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Das jüdische Centralblatt · 1882-02-15 · 4 (15.2.1882) · p. Seite 42

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
4 (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
Seite 42 (sequence 6)
Language
German
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42 DAS JÜBIBCHE CENTRALBEATT. Iii. CAPITEL. Zar Lauth-hn. Für die Lautlehre des Spanischen und vorzüglich des Altspaiiischen finden wir natürlich zunächst in Diez' Grammatik der romanischen Sprachen Aufschlug? und Rath, und als ebenso-unentbehrlich für das ernste Studium der romanischen Sprachen ist wohl Hugo Schuchardt's Vocalismus des Vulgärlateins geworden. Einen schönen Beitrag für die Dialekte des Spanischen lieferte Dr. A. Gessner in seiner Arbeit: Das Altleonesische. ein Beitrag zur Kenutniss des Altspanischen (i). Da aber ferner das Altportugiesische mit dem Altspanischen in den wesentlichsten Punkten übereistimmt, und die Distanz gegen Ende des 15. Jhdts. von einander durchaus nicht so gross war. wie jetzt, so boten die Arbeiten von Coellio (2) zahlreiche Anknüfungspunkte für unsere Arbeit. Die -VoeaU haben in der Regel ihre Steile behalten, und nur der Wechsel von e und i wäre hervorzuheben, bei dem ScfaemiAmn aber, das sowohl im Altspanischen als Altportugiesischen zwischen diesen beiden Vocalen statt hatte, ist diess nicht befremdend. Gehen wir nun zum a über. Wie wir bereits bemerkt kömmt das (h) in dem mit jüdischen Lettern gedruckten. Spanisch nicht vor, wol das beste Zeugniss dafür, dass man das h in der Aussprache nicht mehr hörte; interessant aber ist es zu beobachten, dass in der Ferrarensischen Bibelübersetzung die doch mit luteinischen Lettern gedruckt ist, oft das h gedruckt ist, oft auch wieder wegfällt. Wo aber h lateinischen / enstammt, ist stets das h beibehalten. Da aber im ladvw (wir wollen fortan das mit judischen Lettern geschriebene Spanisch ladlau nennen) ein h nicht vorkömmt, und doch Fälle vorkommen (3) wo die Aussprache eine zweifelhafte hätte werden können, so nahm man als Ersatz des h ein g. (4) Diess ist aber bei dem Diphthong ue der Fall. Durchgängig, sagt Diez (5) steht h vor dem Diphthong ue. um den davon un- (1) Programme d;invitation ä l'examen publie du College roval francais fixe au 27 septembre 1867. Berlin, iniprimerie de J. F." Strack, p. 1-37. (2) Theoria da Gonjugacao ern 'latirn e portuguez. e.studo de Grammatica comparativa por F. Adolpho Coelho. Lisboa, Travessa da Victoria 71. 1870, 136 p. und desselben Verfassers grösseres Werk, von welchem mir bis jetzt bloss der 1. Theil zugänglich war: Questoes de lingua Portugueza por P. Adolpho Ooehlo Premira parte. Livrara international de Ernesto Chardon 96 largo dos Clerigos48. 1874 (3) Diez Grammatik der romanischen Sprachen 1" p. 376 (1) Zur "Etymologie von hxte**o das aus lat. m stammt glauben wir Augusfin (En. in psalm. CXXX1II. 20) auführen zu müssen, wo er von der Vernachlässigung der Vocalquantität spricht; da man o« und es nicht habe unterscheiden können, sei für ersteres ossum in Gebrauch gekommen. Vgl. Scbuch. p. 98. (4) Wie wir bereits bemerkt, findet sich an Stelle des heutigen spanischen h im ladino manchmal noch /, so statt spanischem haz, im ladino fäs (5) Vgl. A. de Sacy in J. G. Eichhorns Bibliothek der bibl. Literatur p. 7. tTeber «las Ft. wenn es von / herkömmt, soll später die Rede »ein. zertrennlicben starken Hauch auszudrucken: hmbos veraltet (opus, huebra) huele (ölet) huevo (ovum). Im Ladino aber lesen wir guevo, guesso statt spanischem huevo huesso, huerto Gälte». Dass man aber zum Ersätze des h ein g wählte, lässt den Schluss als berechtigt, dass Ji hier ein Kehllaut war, der zwischen ch und g die Mitte hielt. Oder aber sollte der Vorgang mit demjenigen, wie Französisch fm&d&ß, gaijder von deutschen warten --zu vergleichen sein? Das Verwechseln des h und g aber ist in den indegennann-chen Sprachen so wohl im An als auch im Auslaut ein recht häutiger, selbst da wo die graphischen Mittel nicht mangelten: so entspricht dem böhmischen Buh Gott, russisch und Kroatisch Bog; so findet man regelmässig statt des böhmischen h im Anlaut im polnischen g (1). Velaseos Ansicht (S. 139) dass dieses h dazu dastehe, damit man den Anlaut w nicht vt ausspreche ist daher n-ickt richtig (2). Der Reihe des Alpfabetes folgend begegnet uns zunächst b. Wir werden am besten thun. wenn wir das b unter Herlei Geschichspunkten betrachten u. z. erstens wenn-es im Anlaut zu stehen kommt, zweitens im In und letzlich im Auslaut. Im Anlaute nun erhält das Ladino seinen ursprünglichen Laut, ja sogar das v wird häufig, und diess ist auch im Af&jmti&fJm der Fall, durch Dissimilation zu b; so lesen wir fnrio während neuspanisch vivio ,,er lebte" gesagt wird, ebenso &oz statt neuspanischem voz aus lat. vox. Es mag wol auch heute im Volke noch boz gehört werden, die spanische Schriftsprache jedoch schreibt jetzt immer voz; denn ein gewisser Zug fo$l\<ritwmm%t*, (3) d.h. das Streben etymologisch richtig zu schreiben, lässt sich weder im Spanischen noch im Portugiesischen verkennen. Und doch genügt auch schon ein flüchtiger Blick auf die lateinischen Inschriften vom Iten bis zum 6. Ihdt. nach Chr., um sich zu überzeugen, wie oft diese Laute, b und v nämlich, ihre Holle wechselten b im Inlaut, Während nun die Ferrarensische Bibelübersetzung (4) noch in sehr vielen Fällen das b im Inlaut behält, ja es regelmässig dort behält, wo das altspanische es hat, erweicht das ladino das b ein Inlaut ausnahmslos (1) Vergleichende Grammatik der polnischen Sprache von Dr. J. M. Habbinowic/.. Paris 1877. Maisonneuve et Cie p. 9 ff. Tgl. Miklosich vergib Grammatik der slaviseben Sprachen. (2) Es sei hier noeh ermähnt, dass selbst im Altspanischen vor tu sich sowohl g als h findet, so lesen wir in den Poesies burle«- ques et satiriques inedites de Diego Hartado de Mendoza von A. Morel Fatio, im Jahrbuch R. XIV. p. 63-80, und 186-209 im Titel: Satiras a iina »l'-.ahmia und dann weiter aber aXmgueta p. 65 ibid. (3) Der Zug des Puritanismus macht sich nicht nur in diesen Sprachen, sondern auch, um bei den routanischm Sprachen zu bleiben, ganz besonders im ruw^niic/tm geltend. (4) Wo wir ohne besondere Quellenangabe aus dem Ladino Worte anführen ist die Bibelübersetzung gemein, die hier in Wie» im Jahre 5601 (1841 n. Ch.) erschien und die bei Herrn Jo&f: Schlesinger, Buchhändler Wien, Seitenstettengasse zu haben i'»t Wir wollen noch hinzufügen dass auch die briliscbe Bibelgesellschaffe, den Pentateu.-.h in ladme, also in diesem jüdisch-spanisch veröffentlicht hat, /

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