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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 310

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 310 (sequence 332)
Language
German
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IRI
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310 beherrscht, da hat es keine Zügel mehr, keinen Zaum, keine Sporen, und die Leidenschaft wird zum wüthenden Rosse, das seinen Reiter, die Vernunft, abwirst und mit den Hufen zertritt — da verliert sich bald jedwede Spur der Religion, alle religiösen Handlungen werden bei Seite gesetzt, alle religiösen und moralischen Gesetze werden verletzt und verschmäh!, und bald bist du mit den schmuzigen Gewändern der Sünde und des Lasters bekleidet — der Widersacher steht zu deiner Rechten. Nicht so, meine Lieben! Auch unsre Religion lehrt Gott als den Gott der Liebe, der zahllose Wohlthaten spendet, der barmherzig ist, langmüthig, von unendlicher Huld, den zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Vermögen unsre höchste Pflicht ist — auch unsre Religion stellt Gott als den Vater der Menschen dar, der uns auf seinem Arme trägt, der uns durch die Wüste führet, der uns seinen Odem gegeben und unfern Geist einst zu sich rufet — macht sie ihn aber darum zu einem weichlichen, liebelnden Menschenvater, den der lasterhafte Sohn trügt und leitet, und der den sündenvollen Knaben nach kurzer, scheinbarer Buße, nach einer außer ihm selbst liegenden Vermittelung immer wieder willig aufnimmt und froh ist, wenn er ihn mit falschem Herzen in seine Arme schmeichelnd nimmt? Nein! unsere Religion ziehet Gott, den Herrn des Weltalls, nicht aus seiner Himmels höhe zur Erde nieder, hoch über alle Gipfel der Erde stellt sie seinen Thron, sie zeigt, wie er Richter ist über des Menschen Thun, strenge Rechenschaft von ihm verlangt. Strafe über ihn verhängt, und nur verzeihet nach vollkommener Buße, nach vollständiger Reue, nach völliger Rückkehr, nach langer, dauernder Läuterung und Heiligung. Also will sie, daß wir im Staube Gott in der Höhe verehren und ihn fürchten, und in dieser reinen Gottesfurcht unsträflich wandeln. Darum ist einer der höchsten Lehrsätze unserer Religion mit unendlicher Weisheit: Siehe, der Herr züchtigt, wie ein Vater seinen Sohn züch-

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