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Der israelitische Bote · 1879-01-02 · 1 (2.1.1879) · p. [Seite 4]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
1 (2.1.1879)
Date
1879-01-02
Page
[Seite 4] (sequence 5)
Language
German
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.r durch seinen starken Geist, semen resten! zu besiegen, sie weiß er auch durch seinedle . ,.nnung zu entwaffnen. Und dieser nimmer wnn-! ade Muth unseres theuren Kaisers, er verpflanzt sich um., auf seine Untertanen und läßt sie selbst in ' i größten Gefahren nicht v^zagen, sondern rüstet auch sie mit der Kraft aus, einzutreten für die Gesammtinteressen deS geliebten Vaterlandes. Voll Vertrauen, voll Zuversicht schauen sie da auf jenes Haupt hin, das ihrem Herzen immerdar Muth und Entschlossenheit einflößt, und dieses Vertrauen, diese Zuversicht, läßt sie siegen selbst in den heißesten Kämpftn gegen innere und äußere Feindedie des Vaterlandes Wohl zu stören, zu vernichten trachten und seinem gedeihlichen Entwickeln ein Hemmniß entgegen legen möchten. — Sehet hin auf den fürstlichen Greis, welche unermüdliche, nimmer erlahmende Thatkraft tritt euch da entgegen! Die Last der Jahre, die Höhe des Alters waren nicht im Stande sie zu brechen. Blicket auf den fast 82jährigen Greis, mit welch' jugendlichem Eifer er arbeitet an dem Wohle seines Volkes. Kaum hatte er sein Heim wieder betreten, kaum war er zur Stätte zurückgekehrt, woselbst er seinen erhabenen Thron aufgeschlagen, so übernahm er auch sogleich wieder die Leitung der ihm obliegenden Geschäfte. Muß ein solches Muster nimmer wankender Thatkraft eines Fürsten in solchem hohen Alter nicht wohlthätig wirren auf dessen Unterthanen. Wenn ein Volk an seinem Gebieter einen solchen Eifer wahrnimmt, muß es nicht selbst von einem Eifer erfüllt werden, wird es da nicht auch eine solche Thatkraft sich zu eigen machen und kräftigst Mitwirken an dem Ausbau des Reiches an der Förderung des Gesammtwohles? Schauet hin aus das Leben unseres Fürsten, müßt Ihr nicht seine Gottesfurcht bewundernd anerkennen? Die Gottesfurcht, war und ist es stets, die sein Wirkensein Streben für das Wohl seiner Unterthanen begleitete und noch begleitet; seine echte, wahre Frömmigkeit war es stets, die voll Demuth bekannte, daß nur Gottes allmächtige Fügung sein Wirken mit einem segensreichen Erfolge krönen könne. Wer fühlt sich nicht gehoben bei dem Worte, die seine Lippen in dem nächsten Augenblicke nach der ersten glücklich überstandenen Gefahr sprachen: Vor allem muß dem Volke die Religion erhalten bleiben!" Wer fühlte sich nicht tiefer ergriffen durch die königlichen Worte, die er kurz nach seiner Ankunft in seiner erh"benen Residenz gesprochen: Unsere Aufgabe sei, die zen der Ju^nd so zu lenken, daß solche schändliche innungen nicht wieder aufwachsen; und dabei i das Wichtigste die Religion; die reli- .iöse Erziehung müsse noch viel tiefer und rnster gefaßt werden. Muß eine solche wahrhaft gottvolle Gesinnung eines Oberhauptes von segensreichem Einflüsse sein auf die ihm Unterstellten? Wahrlich ein Fürst, dessen Haupt ein so herrlicher Tugendkranz schmückt, ihm gebührt unsere ungetheilteste Liebe, unsere tiefste Vereh- Ihm wollen wir gerne uns weihen und seinem en mit Freude gehorchen, so er ruft. Haben nicht letzten schrecklichen Erfahrungen in den Herzen Jeden die Erkenntniß wachgerufen, daß das v, das ihn an seinen Herrscher knüpft, ein gar;es ist, und ist dieses Band seit jenen Momenten noch fester geworden? a, meine Freunde, glücklich können wir uns Preisen, r dem Scepter eines so heldenmüthigen, thatkräfn und gottesfürchtigen Herrschers zu weilen. Seiner ung folgen wir gern und willig, denn ein hoher ist und ein hoher Sinn, Weisheit und Erkenntniß chmücken seine Krone. Unterschütterlich fest steht da- Al . -m ... tum f?;.i men in unfern Aller He •». denn Stralau j de.- •at|\,tifcet sem^Wve^er S f".. — .! meine thenre Fremde, ein hußi Ft y.i G ’ Herrn,;ui ms Wohl 1 unseres cheuren Lc.,roesherrn, und e'"S nm in! näherer Beziehung zu ihm steht, empörst. ': n - Gnadevoller Gott! Es steigt zu dir je^ nn vT bet empor, wie kein innigeres und heißer^ 'W einem menschlichen Munde entströmte; wir l' ... -T das Heil und Wohl unseres vielgeliebten Landesr.i ' Wilhelm I. dieses unser Flehen, es entspringt liebenden Herzen, darum hegen wir die zuversi Hoffnung, daß du, o Herr uns erhören wirst. nöta *ininp,> "iisw bib rus-ip bsb 'i wenn : o Gott, bist ja nahe allen so dich anrufen, allen, die dich anrufen in Wahrheit! Umgieb unfern Kaiser mit deiner Liebe und Gnade und laß des Segens Fülle auf ihn herabträufeln. Sei Du seines Alters Stab und Stütze, auf daß er gar muthig seinen mächtigen Scepter zum Heile seiner Unterthanen werterführe if? inn 12^ mm Mögest Du auch fernerhin die Wünsche seines Herzens gewähren, halte wie bisher, so auch fernerhin deine schützende, schirmende Hand über sein glorreiches Haupt. Entferne von ihm jegliches Ungemach und vereitle fernerhin die Anschläge, die gegen seine geheiligte Person geschmiedet werden. Segne Allgütiger, unsere erhabene Herrscherin, die Kaiserin und Königin Augusta, unsre theure, allgeliebte Landesmutter, die immerfort bestrebt ist, Werke der Liebe und Menschenfreundlichkeit auszuüben, und lasse sie an der Seite ihres erhabenen Gemahles das höchste Ziel der Jahre erreichen. Schütte aus Deinen vollsten Segen über das ganze königlich-kaiserliche Haus und nimm es in deinen mächtigen Schutz. Segne und beschirme unseren vielgeliebten Kronprinzen, die Freude und Hoffnung Deutschlands, der mit so großer Einsicht und männlichem Muthe treu nach dem Grundsätze seines königlichen Vaters die Negierung geführt. Segne die Minister und Räche, die dazu berufen sind, im Rathe der Krone das Wohl des Vaterlandes mit zu fördern und dauernd zu begründen. Deinen Segen schütte aus über unser theures, geliebtes Vaterland, laß es gedeihen und blühen und lasse Kunst und Wissenschaft darin sich ausbreiten. Lenke o Herr, die verwirrten Seelen, heile die kranken Geister die an den Grundpfeilern der menschlichen Gesellschaft ^ffjk/."^".ud,ffe^.tmzustürzen trachten. Laß Liebe"'und Eintracht walten "u.'.nd entferne entsittlichenden Elasten- und Glaubenshaß. O, gieb, o Gott, nnK iTWK D22 wn daß sie alle, die hienieden wandeln, einen Bund machen, und niemals die Engel des Friedens trauernd ihr Haupt verhüllen. Laß sie alle Menschen mit einem Bande der Liebe umschlingen zum Segen, zum Heile der Menschheit. Amen! Amen! Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Bonn. Der Berliner Börs.-Cour. schreibt: Man schreibt uns: die Secte des Sab bat Hai Zewi, deren Sie neulich Erwähnung gethan, existirt bis heute in Salonichi unter dem Namen „M am in im," d. h. Gläubige, in der Stärke von einigen Tausend Mitgliedern. Als Sabbathai Zewi zum Islam übertrat, glaubten seine fanatischen Anhänger, es wäre nur dies mit seiner irdischen Hülle geschehen, in der Wirklichkeit aber wäre der echte rechte Sabbathai Zewi in den jüscheu suchren sin;'S VAmme.-VWsi unt 3 Himmel gefahren, von wo er ju ~ als M?ff. Erlö'.er erscheinen wird. T a --, .-uvt alle mc. ReUJm.etu Flüchen Am-,;o ruiux!' . .j.: .h tie Sabbathai-Zcn?, V. Unb ich wced. Dich zur Herrlichkeit an -ii.m i-.rr Hebräischür sich nämlich 'dnö ,, der Äedeutüng von Herrlichkeit. S-u hvuu mcht am L:. Tage dVT ^M.ansts Ac ,'"7 au dir Zerstbi'ung des Tempels, da i'.-r MAsicr da' Hernanatzuug . - eine» herrlichereii ,7.-mp>a > wohnen sie Alle vicht bc. eina«h< sich nur uull-r "ch ,:>d v. ''einen üf als Mohamrdaner, mu -'.nr .n - dieser Form H MeffE 'za k-hneln. chlr belU'.-ücs Mch bairisch- .Ws— " ' Bonn, 17. Dec. Herr Rabbiner in Kassel, hat die von uns in Nr. 49 erwähnte Verläumdungsklage gegen die Allg. Zeitung Judenthums aus Ersuchen des Herrn Dr. Philippson zurückgenommen, nachdem letzterer als Verfasser des incriminirten Schmähartikels, den Landrabbiner Dr. Adler in Kassel angegeben hatte. - - Ob gegen letzteren nun von Herrn Dr. Ehrmann eine Klage erhoben werden wird, ist uns nicht bekannt. Bei der bekannten Friedensliebe des Herrn Dr. E. halten wir dies nicht für wahrscheinlich. Es verdient noch hervorgehoben zu werdrn, daß Herr Dr. Ehrmann nicht einmal eine Berichtigung in der Allg. Zeitung des Judenthums verlangte, sondern an die Redaction des genannten Blattes nur das Ersuchen stellte, ihre gehässige Angriffsweise für die Zukunft zu unterlassen. Bonn, 29. Dec. Soeben geh, uns die Trauer-., künde zu, daß der Rabbiner Wetzlar in Frankfurt a. M. am 'ppft n2tP gestorben ist. Der Verblichene lebte daselbst seit einigen Jahren als Privatmann. N"2"2")"N Bonn, 29. Dec. Unsere gesch. Leser werden sich noch des Artikels in Nr. 47, Seite 2, unter Bonn den 18. Nov., welcher lautet: „Wir repoduciren den folgenden, gewiß vielen unserer Leser interessanten Bericht der „Berliner Volkszeitung" vom 16. Nov. „Ein Rabbiner darf nicht treife essen," u. s. w. erinnern. So auch brachte der „Berliner Börsen-Courier" und so auch wahrscheinlich-viele andere politische Blätter denselben Inhalt. .^Doch^so viel uns bekannt, fan den sich in der BerlinerHMolks-Zeitung" vom 20 Nov. zweites Blatt, sowie zur selben Zeit in den Berliner „Börsen-Courier" nachstehende bedeutungsvolle (??) Worte: Aus Bon erhalten wir folgende Berichtigung:*) Auf den in Ihrer gesch. Zeitung gebrachten Bericht über die Gerichtsverhandlung gegen den Redacteur eines ultraorthodoxen Blättchens1 2). Die „Jüd. Presse" 1) Wir kennen noch andere Blätter, die denselben Bericht brachten, doch eine Berichtigung ist denselben nicht zugegangen, wenigstens ist eine solche nicht zur Veröffentlichung gelangt. 'Wie die Derl. B.-Z. und der B. B. C. sich dazu herbeilassen konnten, ist uns ein Näthsel! Die Red.) 2) (Wer die Jüd. Presse kennt, hinsichtlich ihrer Qualität und Quantität, wird selbst die Anmaßung erkennen, mit welcher der Herausgeber des Familien- und Gemeindeblattes über dieselbe zu urtheilen sich erlaubt. Wir bemerken anbei, daß die Erwähnung des Gem. u. Fam. Bl. von Dr. Schreiber nicht geschieht, wie dieses Usus, z. B. Werke, Zeitschriften zu besprechen, oder gar zu recenstren, um es zu empfehlen, wie nahm diese Freude zu, als dieser ihm sagte, daß er nach Krackau zurückkehren und seine Freiheit durch Eintreten in die Reihen der Vaterlandsvertheidiger Zausen könne. Er weinte vor Freude und erstickte den Boten mit seinen Küssen. Nachdem Ben seine Erkundigungen nach Marja beantwortet, ,e dieser ihn seinerseits, und erfuhr, daß die Gox in großer Noth seien, und daß der Hunger sie -m Entschluß gebracht habe, über die nächsten * herzufallen. Der Teufelsarm, beschäftigt mit wbereitungen zu diesem Unternehmen, befinde eine halbe Stunde von dieser Stelle entfernt, ßte Ben Josef, warum eine Schildwache so eschoben. Auf seine Bitte rief Spinat durch ' einen andern Gorallen herbei, ließ sich von und trat als Führer mit ihm den Weg ^arm an. Spinat kannte sehr gut den Bergpfad. Juden an den steilsten felsigsten Stellen vo der Weg minder beschwerlich war, chm die Zeit mit Erzählungen von den s Gebirgs. An einer Stelle wollte er Augen gesehen haben, wie der-Teu.fl^2ei ihm, wie hier der böse Geist Topjeletz hause, welcher in Gestalt eines schönen Jünglings die Gebirgsleute zum Schwimmen einlade und darin ersäufe. Auf dem Weiberberg wollte er Geschrei, Geheul und Hohngelächter gehört haben, welches von den Hexen herrühre, den tückischen Feindinnen der Gebirgsleute. „Dort", sagte er, „sind die Tatri-Berge, die höchsten der Karpathen, umgeben von Abgründen, auf den Gipfeln mit ewigem Schnee bedeckt, unter welchem aus Felsen Wasserfälle hervorstürzen. Dort ist der große See, welcher das Auge des Meeres heißt. Und dort in jenen mit Schee angefüllten Schlünden haben die bösen Geister unermeßliche Schätze unter unzugänglichen Felsen vergraben." Spinat wollte noch weiter erzählen, da gewahrte er ein großes Feuer, um welches mehrere Männer herumsaßen. „Dort ist der Hauptmann I" sagte er zu seinem Begleiter. Fortsetzung folgt. Bermichtes. Die Juden in Rom bei einer Papstwahl. Leo XII' ■——'Rom gewähltL^^2_ Her nicht fand früher nach Horubeck in nachfolgender Weise statt: Wenn ein neuerwählter Papst in feierlicher Procession seinen ersten Einzug in die Lateranskirche that, so kamen ihm die in Rom ansässigen Juden am Berge Jordanus entgegen, fielen nieder auf ihre Knie, und überreichten ihm das Gesetz Mosis mit der Bitte um Schutz und Gnade. Der Papst gab ihnen dann in der gewöhnlichen Formel, in lateinischer Sprache folgende Antwort: „Das heilige Gesetz, liebe Hebräer, so wie es vom allmächtigen Gott durch die Hände des Moses Euren Vätern übergeben worden ist, loben und verehren wir; aber Eure thörichte Auslegung desselben und Eure Ritualgesetze tadeln und verdammen wir, weil der apostolische Glaube lehrt, daß der Messias, den Ihr immer noch erwartet, schon längst gekommen sei; denn diesen Glauben hat unser Herr und Heiland gepredigt, welcher, ein Gott, mit dem Vater und dem heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewig keit." Als Jnnocenz II. nach Frankreich floh und io Jahre 1246 zu Paris seinen Einzug hielt, trugen * die dortigen Juden, als ihrem höchsten Gönne» Beschützer, das Gesetz Mosis entgegen. Der ^lhm sie freundlich auf^und^süc^^-^: M!'

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