Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 462)
- Language
- German
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L40 > Der wichtigste Abschnitt ist mm der vierte, in welchem i er zur nähern Definition der Tugend und moralischen Vollkommenheit kommt. In diesem Abschnitte ist Maimonides i aber auch mebr als irgendwo Aristoteliker, und stellt das Princip des Aristoteles ganz als das seinige dar. Aristoteles ' definirt die Tugend, als die erwählte Handlung in die Mitte gesetzt; Mitte ist aber die gleichweite Entfernung zweier Extreme, Laster, des zu Vielen und zu Wenigen *)." Maimo-! nides erklärt moralische Handlungen als solche, die zwischen § zwei gleich schädlichen Extremen, dem zu Vielen und zu Wenigen, die Mitte balten; moralische Vollkommenheiten find j geistige Eigenschaften und Fertigkeiten, die zwischen zwei Ex- H tremen die Wage balten. Hierzu führt er dieselben Beispiele I an, als Aristoteles; so: die Tollkühnheit ist das eine Extrem, j die Feigheit das andre, in der Mitte steht die Tapferz keit^); die Verschwendung das eine, der Geiz das andre I Extrem, die Mitte die Mildthätigkeit^; die Ehrsucht das eine, die Selbstverachtung das andere Extrem, die Mitte die Ehrliebe ^); Jähzorn das «eine, Unempfindlichkeit das i andre Extrem, die Mitte Langmuth^) u. s. f. — So wie j in diesem Hauptgrundsatze, folgt dann unser Maimonides dem j Griechen auch in der Ausführung des Einzelnen. Daß der ' Mensch nur durch lange Uebung und Erziehung, von zartester Jugend an, zu dieser Mitte, d. i. zu der Tugend komme, zeigt er wie Aristoteles, der hier den Spruch Plato's anführt: „man müsse von Kindheit an angeführt werden, sich i ') Ltdie. Xieom. II. 6. Der Entwickelung dieses Satzes widmet Aristoteles das zweite Buch, ja eigentlich das ganze Werk. 2) II. 7. III. 6 — 9. Auch aus dem Epitomator des Aristoteles ersehen wir dasselbe, Luckem. III. e. t. -) IV. t. Luäew. III. 4. 4) iv 4 b) IV. 8.