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Der israelitische Bote · 1879-09-29 · 39/40 (29.9.1879) · p. [Seite 7]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
39/40 (29.9.1879)
Date
1879-09-29
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German
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Elsdorf im September. fiJtPPI t?K1 wurde die Hiesige Gemeinde durch ein eben so sinniges als Werth- Dolles Geschenk überrascht. Fräulein Stolzenberg aus Esch, Wohlthäterin im wahren Sinne des Wortes, be schenkte die Gemeinde mit einem i£Hj?p| * *62. Dieser prachtvolle Kunstgegenstand ist angefertigt von den Herren Gebr. Cassel in Cöln. Der Vorsteher Herr Hirsch dankte der Spenderin im Namen der Gemeinde mit kurzen innigen Worten. Fr. St. ist dem Veilchen gleich, das im Verborgenen blüht und seinen angenehmen Duft dem Wanderer mittheilt. Sie bedachte in kurzer Zeit nacheinander das israel. Asyl, das jüdische Lehrer Seminar zu Cöln, das Waisenhaus in Paderborn mit angemessenen Geldsummen und tilgte eine Hypothekenschuld von 1500 Mark, die auf der hiesigen Synagoge ruhte. Alles ist mit Willen und auf Anlaß ihres vorigen Jahres leider viel zu früh verstorbenen Bruders n"V '“niT 12 yit?öt? S)D*P geschehen. Derselbe, ein frommer Jehudi, hat durch strenge Redlichkeit, aber auch unermüdlichen Fleiß, sich ein anständiges Vermögen erworben. Herr Stolzenberg war, wie seine Geschwister — die jahrelang friedlich zusammen harmonirten — nicht geheirathet. Die Matrone ist 79 Jahre alt; sie ist körperlich und geistig frisch und steht noch unermüdlich ihrem Manufacturgeschäft Dor. 21t2 Ü'P war sie bei den niD2t?n V26 früh in der Synagoge, obschon sie von hier eine halbe Stunde Weges entfernt wohnt und harrte bis zum Schlüsse aus. pmnJI ptn ptn Möge Fr. St. in diesem Sinne noch lange wirken! Möge sie Gott verzeichnen O^nn 1DD2, daß sie zum Glücke der Gemeinde Elsdorf und in Gesundheit noch lange lebe! Dann erwirbt sie sich Denkmäler r>1)2!21 D^2D 212 einen übty Dt? — rfD'> *6 1t?K. F. Mellrichstadt, 26. Sept. Es hat sich in Wüyburg ein Comii6 gebildet aus den Herrn A. Blum, I. Schlenker in Würzburg, S. Ehrenreich, N. Eschwege, in Höschberg rc. zur Gründung eines jüd. Lehrer-Vereins vorerst für die Provinz Unterfranken. Die genannten Herren haben zu besagtem Zwecke eine Versammlung sümmtlicher Collegen erwähnter Provinz auf den 6. October d. I. nach Würzburg berufen. Ueber das Ergebniß werde ich Ihnen m'K Bericht erstatten. Exin, 21. Sept. (Priv. Mitth.) Das alte Gotteshaus war seit Jahren baufällig und trotz der Stützen, die es vor langer Zeit erhalten hatte, drohte es immer mehr und mehr dem Einsturze, ohne daß eine Stimme sich für einen Neubau erhoben hätte. Da weckte plötzlich die Katastrophe in Strelno die Gemüther eines großen Theiles der Gemeinde zum Neubau, und es entspann sich ein Kampf für und gegen den Bau, dem glücklicherweise zu rechter Zeit die Schließung des morschen Gebäudes von Polizeiwegen ein Ende machte. Im Monat April d. I. schon kontrahirte die Gemeinde mit dem hiesigen von un^ wohlgekannten Maurermeister v. Staborowski; es erfolgte sofort der Abbruch des alten Gebäudes und der Beginn des Neubaues, .dessen feierliche Einweihung bereits am 15. d. Mts. stattgefunden hat. Der Bau mit seiner inneren Ausstattung ist nach dem Urtheile Aller, darunter auch Sachverständiger, dauerhaft und im geschmackvollsten Style ausgesührt, und hat der Bauunternehmer hierbei weniger auf Gewinn als auf den Ruhm seiner Tätigkeit gesehen. Mit derselben Uneigennützigkeit ist der Altar im maurischen Style gebaut, vom Bildhauer Goldbaum in Bromberg künstlerisch und mit einer großen Eleganz hergerichtet. Beide Bauunternehmer haben sich mit der glänzenden Ausführung sowohl des Tempels als auch des Altars ein Denkmal in der Gemeinde gesetzt. Am Einweihungstage war das Gotteshaus mit Kränzen und Guirlanden durch einen Gärtner dekorirt worden, und die ganze innere Ausstattung befriedigte die vielen Anwesenden ohne Unterschied der Konfession. Um drei Uhr Nachmittags setzte sich der ganze Zug nach dem gemietheten Betlokale in Bewegung, um'von dort die Thorarollen nach dem neuen Gotteshause zu übersiedeln. Dem imponirenden Zuge folgte auch der Herr Landrath als Ehrengast und im Aufträge des Herrn Regierungs-Präsidenten. Als der Zug vor dem Gotteshause angelangt war, überreichte Herr v. Staborowski den Schlüssel einer jungen Dame, die ihn auf einem gestickten Kissen dem Vorsteher der Gemeinde mit ' einigen Worten überlieferte. Dieser übergab den Schlüssel unter kurzer Ansprache dem Herrn Landrath und bat das Heiligthum zu öffnen. Herr Landrath Kleffel betrat die Schwelle des Eingangs, dankte der Gemeinde für die Ausführung des Baues und ermahnte sie zum Frieden miteinander. Hierauf öffnete derselbe die bis dahin geschlossenen Thüren. Der zur Feierlichkeit herberufene Kantor Berggrün aus Rakel eröffnete die Feier durch Recitation mehrerer Psalmen und Gebete mit volltönender überraschend schöner Stimme. Nach Beendigung der üblichen Gesänge und Gebete betrat der von der Grundsteinlegung her der Gemeinde bekannt gebliebener Herr Rabbiner Dr. Pleßner aus Rogasen die Kanzel, beleuchtete in schwungvollen und kräftigen Worten die Bedeutung der Feier, ermahnte und belehrte die Gemeinde zur Einigkeit und zum Frieden. Herr Dr. Pleßner wird unzweifelhaft der Gemeinde im Andenken bleiben. Mit dem Gebete für den König und das königliche Haus, sowie für seine Räthe schloß die seltene Feier. Abends fand ein Mahl von 50 Gedecken statt. Die Toaste des Herrn Dr. Pleßner und die Gesangvorträge des Kantors Berggrün bei dem Mahle erheiterten die Gesellschaft und so endete das schöne Fest in bester Ordnung. Oesterreich. — Einsturz einer Synagoge. Am ersten jüdischen Neujahrsfeiertage hat sich in Szolypa im Beregher Komitat (Ungarn) ein gräßliches Unglück ereignet. Im Bethaus der dortigen jüdisch - orthodoxen Gemeinde, welches über einem öffeullichtw Bade erbaut ist und sich schon seit Langem im baufälligen Zustande befand, ist während des Gottesdienstes der Fußboden der Frauenabtheilung eingesunken und bei vierzig Personen stürzten in das unter diesem Theile befindliche Badebasstn. Die Szenen, welche sich während und nachdem das Unglück geschehen, abspielten, spotten jeder Beschreibung. Die Synagoge war an diesem Tage im buchstäblichen Sinne des Wortes überfüllt und Alles betete andächtig, als man plötzlich ein unheimliches Knattern und Brechen vernahm. Das Gebäude wankt mit einem Male in allen Fugen, Staub wirbelt auf und vor den Augen der Beter versinkt ein Theil der Frauenabtheilung unter gräßlichem Hilfe- und Wehgeschrei der mit in die Tiefe Stürzenden. Die Verwirrung, welche nun entstand, läßt sich auch nicht annähernd charakteristren und es ist ein Wunder, daß durch dieselbe nicht noch größeres Unglück herbcigeführt wurde. Die Anwesenden flüchteten nach den Ausgängen und es entstand ein solches Gedränge, daß die Thürpsoften des Hauptausganges auseinander gedrückt wurden; nur Wenige waren muthig und besonnen genug, im Hause zu bleiben, um den Verunglückten hilfreiche Hand zu bieten. Einige ließen sich sogar nicht einmal in ihrer Andacht stören, und trotz Wehgeschrei und Hilferufen und trotzdem der bedenkliche Zustand des Hauses das Aergste befürchten ließ, blieben sie ruhig an ihren Bettischen stehen und beteten inbrünstig weiter. Ueber die Anzahl der zu Grunde gegangenen Menschenleben liegen — in Folge des im ganzen Orte herrschenden Chaos — noch keine authentischen Mittheilungen vor. Etwa zwanzig Frauen und einige Kinder sollen erschlagen und erdrückt und noch ebenso viel theils schwer, theils leicht verwundet sein. B. V. Z. Vermischtes. — In Genua ist plötzlich ein — Kohlenträger, welcher am Tage seine Säcke durch die Straßen schleppt, mit Erfolg als dramatischer Dichter aufgetreten. Der Mann heißt G. B. Vigo, sein erstes Drama ist Stefania betitelt und mußte drei Abende hindurch vor vollem Hause wiederholt werden. Die Genuesische Zeitung „Popolo" versichert, daß das Drama trotz vieler Mängel, welche bei der ersten Arbeit eines literarisch nicht gebildeten Mannes unvermeidlich seien, eine außergewöhnliche Begabung bezeuge. Beim Herausrufen erschien der Dichter in einer weißen leinenen Jacke vor dem Publicum! . . ._ Briefkasten der Redaktion. Viele der uns in jüngster Zeit in so großer Zahl zugegangenen Manuskripte und Correspondenzen konnten leider nicht berücksichtigt werden, doch soll im Laufe der Zeit Erledigung resp. briefliche Benachrichtigung eintreten. Schließlich danken wir recht herzlich Allen denen, welche uns zum Jahreswechsel in so inniger Weise ihre Freundschaft und Anhänglichkeit kundthaten. Ball-Comit6 in Alfter: Inserat „mm nnttt?* Ball« blieb unberücksichtigt, weil wir keine Veranlassung dazu geben wollen, 21D DT' Die Expedition. Spenden -Verzeichniß. Für den Aufruf in Nro. 35, 36 u. 37 sind weitere Spenden zu verzeichnen. R. C. Brüssel 5 Mk., S. K. Witten 3 Mk., N. N. Aachen 10 M., H. Poststempel Hamburg 15 M., V. Z. in M....n Sammlung 32 M. 50 Pf., Poststempel Coblenz 3 M., N. N. N.... d. 2 M., I. L. Hannover 10 M., (durch zwei Herren in Köln collektirt N. B. 10 M., H. I. 3 M., C. L. 5 Mc., Domino-Gesellsch. 12 Mk., Cito 51, Ungenannt 50 M. als einmalige Gabe Z. B. 100 Mk., K. 1 M., 0-h 25 M., N. N. Unverzinsliches Darlehn 150 M., 12 B. 2 M.) (Weitere gefl. Theilnahme erbeten.) 222. Junge, fette Gänse JS versendet gegen Nachnahme Pfd. zu 55 Pfg. 2052 A. Goldschmidt, Lippstadt. Auf besonderen Wunsch haben wir die Rede vom 2. Sept. (Sedanfeier), welche wir in Nr. 37 gebracht, in einem Separat-Abzug drucken lasten. (Preis 25 Pf.) Ferner eine Biographie: das „Haus Baron Moritz von Königswarter" in Wien. (Preis 25 Pf.) Zu beziehen von der Expedition dss. Bl. Auch offeriren wir noch eine Broschüre die »Mischehe", Verfasser Herr Prof. L. Kahn in Brüssel, ins deutsche übersetzt. (Preis 60 Pf.) Nächstens gelangen zum Abdruck 3 Reden gehalten am mt?n t?K11"K rot? Hill? u. 11321 D'P von Herrn G. Rosentheil in der Religions-Gesellschaft ^Klt?*» bnp dahier. Ä£tn tüchtiges Mädchen für alle Hausarbeit gesucht. Adresse postlagernd M. S. Euskirchen. 2505 Französisch, Deutsch, Englisch Israel. Mädchen-Prnfionat I. Ranges verbunden mit Vorbereitungs-Cursus für das Lehrerinnen-Examen. Trier a. Mosel. Vorzüglich empfohlen. Bedingungen mäßig. Angaben von Referenzen, sowie Prospecte rc. auf Anfragen bereitwilligst durch die Vorsteherin 2508 Josephine Fraenkel. Zwei tüchtige Gerbgesellen gesucht von 2506 K. Löbscher in Sonsbeck. CJJur ein En Gros-Geschäft in Cöln in welchem $1 O u. n2t? streng geschlossen ist, wird ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann unter günstigen Bedingungen als Lehrling gesucht. Franko Offerten unter 8. M. bes. d. Exp. (250l) Gebet-Bersarnmlung der Religious- Gesellschaft b«it?,> bnp Das Vereins-Lokal befindet sich Heisterbacherhofstraße Nr. 2, Parterre. Oct. 1. rVDD 2iy, nrn dt» nhip 5 Uhr 20 M. „ 2. „ '1 ,« „ „ 2) nnro8u$rl53tt« tt w r> tt n n » H3D 4 „ tt // tt tt 2 n ii H2p 6 „ „ 3. „ » tt tt 0 mit? 8 „ „ f, » » „ „ ,nn:D — nnt? rrap 5 Uhr. » 4.»( nnon mw (ninp) 8 „ 15 » „ Sabbathausgang 6 Uhr 23 M. „ 5.6. u. 7. imi hn nnnt? bw ni>sn 6 30 „ nnyö ». nn:D 5 — „ 8. s) >0-1 >own „ , „ „ 6 — » 9.6) rmy wüw „ * „ „ 8 15 » ir nroo , 4 — „ » 7) mm niDt? mnp 6 — „ 10. „ „ rinnt? pt 8 15 „ * nmö nbsn — nntr n^np 4 45 „ 11.8) iwiCQ mw — nnnt? 8 15 " „ nmo „ 4 - „ Neumondsverkündigung b 6 „ Sabathausgang 6 3 » 17. u. 19. 'pt?n Win WH1 a"v X"2 msnn "in« onrnm 1) V'D 2) .T"2 3) n » ~~ 4) .X'‘D n"S Y‘2 5) n"D 6) .msp ^"2 7) D"bp 2"2 8) October 2. und 3. IVOD- „ 4) imn "n nnt? man ließt au<$ rbnp » 5., 6. u. 7, ^Ivn 7in „ 8) «21' «win » 9) ni2y " 10) *rnm nnDt? „ ii) **n^t?«ii row *) npinn n«n enthält: Moses Abschiedssegen. Moses stirbt, 120 Jahre alt, auf dem Berge Nebo (nordöstlich vom tobten Meere) von ganz Israel betrauert. (Hasthora: Jes. 1. f. Vorschriften für nnDt? mm. **) enthält: Schöpfung der Welt. Das erste Menschenpaar im Paradiesei Die Versuchung. Die Sünde und deren Folge. Die Beschwerden des Menschen. Seine Sterblichkeit. Cayn und Hebel. Das erste Opfer. Neid, Haß und Brudermord. Gottes Strafgericht. Die ersten Nomaden. Die ersten Erfindungen : Zyther und Flötenspiel, Eisenschmiede, Geschlechtsregister von Adam bis Noah. Vermehrung und Verderben der Menschen. (Hasthora: Jesaia 42, 5 bis Kap. 43.)

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