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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 442

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 442 (sequence 464)
Language
German
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IRI
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4L2 die Gesetze der Zehenten, der Armentheile der Ernte u. s. f. nur verordnet sind, um die Natur des Menschen, die eher zum Extreme der Leidenschaft als zu dem der Gefühllosigkeit sich hinneigt, noch etwas über die bloße Mitte, die Enthaltsamkeit, hinauszuführen, daß es aber deshalb, um dies noch mehr zu bewirken, keiner Zusatzgesetze bedarf, sondern daß diese eher schädlich wären. Im fünften Abschnitte handelt Maimonides von dem Ziele des Menschen; von dem Zwecke des menschlichen Daseins, auf den er alle Anstrengungen seiner Geisteskräfte zu verwenden habe. Hier mußte natürlich der mosaische Philosoph vom Griechen völlig abweichen, und sich der Unterschied kund thun, der zwischen Offenbarung und offenbarungsloser Philosophie immer bestehen muß. Maimonides erkennt als das Ziel des Menschen an: das Wesen der Gottheit so viel als möglich zu begreifen, und findet dies auf die kürzeste und erhabenste Weise ausgedrückt in dem Spruche unsrer Weisen: „alle deine Handlungen verrichte im Namen des Himmels"*). — Alle griechischen Philosophen stimmten darin überein, daß es ein höchstes Gut gebe, die Glückseligkeit (süöL^ovL«), welches der Mensch durch das ganze Leben hindurch erstrebe. Welches aber dieses höchste Gut sei, worin diese wahre Glückseligkeit bestehe, darin weichen sie himmelweit von einander ab. Während Epikurus und vor ihm Ariftipp nur das Vergnügen als höchstes Gut wähnten, während die Cpniker dieses nur in der größtmöglichen Entbehrung aller Bedürfnisse, die Stoiker in vollständiger Ruhe des Geistes fanden: bestimmte Aristoteles, daß die wahre Glückseligkeit nur in der Tugend bestehe**). So weit also ein Denker, dem menschlichen Geiste und seiner *) 7- **) S. das ganze erste Buch der Nikom. Ethik, öloral. magna I.. I. e. 4. Lnäem. II. o. I.

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