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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 309

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 309 (sequence 331)
Language
German
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IRI
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309 I. Der Hohepriester Josua, meine Zuhörer, stellt hier ganz Israel vor; mit schmuzigen Gewändern stehet er zwischen dem Engel und dem Widersacher vor dem Herrn, weder dem einen noch dem andern hat es sich hingegeben, nicht mit der Reinheit des Engels ist es bekleidet, sondern nur zu oft und zu sehr hat es sich an den Händen des Widersachers befleckt — und da der Herr frägt: wie bist du gewandelt? so gibt es sich kund, daß es von beiden sich nicht losreißen konnte; daß, trotz dem, daß der Herr es den Weg des Rechtes und des Heils hatte führen wollen, es immer noch am Kreuzwege der Erde stand und wankte. Welch treffliches Bild von Israel! Zwar von der Religion des einigen Gottes nie ganz losgerissen, hat es sich dennoch nie ihr ganz hingegeben, ganz geweiht, ist nie das priesterliche Volk geworden, das es sollte. Wer ist aber dieser Widersacher, der es mit unabwendbaren Armen fefthielt? In den verschiedenen Zeiten ein verschiedener — in der Gegenwart? Lasset es uns bedenken! Werfen wir zuerst einen Blick in uns hinein, so erkennen wir die Ursache der gegenwärtigen Hinfälligkeit in unserer Religion — in dem allgemeinen Mangel an Gottesfurcht! Je mehr die Israeliten mit andern Völkern zu verkehren begannen, desto mehr ist auch ein neuer Geist hereingekommen, der unsrer Religion eigentlich fremd war. Man stellt sich seitdem Gott ganz anders vor, als unsre heiligen Bücher ihn uns lehren. Man begann, Gott zu nennen den Gott der Liebe, man dachte sich ihn als menschlichen Vater, der die Fehler seiner Kinder nachsichtig betrachtet; bald darauf spottete man nicht nur der alten Begiffe der Hölle, sondern man wies jede Vorstellung der Bestrafung durch Gott von sich, und somit verlor man die Furcht vor Gott! Wo aber die Furcht vor Gott als strafendem Richter verloren ist, da überläßt man sich leicht der Sünde, dem Laster und jeglichem Irrwege. Wo die Furcht vor Gott das Gemüth nicht

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