Der israelitische Bote
- Journal
- Der israelitische Bote
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 14/15 (3.4.1879)
- Date
- 1879-04-03
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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glücklichen Zeit der Freiheit des früheren Druckes demüthig-dankbar zu gedenken, und alle Ceremonien des Festes uns mit Zuversicht auf die verheißene Zukunft Israels erfüllten. ünw*? nau p mis mob imat nty«a. Trier a^Kn BHna. Michel Levy. JeilunASnachrichlen und Korrespondenzen. Deutschland. Schluß. Siehe unter Bonn vorige Nummer. Bonm Die Sache, die mehr als in einer Hinsicht merkwürdig ist, wird demnächst wiederum und zwar in Köln zur Verhandlung gelangen. Wir geben nun in Nachstehendem ein genaues Verzeichniß der der man zugehörmdenGegmftände. Inventar der LNvn ni^m man A. min IDO Gesetzrolle, bezeichnet unten am Rande mit den Namen der Mitglieder und das Jahr der Welt, wie dasselbe sich aus den in p"S^ DWKn niDty näher bezeichnten Buchstaben ergiebt 122 Jahre. ' (I. d. W. 5517) t«-» pn Hierzu a. eine silberne, mit Schellen und Krone reich verzierte Rollen-Einfassung am yy, aus zwei gleichen Theilen bestehend; b. ein silbernes, mit schiebbaren Platten, für alle Festtage des Jahres, mit deren Namen versehenes, reich verziertes Vorgehänge: m, unten bezeichnet mit n"Ü mar6 "pty und oben mit den die Jahreszahl enthaltenden Worten: mm n p'» iDy^? ny 'n (p"s^ n"apn) 115 Jahre. Diatya lDy na „Gott gebe Macht seinem Volke, Gott segne sein Volk mit Frieden". Ps. 29. V. 11. e. "ii eine silberne Zeigehand. ä. Thora-Bekleidung: Mäntelchen und Windel, ersteres altverziert. 6. Eine altverzierte (1D*>D^K) Tisch-Decke mit zwei gleichfalls verzierten Nebendecken. 8. nDlS Vorhang, reichverziert, dessen oberer Kragentheil mit der Inschrift min ma, darüber der Spruch: nty» bpi ty nn nsa naüi »sa vn :m>Dtyaty -ps« yim niryyb „Sei muthig, wie der Leopard, Leicht wie der Adler, Schnell wie der Hirsch Und stark wie der Löwe, Um den Willen deines himmlischen Vaters zu erfüllen!" (Sprüche der Väter 5. 23.) und darunter: muD ,D^sn nrb ,ninib vity (Leuchter) (Schaubrode) (die 2 Tafeln) anin naiD myn: ii» (goldener Altar) (kupferner Becken) das Ganze mit entsprechenden Verzierungen. Gesetz gebeugt hatte, genoß er in Frieden die Liebe! eines dankbaren und glücklichen Volks, hatte seine Freude! am immer wachsenden Wohlstand, und fand Erholung von den Arbeiten der Regierung am Herzen eines geliebten Weibes. Nur die Aussicht auf einen Erben fehlte noch zur Vervollständigung seines Glücks. Endlich sah er auch diesen Wunsch seiner Erfüllung nahe, und nun hatte er nichts mehr vom Himmel zu begehren. Als der Arzt ihm die glückliche Niederkunft Esterka's mit einem Sohn meldete, umarmte er ihn in überschwänglicher Lust. Er ahnte nicht, daß die Geburt dieses Kindes Anlaß zu dem Kummer geben sollte, der ihn in's Grab stürzte. Er rief seine Hofleute zusammen und theilte ihnen die frohe Botschaft mit. Er ließ Almosen vertheilen, verordnet Dankgebete in allen Kirchen, und gebot, durch das Geläute aller Glocken den Bewohnern von Krakau verkünden zu lassen, daß Gott ihm einen Erben geschenkt har. Glücklich in der Hoffnung, noch lange genug zu leben, um in seinem Sohne einen Vollender des von ihm angefangenen Werkes zu erziehen, saß Kasimir am Bett Esterka's und betrachtete mit Wonne bald die Mutter, bald das Kind. So vergingen mehrere Stunden. Aber weder das anbefohlene Geläute aller Glocken, noch der Freuderuf des Volks ließ sich vernehmen. Der auf, rief seine Hofleute und fragte, ob seine Am Vorhänge selbst befindet sich unten die Inschrift: joiap"p*T n"» «t^ipmani» w 142 Jahre. (I. d. W. 5497) p"sb V'itn Selbige, sowie alle vorher benannten Inschriften auf den Bekleidungen bestehen aus von Silber gewirkten hervorstechenden Buchstaben. 0. . . . Ein großer, silberner Kelch worauf sich die Namen der Mitglieder der man von früher und jetzt eingraphirt vorfinden mie silbernem Deckel. I) .... Ein silbernes Reinigungsgeräth (nntDÜ* Leget oder Schöpfer). EI . . . . Ein silberner Nagelreiniger. F . . . . Ein (nnDD) Reinigungs-Brett *). G . . . . Bücher a. ("ID^D-Buch) Seelengedächtnißbuch aus dem Jahre T"sn, in Folge eine, Ueberschwemmung im Jahre d. W. Y'Dpn von dem minn p ^«nty 'n nsio n^n mayt ,m\ nann *6 niDn neu ausgenommen. Letztgenannte Jahreszahl ergiebt sich aus der Titelunterschrift: linnan ntn wan maa pot hm 95 Jahre. (I. d. W. 5544);p"a!? yitwnn p b. ra; o. apyi py, die größere Ausgabe. 8. . . . Leuchter, etwa 4 brauchbare. I . . . . Zwölf Stühle \ ebenfalls von der man K. . . . Zwei Tische / vor wenigen Jahren angeschafft und bezahlt. Trotzdem die man eine uralte ist, und niemals eine Gemeinschaft mit der Gemeinde gehabt hat, auch stets ein selbstständiges religiöses Institut bildete, meint der jetzige Vorstand das Eigenthumsrecht an die man für sich beanspruchen zu können. Es wird diese Meinung in der Hauptsache dadurch motivirt, daß die fraglichen Gegenstände zufällig in dem alten Gemeindehaus, in welchem auch die man stets ihre Zusammenkünfte und gottesdienstlichen Handlungen vornahm, untergebracht waren. Essist dies wirklich eine Ansicht, die nur mit dem Ausdruck „Curiosum" bezeichnet werden kann: Gerade sowie noch in jüngster Zeit vom Herausgeber d. Blattes als Vorsteher der man Tische, Stühle, rc. gekauft und aus der man-Cassa bezahlt wurden, gerade so — sagen wir — sind auch die früheren und älteren Gegenstände von den Mitgliedern der man gekauft, bezahlt und gespendet worden. Gerechte Zweifel steigen in uns auf, wenn wir die Frage uns auflegen, ob der Vorstand der Gemeinde diese Gegenstände überhaupt kennt oder 1 jemals genau besehen hat. Selbst am min nnDty wurde das nsv-n nur dem Vorstand der man zum Tragen übergeben. Deutlich hörte man jedesmal den Ruf: „Herr Vorsteher der,n"i"n'. Hatte dieser sich dann gemeldet, so erfolgte die Uebergabe des ISO man an denselben. Was würden die alten, schon längst in Frieden ruhenden Mitglieder zu solchen Thatsachen? — was würden sie sagen, wenn ft reden könnten. Hoffentlich wird das heilige Gut uns erhalten bleiben. Haben wir die Ehre, so werden wir den Ausgang des Prozeffes so bald, wie möglich mittheilen. *) Von der man vor einigen Jahren neu angeschafft und bezahlt. Befehle ausgerichtet seien. Niemand antwortete^ Endlich trat Jakob von Melchtin bleich und niedergeschlagen vor. Ungeduldig fragte ihn Kasimir: „Hast Du den Priestern geboten, Gebete herzusagen?" „Ja, Herr König." antwortete der Greis. „Und warum hat der Klang der Glocken den Bewohnern Krakaus noch nicht verkündet, daß ich Vater bin, und daß Polen einen Thronerben hat?" Jakob von Melchtin zögerte mit der Antwort. „Sprich!" rief der König ihm zu. „Herr König," sprach der Greis, „die Priester haben geantwortet, die Glocken christlicher Kirchen seien nicht dazu da, die Geburt des Sohnes einer Jüdin zu feiern." „Was sagst Du?" „Die Wahrheit, Herr König." „Wie, in meiner ganzen Hauptstadt findet sich kein Priester, der so treu, so aufgeklärt, so dankbar, so klug wäre, um einzusehen, daß dies Kind mein Sohn, mein Fleisch und Blut ist, und daß ich ihm mit dem Schwert in der Hand Achtung verschaffen werde?" „Nicht ein einziger." „Und der Bischof von Krakau?" „Er wartet mit den vornehmsten Priestern und mit den Wojewoden des Reichs auf Gehör bei Euch." „WaS wollen sie von mir?" schrie Kasimir. Bonn. Im „Wiener Jsr." lesen wir folgende Bekanntmachung: Nachdem in letzterer Zeit aus der Klaus in Drawno viele DH2D entwendet wurden, werden wir ersucht bekannt zu geben, daß sämmtliche WIDO mit den Worten "nüiy ni^pn^ "pty" versehen sind und bittet der Vorstand der tn^p im Falle solche WIDO zum Verkaufe angeboten werden, den Dieb festzunehmen und hiervon den Vorstand des T>l^p in Kenntniß zu setzen. Berlin. Der Kaiser hat im Namen des Reiches die von den Wählern des isrel. Conststorialbezirks Lothringen vollzogenen Wahlen des Bürgermeisters Leon Grumbach zu Sargemünd, des Kaufmanns Moses D enne rY-Benjam in zu Metz und des Kaufmanns Mayer Simon Cohen daselbst zu weltlichen Mitgliedern des israel. Cönsistoriums zu Metz bestätigt. Berlin. Was das klerikale „Westpreuß. Volksbl." einen schlechten Spaß nennt. Aus R o s e n b u r g berichtet das genannte Blatt: Ein hiesiger Bürger machte sich kürzlich in heiterer Stimmung den „schlechten Spaß", mit Hülfe einiger ebenso wie er selbst etwas angetrunkener Bekannten einen in sein Zimmer tretenden Juden aufhängen, um sich an dessen Angst zu ergötzen. Erst als der Misshandelte zu röcheln begann, wurde er losgeschnitten. Nachdem die Herrn wieder zu voller Vernunft gekommen waren und die möglichen Folgen ihres Handels überlegt hatten, versuchten sie die Sache mit Geld tot zu machen; doch ist die Untat bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. B. V. Z. Berlin. Vor Kurzem hat Herr W. Maar in Bern bei Costenoble einen „culturgeschichtlichen Essai" erscheinen lassen, der den Titel führt: „De»- Sieg des Judenthums über das Germanenthum". Als Motto trägt die Schrift: „Vae Yictis“. Herr Maar glaubt sich noch immer als Schutzengel Deutschlands berufen und glaubt) daß von dem socialen Kampfe gegen das Judenthum der Bestand Deutschlands bedingt sei. Wer seine früheren Agitationen gegen Juden und Judenthum kennt, wird seine Versicherung, daß er keinen Judenhaß proviciren, sondern von einer reinen Objectivität sich leiten laste, zu würdigen wissen, zumal ein bereits vor Jahren erschienenes Buch: „Der Judenspiegel" beweist wohin der Verfasser zielt. Sein Hauptbestreben ist, die Augen der Welt auf sich zu lenken. Das oben genannte Buch bietet uns die verschrobensten Ideen dar und behüten wir uns vor, später darauf zurückzukommen. Nur ist es zu bedauren, daß ein Schriftsteller, der Stern bereits verblichen, in dieser Weise wieder sich einen Glanz verschaffen möchte. Groß-Strehlitz. Am 23. Febr. beging das hiesige hochgeschätzte Jakob Grätzer'sche Ehepaar die seltene Feier seiner diamantenen Hochzeit. Am Ehrentage fand morgens in der Synagoge, die von zahlreichen Angehörigen und Freunden des Jubelpaares angefüllt war, ein feierlicher Gottesdienst statt. Herr Rabbiner Dr. Deutsch aus Sohrau hielt eine weihevolle, gediegene Festrede. Von allen wurden dem Jubelpaare Beweise der regsten, innigsten Theilnahme entgegen gebracht. Nachmittags um 4 Uhr fand ein Festmahl statt, an welchem 90 Personen sich betheiligtrn. Auch das Jubelpaar nahm an dem Freudenmahle bei so hohem Alter mit seltener Rüstigkeit theil. Altona. An einem der jüngst verflossenen Sonnabenden hielt der Ettlinger-Verein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Hermann Heymann erstattete einen ausführlichen Bericht über die bisherigen Leistungen dieses Vereins sowohl, als auch über seine finanzielle Lage. Der Verein besteht seit „Sie wollen Euch erklären, warum sie Euren Be fehlen nicht gehorcht haben." Der König eilte in den großen Saal,' wo er die angemeldeten Großen beisammen fand. „Edle Herrn," redete er sie an, „wenn der geringste Eurer Knechte das Glück hat, Vater zu sein, so steht es ihm zu, sich zu freuen, und der Beistand der Kirche zur Bezeugung seiner Freude in Anspruch zu nehmen. Ich allein, Euer König, bin, wie ich sehe, von diesem Recht ausgeschlossen. Mir allein verweigert die gesammte Geistlichkeit ihren Segen; für mich allein verwandelt sich der Jubel in Trauer." „Herr König," erwiederte der greise Bischof, „dem König haben wir Gewährung seines Wunsches verweigert, nicht dem Vater. Stets sind wir den Piasten ergeben gewesen, welche unsere Rechte achteten, und den ihrigen Achtung verschafften. Ihr habt uns stets auf Euerer Seite gefunden bei Allem, was Ihr für das Beste des Landes und für den Ruhm Euerer Regier- Eben so werden wir auch unsere len den Fürsten, welchen Ihr als zeichnen werdet. Wir sind bereit, M einem ehelichen christlichen Kind?" cht ebelich?" Die Kirche hat nicht die Bande an seine Mutter knüpfen. ung gewollt cf Schuldigk»le-en Eueren uns zu^ Lust geheilt.