Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 333)
- Language
- German
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3N tigt — Vater ist er, aber er züchtigt, und vor dieser Zucht zage und wandte in Zucht. Darum ruft Jesaias aus: Der Ewige der Heerscharen 7^7)1 er ist eine Zufluchtsstätte, aber auch ein Stein des Anstoßes, eine Klippe des Strauchelns. Darum ruft unzählige Male Mose dem Volke zu: Fürchte den Ewigen, deinen Gott, diene ihm und liebe ihn! Darum spricht Salomo oft: Gottesfurcht ist aller Weisheit Anfang, danach zu thun, ist rechter Verstand! Darum sagt die Schrift nie: Gott ist barmherzig, ohne hinzuzufügen: aber er ahndet auch das Böse, er ist aufmerksam und eifervoll über des Menschen Thun! Und wahrlich! mit Recht, denn wohin soll es mit dem Menschen, mit dem Israeliten kommen, ohne den Blick aus Gott als allwissenden und richtenden Herrn? Dahin, liebe Brüder und Schwestern, wohin es mit der Mehrzahl unsrer Brüder und Schwestern gekommen ist, daß sie der Religion sich entübrigen, daß sie ihres Seelenheils vergessen, daß sie über Gotteshaus und Gottesdienst verächtlich die Achsel zucken, über Gottes Wort die Nase rümpfen, und die erhabenen Gesetze der Religion, der Tugend, der Keuschheit, der Selbstbeherrschung, der Heiligung mißachten lernen! Alles dies nur deshalb, weil sie Gott nicht fürchten, weil die seichten Lehren der gegenwärtigen Zeit jede tiefere Ahnung des göttlichen Gerichts verdrängen und hinwegscherzen, als wenn sie es mit Gott so leicht aufnehmen könnten, als mit einem menschlichen Bruder oder Freunde. Wer vermag es, wer hat Kraft genug in der entnervten Seele, sich hinaufzuheben zu der Höhe des Himmels, und da Gott zu suchen, und zu denken: ja, du verlangst mehr von mir, als auf Erden zu genießen, und Erdengut zu sammeln, um mir damit etwas zu Gute zu thun!? Dies, meine Freunde, ist offenbar der Widersacher in uns, und dieser Mangel an Gottesfurcht ist die Quelle,