Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 5 (1.3.1882)
- Date
- 1882-03-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JDISCHE CENTRALE Ii ATT 5 t Sinn der schönen Worte fHME'tf m^nS^ fi^TO PTflSHJJ PN Gross und wichtig ist die Arbeit den sie nährt nicht nur, sondern ehrt auch den, der r>ie ausübt, Die Arbeit verleiht nicht nur wirtschaftlichen Segen, sondern auch Ehre und sittliche Würde, sie zeigt die Weihe des Fleisses gegenüber dein öden Mammonsdienste blossen Gewinnes. Autobiografie des S. D. Luzzatto. (Fortsetzung.) Die Familie Luzzatto hat auf ihren Wappen: Drei Sterne, einen Halbmond, einen Hahn und eine Gerstenähre. Der älteste Luzzatto, welchen man in der Hebräischen Literatnr kennt, ist Salamon Ben Abraham L. welcher sich durch die Bekanntmachnung des Commentars von Sforno zu den fünf Büchern Moses vielverdient machte er wurde auf dessen Kosten in Venedig im Jahre 1567 gedruckt. Im Jahre 1571 entstammte dem Hause des Jacob Luzzatto der berühmte Leo da Modena (siehe Geschichtliches Wörterbuch der israelitischen Schriftsteller und ihrer Werke von De Rossi). Im Jahre 1580 (1) wurde der (. alter vaferahh oder iassress Jaacou von Jakob Isak Luzzatto. gedruckt bei Ambros in Frobenius in Basel, veröffentlicht. Es sind allegorisch-moralische Erklärungen, theils von ihm selbst, theils gesammelt von alten Autoren aus den ältesten Agadoth des Talmud. Buxtorf urtheilt über das Werk: ^lieber egregius et jucundusu und es wurde wieder gedruckt in Amsterdam im Jahre 1709. Der Name des Autors ist nur im Titel angedeutet, wo das Wort Giaacou iü Bezug auf die Buchstaben viel grösser geeruckt ist. Zur Vervollständigung des Werkes liest man zürn Schlüsse: So spricht der Corrector, derjenige der die, von den Mähern zurückgelassene Aehren sammelt, derjen ge der zusammensucht und zusammenlegt, von jeder Ecke die vergessene l'eberreste, der Letzte der lieissigen, der bescheidene ■v habe dieses Factum, das wol Niemand in Abrede stellen kann hervorgehoben um der zu gewärtigenden Einwendung zu begegnen, ich verlange nach den bisherigeiiErörterungen unmögliches nämlich, dass die Schule jedermann zu einem Gelehrten, mindestens einem Dilettanten heranbilde. Es gab bei den Juden allezeit die verschiedensten Grade der Bildung, von dem allerdings missachleten Ignoranten bis zum Manne, der das Gesamtwissen seiner Zeit umfasste, aber alle oder ■.■'■.istens fast alle waren einheitliche ganze Mencshen Auch das andere jüdische Sprichwort zeugt, dafür dass man dem goldenen Rabbe nicht ausschlisslich opferte wenn man sagte: Die Thora ist die beste ^""jU"^ ass,t (^as Aneignen des Studiums die beste Waare, das sicherste Eigenthum sei. (1) Nicht im Jahre 1581 wie Wolf De Bossi nnd Jellinek (Orient 1846 Litbl, p. 221) haben,, weil er am Ende des Buches sagt: „beendigt am 1. Kislew 5341, und der erste Kislew niemals in das nächste christliche Jahr fallen hann. S. D. L. Jacob, Sohn des Rabbiners Isak von Hause Luzzatto, von! Zafet, (las Gott bald herstellen und erbluchen lassen! möge (1). In der Ausgabe in Amsterdam Hess man diese Worte , weg, indem man wahrscheinlich glaubte, dass jener Jacob! L. nicht in Wirklichkeit der Autor sondern nur Corrector j des Buches wäre; während Israel Sefroni der Corrector war (von welchem man sogar einige Zeilen nach obenangeführten Worten liest). Der Umstand, dass Jacob L. sich selbst den Titel als Corrector (maghia) ohne sein Buch corrigirt zu haben! gielt, iiess eine Vermuthung in mir entstehen, welche den Ursprung des Werkes erklären und demselben wie auch dem Verfasser mehr Wichtigkeit geben würde und zwar: | Der Talmud wurde anf Befehl des Papstes im Jahre I 1.^53 (2) den Flammen preisgegeben. Erst in den Jahren , 1578. 79. 80. wurde er von Marco Marino, nachdem | er von allen jenen Stellen, welche gegen das Christenthum zu sein schienen, gereinigt und in Basel wieder dem Ambrosius Frobenius übergeben. Auf dem Titelblatte eines jeden Werkes findet sich in lateinischer Note angemerkt, der Hauptinhalt der Massahlita zum Beispiel: Massehheth Berahhoth opus in j quo de benedictionibus. de gratiis Deo agendis, de | orationibus et divinis laudibus agitur. Dann folgt die l Erklärung, dass das Werk nach der Vorschrift des Concil i | in Trient gereinigt und genehmigt wurde, in der Weise, dass es jeder fromme Christ nicht nur ohne Sünde, sondern sogar zu seinem Yortheile lesen kann. (3) . . Thatsächlich fehlen auch einige Agadoth, die man in den nachherigen Ausgaben auch nicht veröffentlichte, aber! in den christlichen Gegenden nicht wieder drucken Hess. | jeioch wurden von den Agadoth, welche bei der christliche Censur Anstoss erregten, oder von ihr nicht genehmigt wurden einige bewahrt und diess geschach in folge einiger erklärenden Schriften (Postillen) dass manche Agadoth nicht in Wortverstand, sondern in metaphorischen verborgenen Sinn genommen werpen dürfen- •"Tis czrbnr tspSom mön dikj 0) twch h**bi r?nrr fcpb *]DKöi an:r.pM mb pr\T Tin» p apr nybin a^TD^rp ♦Min ns¥& nn bi vxwbn (2) Aus dem Emek Habacha von Joseph Cohen erhellt, dass diess im Tischri und Cheschwan 5314, welcher den Herbst des Jahres 1553 entspricht, war. Die Ausgabe wurde im Jahre 1S52 mit einer Vorrede meines Vaters veröffentlicht, und er spricht hierüber 2 bis jetzt nicht veröffentlichten Briefen, die er an Dr. Letteris im Dezember 1848 und Januar 1849 schrieb J. L. (3) Nunc ad omnibus etc. etc . Juden anderen Ländern lautet die Erklärung folgendermassen: Nunc recognitam a Marco Marino Brixiense Can. regul. D. Salvatoris et juxta mentem Sacri Cöncilii tridentini expnrgatuni correctum ej approbatum. Dann wijeder so: Nunc ab omnibus iis qae contra religiösem ehristiänam faeiebant, expurgartnm et ad eo iem qui alia volumina cast'gavit, »pvxta mentem Sacri Concilii tridentini recognitum et approbatum.. S. D. L.