Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 443)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1778-9623691- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
L21 zweite Schrift, „daß die Traume von Gott gesandt werden," „über die Welt," und „über den Sabbath und die Festtage" unleugbar eine viel spätere Hand zu erkennen geben. Bei verschiedenen Kirchenschriftstellern finden wir noch Fragmente aus andern Schriften Pbilo'S z. B. über die Vorsehung, die nichts der Beachtung Würdiges enthalten. Diese kurze Uebersicht der Philonianischen Werke hatte zum Zwecke, unsre Leser mit den Bestrebungen und Tendenzen unsers großartigen Glaubensgenossen näher bekannt zu machen, eine'Einsicht in den Gesammtbau seiner Werke zu eröffnen, und diese meist, nach unserer getroffenen Anordnung, als ein zusammenhängendes Ganze darzustellen. 3. Philonianische Auslegungen. m Ueber die sechs Schöpfungstage. In sechs Tagen, sagt Moses, l at Gott die Welt geschaffen, nicht weil der Schöpfer der Zeit bedurfte, denn Gott muß nicht allein schon durch das Wort, sondern durch den bloßen Gedanken bandeln und schaffen können; aber weil das Schaffen nach der Ordnung geschehen mußte, der Ordnung aber die Zahl eigentümlich ist. Unter den Zahlen ist aber die sechs zur Schöpfung am geeignetsten. Denn nach der Eins ist sie die erste vollkommene, mit gleichen Theilen, und von ihren Theilen ausgefüllt: zur Hälfte die Drei, zum Dritten die Zwei, zum Sechsten die Eins. Darum ist diese Zabl gleichsam die vereinigte männliche und weibliche Natur. Denn das Männliche ist das Ungleiche, das Weibliche das Gleiche. Der ungleichen Zahlen Anfang ist aber drei, der gleichen Zahlen Anfang zwei, aus deren beider Verbindung (3x2) sechs hervorgeht. Daher mußte die Welt nach der vollkommensten Zahl, nach der Sechs geschaffen werden, da sie zugleich das männliche und weibliche Geschlecht in sich vereinigen mußte (de opU. mund. 3). b. 1IN722 (1. B. Mos. I, 26.) erklärt er: '