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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 476

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 476 (sequence 498)
Language
German
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IRI
…/7166791-9630800--1833-9623746
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des Menschenwerthes allmählich untergrabende Beleidigungen und Verfolgungen. Unter solchen Bienenstichen des Schicksals verliert der Geist seine Schwungkraft, bekommen die Ansichten das Gepräge der Kleinlichkeit. Verfolgen wir die Geschichte der Juden in Spanien bis auf das zehnte Jahrhundert zurück, so finden wir schon früh eine vom Geiste der Philosophie erleuchtete Bildung, hervorgehend ans der Wissenschaftlichkeit der Araber, strahlend bis über die Zeit des Maimonides und in ihren Folgen noch wohlthätig zur Zeit der oben genannten Rabbinen. Einen unfruchtbaren Boden fand die biblische und die talmndische Gelehrsamkeit in Frankreich und Deutschland, wo der Geist des griechischen und römischen Alterthnms nicht einmal im morgenländischen Gewände aufkommen konnte. Schon Maimonides schreibt seinem Sohne: „Ich ersuche dich, fleißig die Werke des Abeu-Esra zu lesen, dessen Ansichten und Winke ich überall in der Gesetzsammlung und dem Buche Moreh benutzt habe, scheue aber ganz besonders die Schreibereien der französischen Rabbinen, die da meinen, Gott zu erkennen, wenn sie sich beim Rindsbraten in Essig mit Ragout weidlich thun, und ihre Geister mit Knoblauch erfrischen, und dann voll des Irdischen zu Gott schreiend beten und im Talmud lesen, auch in ihren Synagogen die heilige Schrift mißbrauchen; außerdem aber mit einigen Dirrehms oder Pfennigen Armenspende alles Gute gethan zu haben glauben. Zudem nehmen sie meist mehrere Frauen, und leben, als wenn sie des Sinnengenusses nicht genug haben.könnten. Das ist nicht die Weise, wie man Gott verehrt. Ihres Umganges enthalte dich und suche vielmehr mit unfern Brüdern in Spanien nmzugehen, denn sie sind gut gesinnt, Menschen von Verstand und sonstigen Verdiensten." Wenn auch zu der Zeit Abarbanels das sittliche Betragen der von Maimonides hier so hart mitgenommenen Rabbinen Frankreichs und des östlichen Europa's sich bedeutend geändert und gebessert hatte, wenn auch die Schrif-

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