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Der israelitische Bote · 1876-05-11 · 19 (11.5.1876) · p. [Seite 3]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
2 (1876)
Issue
19 (11.5.1876)
Date
1876-05-11
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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lich in vnna der Versuch gemacht, das dortige 22^*1 V JT2 zu demockren. Glücklicher Weise wurde hier der Thäter von dem Trdengraber, in dem Augenblick, als er sein frevelhaftes -'->7? vollzog, enappt und der Polizei überliefert, wo er .einer gerechten Bestrafung entgegen sieht. Bekanntlick n urden vor einigen Jahren auf demselben Friedhofe mehr 1722^2 (Denkmäler) demolirt, ohne daß es gelang, des VylterS, trotz der darauf gesetzten hohen Belohnung, habhaft za werden. Estrich. M. Rosenwald, Lehrer. Hauau. ^2^2 PTD- Gestern wurde hier eine fromme t:rb würdige Dame zur Erde bestattet, die edle Gattin des vor einigen Jahren verlebten Vorstehers Herrn Salomon Fürth. Frau Rechte Fürth war eine wahrhafte Verehrerin -on nttflpn 'limin, eine edle Frau im vollsten Sinn de« Wortes. An allen Vereinen und N112N zeigte sie die regste Theilnahme und war eifriges Mitglied derselben. Die Almosen für die Armen der Gemeinde, für ^-,2" N^N-Büchschen u. dgl. besorgte sie in der ^aufopferndsten und in zeitraubender Weise. Alle Vorschriften unserer heiligen Religion erfüllte sie mit ängstlicher Genauigkeit, und gehörte zu denjenigen Frauen, welche das N222N ITO vorzugsweise besuchten. In ihrer Bescheidenheit wollte sie für ihre Person keine Trauerrede gehalten wissen, und da auch die Vorschrift verlangt p*2 W2 ^*T92D so wurde der Verblichenen bloß ein Nachruf gewidmet, ergreifende Worte, in welcher ihr Wirken, ihre Vorzüge und Tugenden besprochen, und dem fühlbaren Verlust und der allgemeinen Trauer, die sich auch durch den großen Leichenzug kund gab, Ausdruck gegeben wurde *?ri2 '»22*1 7lb 1pN2. Kerli«. Dr. Caro, berühmt durch seine Leistungen auf dem Gebiete der polnischen Geschichte und Literatur, kam s. Z. durch den Reichskanzler Fürsten Bismark selbst als Honorar-Professor nach Breslau und bezog sein Gehalt aus dem auswärtigen Amte. Unter dem gegenwärtigen Ministerium hat auch dieses eigentümliche Verhältniß aufgehört, und ist Caro zum außerordentlichen Professor an der philosophischen Fakultät zu Breslau ernannt worden. Krrliu. Die hiesige medicinische Gesellschaft hat beschlossen, eine würdige Gedächtnißfeier für den verewigten Traube zu veranstalten, und ihren Vorstand mit der Ausführung beauftragt. Kertiu, 23. März. Das Februarheft des Centralblattes die qFanmt» -n : wlcvcv eint Auszählung der „Zuwendungen im Ressort der Unterrichtsverwaltung, welchen die landesherrliche Genehmigung crtheilt worden ist. Unter denselben befinden sich drei von Juden, und zwar sämmtlich zu Gunsten des Baruch- Auerbach'schen WeisenhauseS, Dieselben lauten: 12. Der Kaufmann Wulff zu Berlin hat der Baruch- Auerbach'schen Waisen-Erziehungs-Anstalt für jüdische Knaben zu Berlin ein Legat von 5000 Thlrn. ausgesetzt. 18. Seitens des Kaufmanns D. I. Wulff und seiner Ehefrau Sara geb. Wolff sind den Baruch-Auerbach'schen Waisenanstalten für jüdische Knaben und Mädchen zu Berlin letztwillig Zuwendungen gemacht worden, welche sich auf ungefähr 84.000 Mark belaufen. 25. Die Wittwe Beschütz geb. Grüneberg zu Berlin hat den Baruch-Auerbachffchen Waisenanstalten für jüdische Knaben und Mädchen daselbst ein Legat von 2000 Thlrn. — 6000 Mark und ihre Bibliothek vermacht Kerlin. Es wurde ein Antrag des Abg. Lehmann angenommen, nach welchem in der den Eid der Israeliten betreffenden Verordnung aus § 2 die Worte „mit bedecktem Haupt" wegfallen und §. 3 folgende Fassung erhalten soll. Die Eidesformel beginnt mit den Worten: „Ich schwöre bei Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden" (statt „beim Gott Israels"), und schließt mit den Worten: „So wahr mir Gott helfe." Diese Abänderung der bisherigen Fassung begründete der Antragsteller damit, daß die Israeliten keinen Nationalgott hätten, die Bedeckung des Hauptes aber sei nur in der Synagoge und der Thora-Nolle gegenüber Brauch. Ueberdieß dürften wohl auch seine Glaubensgeauf eine Formel Anspruch haben, welche man den Dissidenten gestatte. Schulwesen. Nachdem dem Magistrat in Fürth die Umwandlung der confessionellen Volksschulen in confessionell gemischte gestattet worden ist, beschloß er jüngst bei Schaffung von fünf neuen Schulstellen für eine Schulstelle in erster, zweiter und dritter Linie Lehrer mosaischen Glaubens zu präsentiren. Die Kreisregierung versagte jedoch dieser Präsentation die Bestätigung, da nach den bestehenden Verordnungen auch bei Simultan- und confessionellgemischten Schulen der christliche Charakter gewahrt werden j müsse. Der Magistrat beschloß einstim aig, gegen die Regierungsentschließung Remonstration beut Staatsministerium zu erheben. Kerlirr. In vielen jüdischen G emeinden werden jetzt Petitionen an die beiden Häuser Landtages vorbereitet, welche sich auf das Gesetz, betreffend den Austritt aus den Synagogengemeinden beziehen. Es soll darin ausgesprochen werden, daß die Gesetzgebung in dem Augenblicke, in welchem sie die evangelische Syncdalverfaffung schafft, und wo sie die altkalholischen Gemeind:n mit Mitteln reichlich unterstützt, die jüdischen Gemeinden nicht ihres einzigen Existcnzmittels, der Beitragspflicht derer, die dem Judenthume angehören, berauben möge; ferner, daß daS Gesetz bestimme, daß denjenigen, welche innerhalb einer Gemeinde für sich einen anderweitigen Gottesdienst Herstellen, die für den Cultus bestimmte Rate ihrer Beiträge behufs ihrer eigenen Verwendung zurückgezahlt werde; endlich, wenn auch dies nicht beliebt würde, den Nustretenden den Schulden und Verpflichtungen der Gemeinden gegen dritte Personen gegenüber, namentlich wie sie aus rechtsgiltigen Cotttrakten erfließen, eine zehnjährige Beitragspflicht verbleibe. Krrlm. Daß man in höheren Beamtenkreisen Preußens sich vor dem Vorwurfe, als ob man die jüdische Geistlichkeit für voll ansehc, wohlweislich recht sehr hütet, geht aus nachstehendem Schreiben hervor, welches die Kreuzzeitung von dem Rheinischen Provinzial-Schul-Collegium erhielt: Coblenz, den 10 April 1876. Die geehrte Redaction ersuchen wir ergebenst, mit Bezugnahme auf den in Nr. 79 der Kreuzzeitung enthaltenen Artikel in berichtigender Weise demnächst mitrheilen zu wollen, daß wir weder dem Rabbiner Herrn Ben Israel hieiselbst noch einem andern jüdischen Prediger das Prädikat „Hochwürden" jemals beigelegt haben. Vielmehr ist auch in der Adresse des qu. Schreibens Herr Rabbiner Ben Israel „Hochehrwürden" genannt worden. Königliches Promncial-Schulcollegium. Aus Württemberg. Die durch den Tod des Bankiers Pflaum erledigten Stelle eines der K. Israel. Oberkirchenbehörde wurde dessen <ohne \ -e>- nder Pflaum, dem K. Sächsischen Consule, Mert; gen. - Das erledigte Rabbinat Laupheim versieht als -cbM Mm weser Herr Vikar Kabn , s^umnur«. Der StaatsanzeEkr von Wr ft. veröffentlicht das Rechnungserg bniß der israel. Centrale, ^enkaffe pro 1874/75. Es betrugen die Einnahmen 40,938 fl., darunter Zuschuß der K. Stäätshauptkasse 12,750 fl und die Ausgaben 37,684 st., darunter 14,297 fl. für Rabbinatsbesoldungen, 6091 st. für Gehaltaufbefferungen für Lehrer und Vorsänger. Das Vermögen betrugt am 30. Juni L1875: 86,090 fl. Stuttgart, 27. April. (54. Sitzung der Kammer der Abgeordneten.) Berathung des Etats des Departements des Kirchen- und Schulwesens. Kap. 60-Beitrag zur israel. Centralkirchenkaffe 23,829 M. Pfeifer (Abgeordneter für die Stadt Ulm, Jsraelite) beklagt, daß die Beiträge zu dieser Kasse, welche zum größeren Theile von den Gemeinden aufzubringen sind, nach einem neuen Erlasse der Oberkirchenbehörde in der Art einer Vermögenssteuer erhoben werden, so daß die einzelnen Gemeinden ihre Mitglieder zu taxiren haben, worauf die Behörde in Stuttgart die Steuer für die einzelnen Gemeinden ansetze. Dabei seien Ungleichmäßigkeiten zu befürchten, da die einzelnen Gemeinden nicht gleich schätzen; man wünsche deßhalb lieber einen einfachen Zuschlag zur Staatssteuer, wie bei der bürgerlichen Gemeinde. Er empfehle dem Herrn Minister eine nächstens von Ulm einlaufende Petition in diesem Sinne. Der Minister des Kirchen- und Schulwesens v. Geßler: Das Gesetz habe die Umlage angeordnet, und über die Art derselben seien sämmtliche Ortskirchenämter gehört worden und haben — außer Ulm — keinen Anstand erhoben. In Ulm seien allerdings besondere Schwierigkeiten. Er werde eine etwa einlaufende Eingabe in Erwägung ziehen; es werde aber schwer halten, einen andern allgemein befriedigenden Modus zu finden. Die Cxigenz wirb genehmigt. L. F. In einer großen Gemeinde wurde die Stelle eines Rabbiners und Predigers vakant; eS meldete sich dazu eine Anzahl Candidaten, von denen drei zur Probepredigt berufen wurden. Der erste, ein junger Mann, kam und hielt am Sabbath einen beinahe einstündigen Vortrag, der von den meisten Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen wurde. Am andern Tage war VorftandSsitzung, worin über die! Anstellung bcrathen werden sollte. Der Candidat tritt erwartungsvoll ein und wird von dem Vorsitzenden, der ein großer Kenner der jüd. Literatur war, mit den Worten begrüßt: „Eie haben ausgezeichnet gepredigt. — „Sehr gütig", erwidert erfreut der Candidat. — „Die ganze Gemeinde ist entzückt von der Weisheit, die ans Ihren Worten spricht." — „Sie schmeicheln, Herr Vorsteher." — „Keineswegs", fährt der Parnaß unbeirrt fort, „ich gehe sogar noch weiter, wie Ihre Zuhörer, und gestehe Ihnen, es war die Weisheit aus Salomons Reden, die wir von Ihnen gehört haben." Der Candidat war wie aus den Wolken gefallen; die gehoffte Anstellung war in weite, weite Ferne gerückt, der Vorsteher hatte recht, er mußte bei der kurzen Frist, die ihm zur Erlernung einer Probcpredigt gestattet war, zu den Reden des Hamburger Predigers Salomon seine Zuflucht nehmen. Er, der einer der tüchtigsten Talmudschüler war, mußte sich von einem Privatmanne lächerlich machen lassen. — Plötzlich kommt ihm ein rettender Gedanke. — „Sie haben recht, Herr Vorsteher, aber es ist durchaus kein Plagiat, das ich begangen, tch habe nur nach den Worten unseres Weisen in der Schrift gehandelt." „Das wäre?" ruft erstaunt der Parnaß. „Salomo sagt ausdrücklich in ^2: *»22 yotr höre mein Sohn v-|2K npl und nimm meine Reden. — Die übrigen Beisitzenden, welche bis dahin der Diskussion schweigend zugchört, riefen jetzt ein lautes Bravo, und der junge Prediger erhielt mit Zustimmung des ersten Vorsitzenden trotzdem die Stelle als Lohn für seine Schlagsertigkeit. Die Gemeinde und der! Parnaß hatten keine Ursache, mit ihrer Wahl unzufrieden zu sein, denn Erstere hatten einen friedliebenden tüchtigen Geistlichen, Letzterer bekam einen — Schwiegersohn auf den er nicht wenig stolz war. D. I. Z. Alm. Unter einigen größeren isralitischen Gemeinden des Landes ist starke Agitation gegen eine von der israelitischen Oöerkirchenbehörde mit Genehmigung des K. Kultministeriums erlassene Verfügung vom 18. Februar 1876, wonach die durch die frühere sog. Persoualsteuer aufgebrachten Kultkösten der K. Centralkirchenkaffe, und die ourch das Gesetz vom 23. Dez. 1873 in Wegfall kam, mittels Umlage einer Vermögenssteuer auf die Gemeinden es Landesaufgebracht werden sollen. Die Agifrrttrt** *t 5 rifii s"»/? -4'>i r. >•. ... gen die Art der Aufbringung derselben durch Er ach d h. durch Vermögensschätzung. Das Kirchenvörsteheramt Ulm hat die Gemeinden des Landes zur Protestation' gegen den Steuermodus anfgefordert, die K. Oberkirchenbehörde hat aber unter rechtlicher Begründung die Vorstellung der Ulmer abgewiesen und die Kirchenvorsteherämter des Landes gemahnt, sich bei der Anordnung der Oberbehörde zu beruhigen, da dieselbe erst nach Anhörung der Wünsche und Vorstellungen der Kirchenvorsteherämter des Landes erlassen worden. Der Ulmer Kundgebung sollen sich erst drei Kirchenvorsteherämter angeschloffen haben. Eigenthümlich ist cs, daß bei uns diese oberbehördliche Anordnung auf Widerstand stößt, während die weitaus größere Mehrzahl der Israeliten in Preußen den in der Kammer eingebrachten Gesetzentwurf, wegen Freigebung des Austritts aus der jüdischen Kultgemeinde, bekämpft und mehrere Flugschriften gegen Lasker, den Befürworter dieser Gesrtzesvorlage, hervorgerufen hat. Eine Schrift des Schweizer Rabbiner Dr. Engelbert in St. Gallen hat erst kürzlich in einer trefflichen statistischen Arbeit über die Kultverhältniffe der Israeliten, die württembergischen Zustände als mustergiltig geschildert, und nun werden dieselben in unserem Lande selbst einer starken Krttik unterzogen. Im St. A. vom 19. d. M. ist der Rechenschaftsbericht der K. isr. Central Kirchenkasse veröffentlicht, nach welchem die Centralkirchenkaffe einen Grundstock von über 80,000 fl. gegen 137,200 M. angesammelt hat. Diese Thatsache dürste doch den Beweis liefern, daß die kirchliche Centralbehörde neben dem ethischen, auch das finanzielle Interesse der israel. Gemeinden wahrgenommen hat. Kottweil. Die hiesigen Israeliten haben sich gegen den Beschluß des Gemcinderaths beschwert, der die Schlachtmaske einführte und das Schächten vor Anwendung der Maske verbot. Die königl. Kreisregierung zu Reutlingen hat nun den Beschluß des Gemeinderalhö als für die Juden unverbindlich erk!ärt. Möge man, schreibt der Anzeiger v. Spf. denselben daö mosaische Gesetz nicht erschweren. KörUH, 26. März. Die „Gorlitzer Nachrichten" schreiben : „Herr Commerzienrath Ephraim feierte gestern mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit; das Jubelpaar wurde bei dieser Gelegenheit durch zahlreiche Beweise

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