Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 461)
- Language
- German
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4-39 (r?172Ä) annimmt, die moralische und intellektuelle ^17^21), wie jener ör.«vv^!.x«k und ^xoek*). Eben so führt Maimonides drei Arten der Intellektuellen Vollkommenheit an, die Vernunft (7^2N wörtlich bei Beiden Weisheit), den Verstand (77Ä — rpxo^s^) und den Scharfsinn — S'^LS^)"). Aber in der eigentlichen Bestimmung der Quelle der Tugend und des Lasters weicht Maimonides etwas vom Aristoteles ab. Aristoteles nämlich stellt als Quelle derselben das Begeh - rungs- und Denkvermögen dar. Maimonides sagt dasselbe vom Begebrungsvermögen, vom Denkvermögen aber meint er, es sei unentschieden. Dagegen stellt er das Sinnesvermögen noch mit auf: aber er fühlte selbst bald die Unhaltbarkeit des letztern, indem er späterhin bemerkt, daß ,,das Sinnesvermögen nur untergeordnet dem Begehrungsvermögen hierbei dient". Sehen wir genauer nach, so läßt Maimonides mit Unrecht das Denkvermögen als Quelle der Tugend und Sünde ans. Denn sowohl zu rechtlichen und guten Werken sind nothwendig und spornen« an richtige Vorstellungen, als auch den Sünder zu seinen Thaten falsche Vorstellungen von den Verhältnissen des Menschen zu sich und Gott am meisten verleiten.— Den Beweis, daß die ernährende Kraft keinen Theil hieran habe, führt Maimonides ganz mit Aristoteles Worten: „denn im Schlafe fungirt ja dieses Vermögen weiter fort", und im Schlafe sündigen wir nicht und thun nichts Gutes, was der Fall sein müßte, wenn diese Kraft hiezu beitrüge. Der kurze dritte Abschnitt enthält die Ausführung des Satzes, daß die Seele krank sei, wenn sie sich der Jmmoralität ergibt, und daß sie dann eben so einer Heilung bedürfe als ein kranker Körper. **) Ltllie. Xioow. .1. I. 6. 13. ***) Vergl. das ganze sechste Buch der Nikomachischen Ethik des Aristoteles, das von der intellektuellen Vollkommenheit handelt.