Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 477)
- Language
- German
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L56 der richtigen Deutung dieser Stelle zu überzeugen. Auch mag ich meine Leser nicht mit dem ausführlichen Berichte dieser Verhandlungen langweilen, die zu nichts führen konnten. Der Pabst gewann sich die Achtung und Liebe der Rabbinen durch leutseliges Benehmen gegen sie; nur einige Male, als die Freimüthigkeit einiger zu stark wurde, vergaß er im Zorn seine Würde, wurde aber durch Vidal's bescheidenes Wesen und Erinnern an sein gegebenes Wort besänftigt. Mit stillem aber desto tieferm Ingrimme standen sie Hieronymus gegenüber, der Alles anfbot, um Sieger zu bleiben und öfter in das heftigste Ereifern gerieth. Nach der Auflösung der Versammlung wurden sie mit Ehrenbezeigungen entlassen, indeß obgleich Benedict bald darauf in der zweiunddreißigsten Sitzung des Conciliums zu Kostnitz abgesetzt und für meineidig und ketzerisch erklärt wurde, Martin V. aber mildere Gesinnungen gegen die Inden zeigte, so wurden dennoch mehrere Hunderte meistens angesehener und reicher Juden ins Gefängniß geworfen und sollten zur Verläugnung ihres Glaubens gezwungen werden. Zu dieser Zeit verfertigte Albo sein berühmtes Werk „Iccarim" oder „von den Hauptgrundsätzen der mosaischen Religion", um den Glauben der durch Gewalt Wankenden zu unterstützen*). Don Vidal verfaßte das berühmte *) Es enthält eine gründliche und klare Auseinandersetzung derHauptprincipien. worauf jede Religion gegründet sein muß. wenn sie ihrem Zweck: sittliche Vervollkommnung des Menschen, entsprechen soll; sodann werden die in der Einleitung aufgestellten allgemeinen Prtncipien auf die mosaische Religion insbesondere angewendet und die von Maimonides (Comment. zum Tract. Sanhedrin, Abschn. Chelek) entworfenen 13 Glaubensartikel auf drei Hauptgrundsätze (Dasein Gottes, göttliche Offenbarung, jenseitige Vergeltung) zurückgefübrt. Nächst den heiligen Schriften führt Albo auch zuweilen classiscke Schriftsteller der Griechen und Araber an. um Belege für die Richtigkeit seiner Argumente und Folgerungen zu geben. Logisch geordnete Darstellung, entfernt von scholastischer Trockenheit, verbunden aber mit zum Herzen sprechenden Ermahnungen und beseligenden Tröstungen, zeichnen dies Werk aus und erfüllen mit Ehrfurcht vor einem Manne, der unter fanatischen Mönchen