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Das jüdische Centralblatt · 1882-02-15 · 4 (15.2.1882) · p. Seite 43

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
4 (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTR.AXufthATT. 43 *i v. Wenn man überhaupt in der Sprache von Entartung reden könnte, so dürfte man das Wort wo) 6ier anwenden: jedoch ist die Konsequenz der Durchführung selbst Beweis genug für die Berechtigung dieses Lautwandels, ,1a bald nach der Abfassung der Eerrafensischen Bibelübersetzung sehen wir bereits diesen Wandel ganz durchgeführt (1). So finden wir im ladino: vaveoeth Kopfkissen statt cäbec&m, ymvlo statt paSlo. Wollte man hier Einfluss des Portugiesischen vermuthen, das aus!at. populus povo macht, so würde man sehr irren, denn das Diphthongiren des o in m ist das Schi^Meth zwischen Spanisch und Portugiesisch. Allenfalls aber war im Portugiesischen der Vorgang der Bildung povo aus populus der folgende i povnlo, povoö; povo; denn das Portugiesische besitzt eine feesondere Neigung das l auszulassen: wir finden ferner das b in v in sübir hinaufstiegen besteigen, ladino mehr; statt tr'tbus Stamm. Abtheilung, frlvus u. s. f. Inr Auslaute fällt das b bekanntlich aus, wie dies ja in allen romanischen Sprachen der Fall ist, Das y wird von a, o, u wie tj ausgesprochen, vor e und i, and überhaupt wenn es den taut von g (dsch) haben soll, wird es im ladino durch g(*j) ausgedrückt, dieses g muss aber niebt nur den Laut des weichen dsch repräsentiren, solidem auch den des harten &c&; so z. B. in iiöche\ ladino nogc, <hn-chu. ladino d/trego; ist vielleicht hier eine ähnliche Erweichung anzunehmen, wie in dem Falle, wo das ladino das b im Inlaut regelmässig in v erweicht? Befremdend wäre es immerhin, warum die Spanischen Juden, denen schwerlich das Transscriptionssysteni besonders der ihnen nahestehenden Provenzalen und Südtianzosen unbekannt blieb, nicht zum p (k), das das harte fsch ausdrücken sollte, ihre Zuflucht nahmen. Was uns aber noch mehr überrascht, ist der Umstand, dass wir anderseits den Laut dach auch da finden, wo wir ihn am allerwenigsten vermuthen, so wie wir bereits oben gezeigt. So lesen wir nicht bloss in der ladino Bibelübersetzung sondern auch im Meam lote (2) hidschos statt hijos: eonsidsehos (eonsigos) statt consejos und s. w. und daran schtiesst sich selbstverständlich die Frage über die Aussprache des j im Altspanischen. Schon zu wiederholtenmalen wurde der Zweifei. oder wie Diez (3) sagt, die interessante Beohacbtimg gemacht, dass die Spanischen Kehlaspirate (j, g. und x) geschrieben?or dem lfi. Jhdt. (also vor 1501 streng genommen) eine (1) "t'l^ Cl?f* ••M(jam lofrB". wörtlich von fremdem Volke; ein sehr ausführlicher Commentar der Bibel, der sich nicht nur auf den Pentateuch. sondern aul alle 24 Bücher erstreckt, nnd in seiner Art wol einzig dasteht : analoges bieten wol die Agadoth nnd Midraschim bei den Juden des übrigen Europa, es sind aber diese alle in hebräisch-aramäischer Sprache abgefasst, die selbst dem gebildeten Juden schwor verstaendiieh sind, während diess in populaerer Weise geschrieben dem Verstaendnisse des ganzen Volkes angepasst ist. Die letzte Auflage dieses für S*gt >wd Myth* gleich wichtigen Werkes erschien 5SQ7, also 174K n. Ch. (2) Vgl. ülnigens Diez. Gramm. V p. 367. Merkwürdig ist BS aber, dass auch' .</ dafür (für eh) verwendet wird, welches gleichfalls nur die provenzalische oder catalanische Geltung haben kann. Sanges, Sangiz statt Sanehes. (3) Diez, Gramm. I:! p. 371 andere Aussprache hatten als gegenwärtig, txkeipakitaäk nämlich, entsprechend der portugiesischen Aussprache dieser Buchstaben,* die ihnen noch jetzt auch in Gallicieu, Asturien und an der Ostküste zukotomt (j — frz. j, x frz. ch). so dass sie früher wol über die ganze Halbinsel-! verbreitet war. Und eine Seite später lesen wir in einer Anmerkung (1)1 Endlich möchte m; n fragen, erstreckte sich der/ Zischlaut auch auf das dem portugiesischen lh entsprechende J wie in oreja, hjo, äguja portugiesischem: orelha, ' hlho, agulha, oder gab es 2erleijri Theoretisch muss man das letztere annehmen" Soweit Diez. Ferd. Wolf (2) theilt uns gelegentlich tler Anzeige von Don Jose Amador de los Rios Werk: Historia critica de la literatura espanola. Madrid 61—62 einige .nicht zu verachtende Winke über die Aussprache des Altspanischen mit, indem er einem einheimischen Grammatiker und Lexicographen Monlau das Wort gibt. Dieser aber sagt uns: A la! moda introducida por los cortesa/nos de Carlos l al aleman \ modernd; que tnmbien introdujo cierto numero de voces ' en el castellano, debe este indioma, mas bien que al arabe (von Ferd. Wolf ist hiezu ein / beigefügt) el; sonido guttural fuerte que tanio dülingue nuestra; pronunciacion de la de lös restantes idiomm neö-latinas. i Der Wichtigkeit des Gegenstandes halber lüge ich noch } die Scblussworte Monlairs, der die Schwierigkeit des Gegenj Standes sehr wol fühlt, hiezu. Im warmen Pathos ruft ' I er aus: Cuaies fueron <'as causas de haberse ido alterado; la pronunciacion primitiva del castellano? PfoMema eg <.sfV, que no.se hallo, todacta vesaelta. (vando t-mpezo. cuando se yeneralizo, la HUeiia prönunciation. El celebre grammatico latino Gaspar Sei- | opio, que estuvo en Espana a mediados de siglo XVII aitttUjaa como reciente^ eh aqnelld tpb'ca. la mudmiza, \ en el prrmvnciar. Otrbs varios datos </ te'&töftöiiios hat/ I que confif-mon el de Seipid (3). Vor allen muss ich die Worte des Prof. Mussäfia! wiederholen, der bereits E. Wolf darauf aufmerksam machte, dass die spanischen Juden in der Türkei und dem Orient noch heutiges Tages, j, g, und x in den ge- '. gebenen Fällen nicht guttural, sondern wiefrz. / ausj sprechen (4). Man vgl. lerner Schuchardt, Vocalimüs : des Vulgärlatein III p. 29 % Wenn nun, wie wir bereits zu wiederholten malen es! zu zeigen Gelegenheit hatten, statt hijos, — hialschos ge-; schrieben wurde, so berechtigt dies wol zur Annähme,; dass j den Laut des französischen j hatte; und durch , einen Lautübergang der bereits in den ersten Jährhunderten nach Christi nicht überraschend ist, nämlich den des (1) Diez, Gramm. I p. 371 in der Annikg. (2) Jahrbuch für romanische und englische Literatur, heraus-! gegeben vo« Dr. Ebert Bd. V. p. 80-134. (3) Jahrbuch, V. p. 109 ff. in der Anmerkung. (4) ibid. p. 108 in der Anmerkung

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