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Das jüdische Centralblatt · 1882-03-01 · 5 (1.3.1882) · p. Seite 54

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
5 (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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■~>4 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 1—JTQttfH :nb nnteW b*p AH diese Bemerkungen sind für die Literaturgeschichte der synagogalen Poesie von hervorragender Bedeutung, leider findet dieser Zweig der Wissenschaft des Judenthums, seitdem Zunz feiert, loinm Annehmer. Das Gedicht Ibn Esras u'TOS P' 12 findet sich in Schibche p. 56 gleichfalls mit erheblichen Abweichungen, das Gedicht p. 14 HlÄlp EVfhX mi Schibche p. 109, ebenso das Gedicht auf Seite 18 im Schibche p. 93 auf Seite 23 GabiroPs Gedicht, dessen Anfang ^4HIP lautet, ist im Schibche p. 81. Das Gedicht rn^lDH Tlb HH^w b*p P- 36 nütlet sich in Schibche p. 107 u. z. ist es eine. (Forsetzung folgt). Über den jüdisch-spanischen Dialekt als Beitrag zur Anstellung der Aussprache in Altspanischen. (Fortsetzung, i Wir kommen nun zur p das im Ladino durch *h, wiedergeben wird. Von der Einschaltuug des r war bereits oben die Rede, und haben wir daselbst bemerkt, dass es sich gerade dort nach einen t gerne einschaltet, wenn im selben Worte ein r vorkommt, (1) dieselbe Einschaltung findet sich auch in den übrigen romanischen Sprachen. Dem Spanischen eigenthiimlich. speziell dem Ladinv ist aber die Auslassung des v vorzüglich vor mso fmfenmzfementido statt fermentido in der ladino Bibelübersetzung, temblar statt tremlar tremler (2) zittern. Eine Eigenthümlichkeiten de( Ladino, die fast überall durchgeführt ist, ist die Vorliebe der Matatheisis (3) von r wenn Dentallaute vorhergehen: sowohl d als l so zb. trecero statt tercero; tadfa Abend statt tarde, vedre grün statt verde, aeodro Uebereinstimmung statt acordo, pedrer verliereu statt per$w\ eine andere Verwechslung u. z. die de« r in l ist noch hervorzuheben, so lesen wir in der ladino Bibelübersetzuug fuhr statt furor (4). Nicht ohne Interesse ist der (1) Schuchardt Voc. <L Vulgärl. a. a. 0. fl. (2) Wegeu Auslassung des r bei tremblar, fermentido etc vgl. Schuchardt Vocal. 1. p. 20 ff. über Einschaltung und Ausfal des r ausführlicb gesprochen wird. (3) Herrig's Archiv für das Studium d. neuer, gr. Altspanische Conjugation von N. Delhis p. 148-15«, Bd. X vgl. vorzüglich folgende Stelle: Die im spanisehen so häufige Umstellung zweier Consonanten (peligro, milagra) findet sieb auch in der altspanischen Futurbildung wo die neue Sprache um die Kennzeichen der Conjugation zu verwischen sie nicht duldet; verue. ferne, porne für vendre, tendre, pondre. p. 153. Wir werden weiter unter bei der Conjugation näher darüber reden, und zeigen: dass das Ladino iu dieser Hinsicht sich eng an das altspanische hält. (4) Vgl. Literaturbl. d. Orients p. 302. Ob hier etwa der Einfluss des Hebräischen eingewirkt, das so der! Nachweiss Gustave SchlegeFs in seinen h: Buche | Sinico-Aryaca, (1) wo er zu beweisen sucht dass das l in keiner indogermanischen Sprache primitiv ist (vgl. hiezu unsere Kritik in der von Francis Turettini in Genf veröffentlichten Zeitschrift: Banzai-sau „Notiees preliminaires sur Taffinite dn ehinois avec les langues semitiques et les lanques dites altaiques" p. 8 und unsere Arbeit: Über den jüdisch-deutschen Jargon, vulgo Kauderwäl«eh genannt. Budapest 187« p. 14). Zu dem /• wäre noch hiezufügen dass in der Regel rey gelesen wird und also auch für sich aliein König bedeutet ebenso wie ley Gesetz. Wir kommen nun zum s, das regelmässig durch ß aasj gedrückt wird, wenn es den scharfen s Laut ausdrücken i soll, und mit 7 Und wenn er den sanften Laut aus-! drücken soll. Das t wird regelmässig dnreh ausgedrückt, während das Jl bloss zu hehräkdim Wörtern verwendet wird. Der Buchstabe findet sich auch nie in spanischen I Wörtern, denn so oft c den Laut eines scharfen s hat, wird es durch £ wiedergegeben. Zum s wäre noch zu bemerken dass es zwischen 2 Vccalen ausgelassen werden kann so zb. prea Beute statt alt - und neuspanischen presa. Ist hier nicht Einfluss des Portugiesischen anzunehmen. P drückt den c Laut aus wenn es vor a, 0, u, und vor Consonanten steht und also wie k gesprochen wird, es vertritt aber zu gleicher Zeit auch qü. Das vertritt ausnahmslos den Laut des heutigen x aber auch' häulig den des so wird quejärse sich beklagen im ladino folgendermassen ausgedrückt (2) Wir haben bei Gelegenheit des j die Aussprache des x bereits ausführlich besprochen und glauben daher nicht nochmals hinzufügen zu müssen, dass die Aussprache des x immer sch war. Es bliebe uns noch übrig vom u zu sprechen. Am Anfange des Woites wird es irn Latino, wie wir diess des öftern wiederholt haben, stets durch a^so eigentlich au wiedergegeben, so wird also uno im Ladino gegerne r mit l vertauscht ist fraglich so hehr. ^JT.^E^X almenothav statt armenothav uu i andere; übrigen ist der Wechsel zwischen l und r ein allen indngermanischen Sprachen gemeinsamer so haben auch wie neuerdings nachgewiesen wurde, die Thrakier l und r unter einander verwechstelt. S. Fligier, Beitrag zur Ethno. graphie Kleinasiens und der Balkanhalbinsel p. 9. Siehe ferner. Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien VI Bd. p. 219. Ich will hiemit durchaus nicht den Einfluss der Bibel vor- I züglich auf das Ladino leugnen, ich werde im Gegentheil später zeigen, wie viel es dieser verdankt. (1) Sinico-Aryaka: Recherches sur les racines primitives dans les kngues Chinoises et Aryenes. Etüde philologieque par Gustave Schierel, docteur en philologie etc. S. Gravenbage. Martinus Nijhofl 1872. (2) Diez Gr. I p. 377

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