Wechsel des Geschlechtes bei Hauptwörtern ist oft Tom Zufall abhängig, so ist im Deutschen das Wort Math sowohl männlich als weiblich gebraucht die, Langmuth die Grossmut, aber 4er Edelmutli; ital. fazzolo Schleier heutige itaJ. fazzola, ebenso la jwienta statt das üblichen el asientoim ladino. mit er vertauscht, wo jetzt die Conjugation gewechselt wird und ir an die Stelle von er getreten ist. So altspan. combater, confoder, contradicer, rier (nach der gemeinromanischen Form ridere. auch die ital. ridere, frz. rire, port. rir prov. rire sattsam hinweist. Diesen Übergang finden wir regelmässig im Ladino. Die Conjugation des Perfectums weicht in der ersten Conjugation von der spanischen und schon von der altspanischen im ladino bedeutend ab. Ich gebe das i Perfectum im ladino nach einer in ladino abgefassten hebräischen Grammatik (1) wieder u. z. vom Verbum : guardar hüten und werde dem selben die neuspanische Formen entgegenstellen: Spanisch: Ladino 1. Ps. gilarS gucirde 2. Ps. guardasU (jtiardastes 3. Ps. guardo guardo Plural: Plural 1. Ps. quwrdciwox guardimos 2. Ps. guardccstes (jiifirdatft's 3. Ps. guardarön guttrdarofi Ein Nachtheil (des Spanischen) sagt Diez (2) ist das Zusammentreffen des Perfectums mit dem Praesens in i der ersten Person Plural cantamos; wie wir eben ge- | sehen ist die I. Person pluralis perfecti: cantismas und ich glaube, dass dies der Diff'erenzirung halber geschah; um das Priesens vom Perfectum zu unterscheiden. Ganz abweichend von den Bildungen des lateinischen j ist sowohl zweite diePerson singularis als Pluralis Perfecti: singul. ytuirdasies Plural: guardasteis. Was nun die Hinzufügung des s im Singular be- \ trifft, so stimmen wir mit Coelho (3) überein, der da behauptet: A desinencia s occore. em latim em todos I es tempos excepto o perfeito, am-a-s; ama-b-as, am-e-s. | Die Analogie glaube ich ist wol daran Schuld, dass | die spanischen Juden ein s im Singular vorsetzten. Selbstverständlich mussten sie nun um den Singular vom Plural zu unterscheiden, etwas hinzufügen. Sehen wir nun einmal wie das heutige Spanisch die 2. Pers pl. bildet: eantasteis, altspan. eantastes, hicistes. Diez I (Gr. II2 p. 172) bemerkt hier zu: Diess eis ist nicht aus e&t I enstanden, cantasUdes welches schwerlich je stattgefunden | wie wol die Akademie es anführt, würde ein lat. | eantavistitis fordern. Es ist eine allgemeine Anbildung an die allgemeine Endung is und erst in die Sprache eingeführt, als man die tonlosen Sylben in edes in eis zusammenzog. Soweit Diez. Dass der grosse Meister hier geirrt, die Akademie aber das richtige getroffen, (1) Konteros darkhe noam Wegweiser der lieblichen Pfade herausgegeben von Juda Alkelay in Belgrad im Jahre 6599 (1839). (2) Diez, Grammatik da romanischen Sprachen, II2 p. 178 (3) Coelho Theoria da conjugacao em latim potuguez estudö da grammatica comparativa por F. Adolpho Coeblo. Lisboa 1870, p. 24.

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