Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 442)
- Language
- German
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L20 Dies sind die Schriften, welche Philo über die heil. Schrift abgefaßt. Wir kommen daher nun zu den uns übrig gebliebenen Werken des Philosophen, die unabhängig von der heil. Schrift abgefaßt sind, obgleich der Geist der Offenbarung in ihnen ebenfalls weht, und nicht selten auf sie verwiesen wird. Die Tbemas, die er behandelt, sind aus dem Gebiete entlehnt, welches alle griechischen Philosophen vorzugsweise bearbeiteten, weshalb er sich hier auch nicht immer allein an Plato lehnt. Die erste Schrift behandelt den Satz, der eigentlich den Stoikern angehört „daß der Tugendhafte allein frei ist." Wir haben schon oben bemerkt, daß dieser eine andere vorangegangcn war „daß der Sünder unfrei (oder Sklave) ist/ die aber verloren ist. Die zweite Abhandlung ist die berühmte „über das contemplative Leben," zu der die verloren gegangene „über das rechte praktische Leben" gehörte. Hierauf folgt ein nicht ganz hierher gehörender kurzer Aufsatz „über den Adel." „Ueber Belohnung und Bestrafung" ist ein Gegenstand, den nur ein mosaischer Philosoph zu jener Zeit würdig abhandeln konnte, und der ein Ausfluß der Offenbarung ist; hierzu gehört eng „über das Unglück." Nach diesen ethischen Gegenständen befaßt er sich mit der Metaphysik, und trifft mit dem Aristoteles zusammen, wenn er die Frage beantwortet „daß die Welt unverderblich ist." Er hält sich hier noch ziemlich allgemein, und verspricht am Ende des Werkes, daß er anderswo ins Einzelne eingeben wird, welches Versprechen er entweder nicht verwirklicht hat, oder die bezügliche Arbeit ist uns ebenfalls genommen worden. Die beiden politischen Schriften „gegen den Flaccus" und „über die Gesandtschaft an den Cajus" machen den Beschluß. Dennoch finden wir noch einzelne Schriften unter Philo's Namen, die aber bei genauerer Prüfung der Kritik sehr verdächtig werden. Am ehesten läßt sich dem Philo noch die Schrift „über die in der heil. Schrift veränderten Namen" zuschreiben, wohingegen das dritte Buch der Allegorien, eine