Der israelitische Bote
- Journal
- Der israelitische Bote
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 8 (20.2.1879)
- Date
- 1879-02-20
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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•löj^ pp DT>1 ' Hoch hebt Er das Horn seines Volkes; ^2^ zum Ruhme gelangen alle seine Frommen und Alles jubelt laut! v^n- Trier. Michel Levy. Die talmudischen Hrundsätze über Schechitah und Terepha. Fousitzurg u. Schluß. (Siehe Nr. 5.) 11. Der Fall von einer ansehnlichen Höhe begleitet von sehr ernstlichen Symptomen. 12. Bruch der meisten Rippen; dieser Fall wird heut zu Tage nicht als unheilbar und schnell tödtlich betrachtet, wenn nicht die zerbrochenen Rippen ernstlich die Eingeweide verletzt haben. 13. Das Gift des Löwen, des Wolfes, des Sperbers u. s. w. welches mit der Tatze dieser Thiere in die Lebensorgane des Opfers eingedrungen ist. Es gibt dafür verschiedene Merkmale und Kennzeichen. . 14. Geflügel, welches in einen brennenden Ort fällt, so daß die Gedärme verbrannt sind; wenn die Gedärme alsdann einfach röthlich sind, so ist das Geflügel nicht trepha; wenn aber das Blut schon Verändert ist und die Farbe gewechselt hat, so ist es trepha. Die Schule des Rabbi Jsmacl hat 18 Krankheiten aufgezählt, welche als trepha zu betrachten sind. f 1) Zufällige Amputation des Schenkels. Selbst die Amputationen des Schenkels in unseren Hospitälern, welche nach den Regeln der Kunst geschehen, wo man so große Sorgfalt auf die Kranken verwendet, endigen häufiger mit schnellem Tod als mit Genesung. 2) Zerstörung eines Wirbels nach Samuel (Chulin fol. 53). 3) Geloudah, Zerstörung der Haut. Ich glaube, daß dies bedeutet, daß eine Brandwunde die Haut weggerissen hat. (Der Talmudcommentar erklärt es in anderer Weise.) Die Brandwunde, welche über die ganze Tiefe der Haut sich erstreckt ist schnellen Tod herbeiführend. 4) Haroutha, Verhärtung der Lunge, oder durch Entzündung herbeigeführte Verhärtung der Lunge; gewisse Färbungen der Lunge. 5) Zerschmetterung oder Zerquetschung des Gehirnsystems. 6) Durchbohrung des Kurkuban, des Magens beim Geflügel. 7) Das Ausreißen einer Rippe mit dem Wirbels) 1) So ist die Meinung des Rab. eines der ersten Gelehrten der Epoche, welcher während 18 Monaten zu einem Hirten in die Lehre ging, um den Unterschied zwischen den heilbaren und unheilbaren Gebrechen der Thiere kennen zu lernen (Sanhedrin fol. 5.) und der sich an die Aerzte wandte, um zu wissen, wann eine Krankheit unheilbar und trepha ist. (Chulin fol. 77.) 8. Mißgestaltung bei vierfüßigen Thieren, welche in dem Mangel einer Hinterpfote besteht oder in dem Vorhandensein einer überzähligen Pfote. 9. Durchbohrung der Milz. (Chulin fol. 55.) 2) 2) Diese Durchbohrung ist trepha, wenn sie sich findet be soumke, was sich durch den „dicken Theil" der Milz übersetzen läßt. Man sollte es vielleicht übersetzen durch 1s hile, d. h. durch die Benennung des Theiles, wo sich die Gefäße und die Nerven befinden, an denen die Milz gebunden und befestigt ist; das Wort soumki kann vom hebr. Zeitwort samak herrühren welches bedeutet: „stützen, aufrechthalten, sestbinden." „Herr König, die Zeit der Abbüßung ist vorüber. Seit vierzehn Jahrhunderten hat das Volk Israel alle Demüthigungen und alle Schmach erduldet, der Tag der Auferstehung ist gekommen. Unsere Rabbinen, über welche bei'm Gebet der Geist kommt, unsere in der Kabbalistik gelehrten Weisen und unsere Greise, welche die mündliche Ueberlieferung fortpflanzen, haben übereinstimmend verkündet, daß ein Tag kommen werde, wo zwei Menschen erscheinen, der eine auf dem Thron, der andere in einer Hütte, beide bestimmt, das Werk der Wiedergeburt der Menschheit zu vollbringen. Beide würden auf ihrem Weg eine Jungfrau finden, die ihr Herz rührte und ihnen die glühendste Liebe einflößte. Israel würde befreit, die Welt gerettet werden unter der Bedingung, daß der eine auf seine Liebe verzichte, der andere — auf sein Land. Herr König, alles Das ist unter Euerer Regierung in Erfüllung gegangen. Die Pest hat die Welt verwüstet, Kriege haben den zehnten Theil der Völker weggerafft, Israel war das Gespött der Kinder, der Spielball der Knechte, die Zielscheibe der Verfolgungen der Großen der Erde. Der Scheiterhaufen wartete Derjenigen, welche in diesem Augenblick die Krone trägt. Und diese ist die Jungfrau, welche zugleich das Herz eines mächtigen Königs und eines unansehnlichen Mannes rühren So würde man begreifen, daß eine Durchbohrung der Gefäße und Nerven ernstlicher ist, als bei den anderen Theilen der Milz. Ich wurde also die betreffende Stelle so übersetzen: Rab. Avira sagt im Namen von Rabba: Die Durchbohrung der Milz macht trepha, Nein! man muß die Meinung des Rab. Avira nicht annehmen; denn die Durchbohrung der Milz ist nur trepha — be sounike an ihrer Anfügung (das ist eine kleine Stelle, welche man hile nennt und die der Talmud mit dem Worte charitz bezeichnet, denn er spricht vom chritz der Nieren welches bedeutet hile der Nieren, wo sich die Blutgefäße der Milz und der Nerven befinden, aber sie ist nicht trepha be komische in der Weichheit d. h. in der ganzen Milz (mit Ausnahme der hile) welche weich ist; koulsche für choulsche (Raph für Hs) schwach, weich. Man findet koulsche, schwacher Verstand des Taubstummen (Jebomoth, fol. 113) miklasch kalisch, er schwächt die Kraft des Gelübdes (Nedorim, fol. 68). Nach der Uebersetzung der Kommentatoren, sollte die Gemara sagen, da die Milz, ausgenommen am Rands überall dick ist: Ja, man muß die Meinung des Rab. Avira annehmen, denn die Durchbohrung macht trepha in dem dicken Theile der Milz (welcher fast die Totalität des Organs ausmacht) nur ist sie nicht trepha in dem kleinen Theile nah am Rande, wo die Milz verdünnt ist. Anstatt dessen sagt die Gemara; Nein man muß die Meinung des Rab. Avira nicht annehmen, denn die Durchbohrung macht nur trepha b' sumke d. h. nach meiner Ansicht an dem klemm Theile der Anfügung. Ein anderer Einwand, den ich gegen die Auslegung der Kommentatoren machen würde, besteht darin, daß man nicht weiß,- welches die Grenze ist zwischen dem dicken und dünnen Theil; der eine geht in den anderen über ohne Demarkationslinie. Endlich noch ein dritter Einwand vom medizinischen Gesichtspunkte aus gibt es keinen Unterschied zwischen dem dicken und dünnen Theil. Ich erlaube mir also, diese wichtige Frage unseren Rabbinen vorzulegen, damit sie gefälligst diesen wichtigen Punkte unserer Küchengesctze untersuchen mögen. 10. Ueberzähliger schleifenartiger Darmtheil. (Chulin fol. 58.) 11. Das Aasre'ßen der Aneinanderfügung des Hüft- und Schenkelbeins mit Zerstörung der Gefäße (oder der Nerven). 12. Mit Quetschung verbundene Wunde der Niere (Chulin fol. 42.) 13. Das.Ausreißen der-Luft oder Speiseröhre. 14. Das Ausreißer: einer Nippe mit der Verbindung, was wahrscheinlich heißen will mit einem Theile des Wirbels. 15. Zerschmetterung des Schädels. 16. Zerstörung der Schenkelnerven. 17. Man hat gesehen, daß die vollständige Durchbohrung der Speiseröhre oder des Magens trepha macht. Diese beiden Organe sind im Innern mit einer sogenannten Schleimhaut überzogen. Wenn die Durchbohrung des Organes dem der Schleimhaut nicht entspricht, so unterscheidet Rab. Asche zwischen der Speiseröhre und dem Magen. Die Speiseröhre, sagt er, macht Bewegungen während des Verschluckens und Schreiens des ThiereS in der Art, daß während dieser Bewegungen das Durchbohren der Schleimhaut für den Augenblick im Einklang stehen kann, mit dem des Organs; (alsdann wird eine Entladung der Nahrungsstoffe stattfinden) folglich ist das Vieh trepha. Der Magen (er spricht von dem der Vögel) macht diese Bewegungen nicht, folglich ist das Thier nicht trepha. „Der König bin ich," unterbrach Kasimir. „Und dieser Mann?" „Dieser Mann, Herr König, ist ein Jude aus dem Hause Davids. Von Kindheit an hat er die Aufmerksamkeit der Rabbinen und der Lehrer auf sich gezogen. In seiner Wiege umgab ein Lichtschimmer sein Haupt, und man glaubte zu sehen, daß der Engel des Herrn über ihm wachte. In seinem siebenten Jahr kannte er das Gesetz und die Propheten, und antwortete aus alle Fragen mit einer Bestimmtheit, welche die Lehrer und die Alten beschämte. Ganz Israel betrachtete dies Kind als vom Allmächtigen auserwählt, um sein Volk zu retten und auf der ganzen Erde das Elend und die Unterdrückung verschwinden zu lassen. Er hat nie mehr als drei Stunden dem Schlaf gewidmet. Er wuchs im Glauben, indem er sich zum Kampf vorbereitete, und das ans der ganzen Erde zerstreute Volk Israel schwor ihm Treue und Gehorsam." „Und dieser Mensch?" wiederholte der König. „Dieser Mensch," fuhr Ben Josef fort, „half dem König Kasimir Lemberg ohne Schwertstreich einnehmen; dieser Mensch verzichtete ohne Murren auf seine Liebe, auf seine Braut, denn Gott verlangte das Opfer, damit derselbe sein Werk auf Erden vollbringen könne." 18. Endlich wird ein vergiftetes oder ein von e' Schlange oder einem wüthenden Hunde gebiff Thier als dem Menschen gefährlich, verboten. (Chu fol. 58.) Maimonides hat hinzugefügt, das Ausreißen des Oberkiefers. Im Falle eines Zweifels, ob eine Durchbohrung oder ein Zerreißen stattgefunden hat vor oder nach dem Tod des Thieres, räch der Talmud eine andere im selben Organ zu machen, wenn die beiden sich einander gleichen, so daß beide nach dem Tode gemacht sind. Wenn nicht, so ist die erste vor dem Tode gemacht worden. Alles Vorhergehende gründet sich auf wissenschaftliche Forschungen, genaue Untersuchungen lebender und todter Thiere, und der Talmud spricht sogar von einer Leichenschau einer Frau, welche von den Schülern des Rabbi Jsmaöl vorgenommen wurde, deren Organe sie aufgezählt haben. (Traktat Bekoroth, fol. 45.) Rabbi Tryphon wollte zuerst zugeöen, daß eine Kuh, welcher die Gebärmutter entrissen wurde, trepha sein sollte; aber die anderen Gelehrten haben ihm bewiesen, daß er im Jrrthum sich befindet, in dem sie sich auf die Beobachtung der Kühe Alexandrias stützen, welche man nicht aus Egypten exportiren ließ, ohne ihnen die Gebärmutter zu entziehen. Rabbi Jehuda glaubte, daß (Sanhedrin fol. 33.) ein seiner Federn beraubter Vogel trepha sein müßte, denn er könne nicht leben. Aber Rabbi Simeon, der Sohn des Chalaphta, hat feinen Jrrthum bewiesen in dem er ein Experiment an einer Henne machte. (Chulin, fol. 57.) Rabbi Abba sagt, daß der Niereneinschnitt nicht trepha macht. Die Gelehrten entgegnen, daß man oft Thiere sterben sieht in Folge eines Niereneinschnitts, erzeugt durch die Kugel eines Jägers, aber die Gemara erwidert: „Wir wissen, daß dieser Einschnitt wieder heilen kann, wenn man die noth wendigen Heilmittel anwendet. (Chulin, fol. 54.) Rabbi Asche sagt: Man soll keinen Schluß ziehen von einem Theile des Körpers auf einen anderen; denn dieselbe Wunde, welche an einer Stelle gefährlich ist, ist es nicht an einer onderen Stelle. (Chulin, fol. 48 und 76.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Bonn. Nachträglicher Bericht des am 30. Jan. verstorbenen Rabbiners Dr. A. Treuenfels. Dr. Abraham Treuenfels wurde im Dezember 1818 zu Detmold geboren. Er besuchte das dortige Gymnasium bis Ostern 1837. Nach dem er glänzend sein Abiturienten-Examen bestanden, begab er sich nach Hannoven Hier lag er im Vereine mit dem jetzigen Landrabbiner Dr. Meyer bei dem damaligen Landrabbiner Dr, Adler, dem jetzigen Oberrabbiner Dr. Adler in London dem Thorastudium ob. Im Jahre 1839 ging er nach der hiesigen Universität. Von hier begab er sich nach Frankfurt a. M. um hier bei Rabbiner Beer Adler und Rabbiner Aron Tuld sich in den talmudischm Wissenschaften weiter auszubilden. 1844 wurde er Rabbiner in Weilburg (Nassau) und 1860 wurde er von der Gemeinde Stettin als Nachfolger des sel. Dr. Meilel gewählt. Die Beerdigung des Verstorbenen fand am 2. Feb. statt. Die Herrm Landrabbiner Dr. Meyer aus Hannover und Dr. Rahmer aus Magdeburg sprachen ergreifende Worte. Berlin. Die „Alterversorgungs-Anstalt" der hiesigen jüd. Gemeinde, die den Zweck hat, sowohl den männlichen, als auch den weiblichen Mitgliedern der „Wenn ich nicht irre," bemerkte Kasimir, „so habt Ihr gesagt, die Erfüllung Euerer Wünsche erheische, daß der König auf sein Land verzichte, wie der Bräutigam auf seine Braut." „Ja, Herr König." „Ihr verlangt demnach, ich soll aufhören, König von Polen zu sein?" „Um König der Erde zu werden, Befreier der Welt der Messias, den die Leidenden erwarten." „Erklärt mir, wie.tt „Herr Königohne Kampf habt Ihr ein großes Land eingenommen. Zieht das Schwert, um Jerusalem dem Volke Israel wiederzugeben, um das göttliche Gesetz, um die Gerechtigkeit auf der Erde geltend zu machen. Und wie ich Euch an einem bestimmten Tag sechstausend Reiter aus den Bergen hervorgerufen habe, eben so will ich Euch von allen Enden der Erde zwei Millionen begeisterter Streiter herbeirufen, welche bereit sind, ihr Leben hinzugeben zur Befreiung der Welt, zur Verwandlung dieses Jammerthals in ein Land der Wonne, wo es weder Herren noch Knechte, weder Unterdrücker noch Unterdrückte gibt, wo alle Menschen sich lieben und das Lob Gottes singen werden und Kasimirs, des Miffias, den Israel und die Welt seit vierzehn Jahrhunderten erwarteten." Fortsetzung folgt.