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Das jüdische Centralblatt · 1882-02-15 · 4 (15.2.1882) · p. Seite 38

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
4 (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 DAS JÜDISCHE UENTRALBLATT. Aus einen Briefe des Oberrabtoiners von Sarajevo, Ehrwürden Herrirr Leon Fitizy, an den Redacteur dieses Blattes. Die Sephardirh. die in Sarajevo wohnet, s:ind nahe an 200 Familien, die an 2000 Seelen bilden, und haben 2 Synagogen. Ein Theil der Israeliten lebt in .Armut ein anderer Theil ist wolhabend und nur ein ganz geringer Theil ist. reich Die meisten von ihnen sind Handwerker als Schneider, Tischler. Schuster und ähnliche Gewerbe, einige sin« Kaufleute; sämtlich sind gutmütig und mit ihrem Lose zufrieden, obwol sie in dem Schweisse ihres .Angesichtes ihr Rrod Sie verdienen. Sind in hohem Grade wolthätig und leben treu den Satzungen der Religion und den Gesetzen der Behörden. Auch fügen sieh die Sephardim deiB österreichischen Wehrgesetze und geben ihre. Söhne zum Heere Hunt iriUüjrr <</.< >l>, anderen in Sarajevo wohnenden confessionen: Überdies* sind 100 deutsche Familien (aschekenasim ) | die seit der Oecupation daselbst leben, eine eigene Synagoge haben, bis jetzt aber ohne Rabbiner sind, und in religiösen Angelegenheiten sich an mich wenden. Sie sind meistens Kautieute und wohlhabend, und erfreuen sich einer allgemeinen Beliebtheit. Gleichzeitig fügen wir eine Berichtigung und Ergänzj ung zu dem aus Klaic Rosna von uns gegebenen Aufsatze: j Über die Juden in Bosnien, hinzu n. z. Der bosnische \ liirkf wurde nach nicht umsonst vor* eitlem Jnd.cn Fleisch nehinen, Weil er es unrein Halt. Aber auch nicht von einem Christen; denn die Mosleraen haben ihre eigenen Schlachtregeln, essen daher niemals Fleisch j> von einem Thiere, das ein Jttde oder Chris' geschlachtet hat. Brülls | populaerwissenschaftliehe Monatshefte, Fehmar 1882 in dem Aufsätze. Ueber das Leben der Juden in Arabien von Dr. A. Stein in Prag p. 20. Autobiografia di S. D. Luzzato preceduta da alcune notizie storico-letterarie suila famiglia Luzzatto a datare dal secoto XVI. Aus dem Italienischen iu's Deutsche übertragen und mit. Anmerkungen versehen von Dr. M. G. Ein Theil dieser Biographie erschien zuerst in Isidor Busch's Jahrbuch für Israeliten desJahres 560« (1848), das Italienische Original gieng bei Busch's Überfahrt nach Amerika verloren, und das uns vorliegende Italienische ist eine Rückübersetzung aus dem Deutschen aus der gelehrten Feder des Dr. D. Lolli. Wir selbst konnteu uns das Busch'sche Jahrbuch nicht verschaffen. M. (i. Der Herausgeber dieses Jahrbuches (Busch) bat mich, ihm Materialien für meine Biographie zu liefein, und stellte es mir frei, einen mir tauglich scheinenden Bearbeiter zu wählen. Wol hätten einige meiner theuren Freunde sich gerne dieser Arbeit unterzogen, doch habe ich sie selbst übernommen. Meine Eigenliebe verliert dabei, der Leser hingegen gewinnt dadurch, denn wek Wert kann man dem Lobe, das ein Freund uns spen oder das ein Schüler seinem noch lebenden Lehrer gi beilegen V Vielen dürfte es überdies nützlich Und angenehm « scheinen den Ursachen nachzuforschen, welche den Ge und das Herz eines Mannes bildeten, der sei es n Recht oder nicht — eine Berühmtheit erlangt hat, u dessen Tätigkeit hoffentlich nicht ohne Einfiuss ä einen Theil seiner Glaubensgenossen sein dürfte. Aue hielt ich es für meine Pflicht mir eine so günstige Gel genheit nicht entgehen zu lassen und öffentlich Danji all denen abzustatten, die seien sie nun lebend oder tod auf meine Erziehung und meine Efitwickelung einen wohl tatigen Eiüfluss ausgeübt haben. Die-Bescheidenheit, die mir höflicher Weise in vorigen Jabrbuc.be beigelegt wurde, hätte mich villeicht binden sollen Daten zu meiner Biographie zu liefern, mein* Moral aber gründet sich mehr auf Liebe ah auf Ehre mchauf das Gebissen als auf Förmlichkeiten. Ich befolge hierin den Grundsatz der Talmudisten ^v^J/^ pTb ™r "~ bn^iK —" .s% —r rar HWS weiss wol, dass ich kein Prister bin/ weim mir meine Genossen aber sagen: Besteige den Pult (um den Segen zu ertheilenl so besteige ich ihn (und ertheile den Segen). Mendelssohn wollte bei ähnlicher Gelegenheit nicht die Daten zu seiner Biographie geben, aber er hatte seine guten Gründe biezu; denn dieGeschicbte seinesLebens konnte nicht losgetrennt werden von der Darstellung des damals üblichen/ Erziehungswesens in Norddeutschland und von den Hindernissen, die damals überwunden werden mussten; und dem setzte sich eben so sehr seine Bescheidenheit wie die Anhänglichkeit an seine Glaubensgenossen entgegen. Diess trifft aber bei mir nicht zu, weil in Italieh das Widerstreben gegen Cultur und Wissenschaft niemals Wurzel fasste; überdiess ebneten die weisen und gnädigen Gesetze Josefs II den Weg zu den höheren Studien. Auch in anderer Hinsicht unterscheidet sich die Zeit Mendelssohns von der unsrigen. Damals betrieb man nicht das Studium des Alterthums, man bekümmerte sich nicht um alte Manuscripte und um Schriftstellernamen, um deren Vaterland und Blüthezeit. Ich aber beschäftige mich seit einer Reihe von Jahren i mit solchen Untersuchungen (l )und viele meiner Freunde (1) Einem intimen Freunde, der ihn bat, seina eigenen Studien diesbezüglich zu veröffentliche», antwortete er de dato '.». October 1840: Was die Teschubot Hageonim betrifft" ]H*fi*l^£'"rT* so gebe mir Gott die Kraft, die Arbeit zu vollenden. Sie ■werden ein ewiges Montvmmt sein, von unermessliebem Nutzen für die Nation und für die lieligicm. Es handelt sich darum Kasein wieder aufleben zu lassen, seine Briefe lesen zu lassen und die anderer! Manner ähnliehen Charakters, nämlich aufrichtiger Ebräer ohne j Falsch und Trug. In diesem Jahrhundert des Betruges und der Zweizüngigkeit könnte man kaum solche Muster der Schönheit und der Aufrichtigkeit enstehen lassen; die Vorsehung wollte gerade dasn jene Schätze durch so viel Jahrhunderte verborgen bleiben, damit ihre Wirkung in unserem Jahrhundert eine desto grössere sei Dr. J. Luzzatto.

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