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Das jüdische Centralblatt · 1882-02-15 · 4 (15.2.1882) · p. Seite 39

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
4 (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRAL ß LATT. 3$ gleichfalls; und so muss ich diese Arbeiten mit anderen Augen betrachten als Mendelssohn, der seine Gedanken vorzüglich auf die Philosophie und Metaphysik richtete. Die Freunde des Alterthumsforschung werden mir es hoffentlich entschuldigen, wenn ich; bevor ich von mir und meinen Eltern spreche, einige Blätter der durch 300 Jahrhunderte berühmten Familie der Luzzatto widme. Die Familie Luzzatto besteht in Venedig seit 4 Jahrhunderten, da im Jahre 1655 der Rabbiner Simon Luzzato in Venedig in seiner Widmung des „Socrates" dem Dogen und dem Senate von Venedig schreibt: Ihr ergebenster Diener ist in diesem glücklichen Lande und in dieser rühmlichen Republik geboren, wie dessen Vorfahren schon vor 2 Jahrhunderten dort geboren w^r^n. ' Der Überlieferung folgend stammt die Familie Luzzatto aus der Lausitz (lateinisch Lusaiia) und demgemäss wäre die Schreibung Lusato richtig, aber schon im Jahre 1738 schrieb der erwähnte Rabbi Simeon den Namen Luzzatto mit 2 t und 2 z und diess ist die in der ganzen Familie übliche Schreibweise geblieben, nur dass einige statt des Schluss o ein i setzen! (1) Der Corapilator des Buches: Kaphtor waferah (im Jahre 1580) schriebt sich „della famiglia Luzzattiu während er in dem Buche Taame Hamitzoot. er Giacomo Luzzatto genannt wird. In der Vorrede desZemach David liest man Luzziato; aber dieses eine Beispiel berechtigt nicht, den Namen von Lucio abzuleiten, ein Name der zufällig in derselben Vorrede erwähnt ist, als Name eines Luzzatto der im Jahre 1500 lebte. Keine italienische Familie nennt sich Davidatto, Isaacatto, Salomonatto weil deren Ahne Isaak. Salomon, David hiess. Uber den Jüdisch-spanischen Dialekt als Beitrag zur Aufhellung der Aussprache im Altspanischen. Ciaaeunft coaa stuciia naturalmente alla?ua conservatione; onde se'l volgare per se stuliare potess«, sUidierebbg a quella, e quella sarebbe, caeconciare 3e a piu at&bilita. DANTE il oonvito I. c. 13. Nach der Auagabe der Opere complete di Dante, commentirt von P. Lombardi, herausgegeben zu Firenze von Leonardo Ciardetti, IV. Bami p. 463. Die Dialektforschung braucht heute keine Befürwortung .mehr. Ein solcher Dialekt aber, der, ich möchte sagen, mitten im lärmenden Leben unserer Zeit, nicht etwa in sieh ein-und abgeschlossen lebt, sondern im regsten und lebhaftesten Verkehr mit allen Lebenspulsen der Jetztzeit steht, und dennoch Kraft und Mark seines Ursprungs gewahrt, ja treuer gewahrt als die eigenen Kinder, verdient an und für sich die grösste Aufmerksamkeit nicht nur desCultarhistorikers, sondern auch in ganz besonderem Masse die des Sprachforschers. (1). Vielleicht aus dem Grunde, weil lAizzatti als die Plm-ahfovnb die Familie, bezeichnete, der eii\zelne sich aber dem entsprechend im Singular Luzzatto nannte. M. G. Und dennoch wurde dieser jüdisch-spanische Dialekt von sprachlicher Seite fast noch gar nicht beachtet. Amador de los Rios hat zuerst in seinen Estudios historicos potiticos y literarios sobre los Judios de Espana, Madrid 1848 die gelehrteWelt auf diese» Dialekt aufmerksam gemacht und Dr. M. Kayserling (1) hat das Verdienst die Resultate dieser Estudios mit kritischem Blicke gesichtet, und sie der deutschen Lesewelt zugänglich gemacht zu haben. Amador de los Rios (2) hat im Jahre 1872 eine neue vermehrte und verbesserte Ausgabe seines Werkes besorgt, doeh konn-! ten wir uns dieselbe nicht verschallen. Bevor ich jedoch zur Arbeit gehe, ist es eine Pflicht der Dankbarkeit des seligen Herrn A. Semo. Redaeteur zweier spanisch-jüdischer Zeitschriften zu gedenken. Herr Semo hat mir während meines Aufenthaltes in Wien mit j der seltensten Bereitwilligkeit nicht nur seine von ihm veröffentlichten Zeitschriften, sondern alle ihm aus dem Orient zukommenden Zeitungen aus Oonstatiaopel, Salonichi und Smyrna zu meiner Verfügung gestellt. (3) Herr Semo dessen Muttersprache das Espanolische (jüdisch-spanische, auch ladin o genannt) war. und dessen Wiege im Oriente stand, war mir in Fragen betreffs der Aussprache des heutigen jüdisch-spanischen Dialektes von grossem Nutzen. I. CAPITEL. Über Jen Namen (fieses Dialektes. Was zunächst den Namen, den die spanisch-portugiesischen Juden diesem Dialekte beilegen, betrifft, I ist folgendes zu bemerken. Wie natürlich war das erstt \ literarische Erzeugniss nach der Vertreibung der Juden | aus Spanien eine wortgetreue Übersetzung der Bibel.; der Bibel, die ihr Alles ausmachte, ihren Trost und ihre 1 Hoffnung in so unglücksschweren Zeiten. Wie aber aus i der Einleitung der ferrarensischen Bibelübersetzung (4) zu ersehen ist, ist diess der erste Versuch gewesen, die Bibel in's Spanische zu übersetzen: Wir lesen nämlich daselbst: Por lo qual queriendo eomplazer a mi deseo que siempre fue amigo del universal proveeho (aunque algunos diran que del mio, de cuyas lenguas no pretendo delenderme pues para mi tiengo que no ine ofenden) hize trasladar en nuestro Espanol. puesque las otras naciones no se pueden en este benehcio quexar de sus naturales (1) Sephardim romanische Poesien der Juden in Spanien ein Beitrag zur Literatur und Geschichte der spanisch-portugiesischen Juden von Fr. M. Kayserling. Leipzig Hern. Mendelssohn 1859. (2) Estudios historicos, politicos y literarios sobre los de Espana Madrid 1848 in 4 por Don Jose Amador de los Rios. (3) Und zwar sind es folgende Zeitschriften: 1) El Nadmißl erscheint in Constantinopel, Galata Rue Mehkeme Perchembe Bazar Nro. 8, redigirt von Marco Maiorcas 2) U Tiempo, gleichfalls Constantinopel, Galata redigirt von Chajjim Carmona 3) La Epoca, redigirt von Sadi Haveli, erscheint in Salonichi 4) La esperanca redigirt von Raphael Josef Chazqn erscheint in Smyrna 5). El. corriero de Vienna und 6) La politica herausgegeben von A. Semo in Wien; von .;omselben wurde auch die Monatsschrift: Guerta de historia einet Art ...Gartenlaube" redigirt. '; ' ' (4) Bib'ia en lengua espauola traduzida , palabra por palabra de la verdad hebrayea por muy excelentes letrados. Vista y examinada per el oficio de la Inqiiisicione. Ferner war die Uebersetzung des Vontalench s mit hebräischen Buchstaben gedruckt, Constantinopel 1552 zu unserer Verfügung gestellt.

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