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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 308

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 308 (sequence 330)
Language
German
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IRI
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Warum nun, andächtige Zubörer, ist Israel sich nicht treu geblieben? Was ist der Grund, meine Freunde, die Ursache, daß ein Volk, das, ausgerüstet mit Allem, was zur Seligkeit und zur Beseligung, zur Erwerbung des Höchsten und Erhabensten im Menschen führt, so schwach und schwankend in ebendemselben war und ist? Warum ist der Plan der Gottheit mit Israel so wenig in Erfüllung gegangen? Warum kann der wahrhafte Israelit nur mit trübem Auge auf die Gegenwart, nur mit noch trüberem Auge in die Zukunft sehen? Ist es etwa ein Mangel unsrer Religion, die nicht zu fesseln vermag? Hat Gott selbst in der Anlage Israels einen Fehler begangen? Nein! der Schlußstein der heiligen Schrift ist: — Siehe! ich lege dir vor Segen und Fluch, Leben und Tod — Wähle! Nicht mit Zwangsfesseln hat der Herr uns an unsre Religion gebunden, sondern nur mit den Banden der Wahrheit, der Verheißung, des Segens — wer verschuldet es daher, wenn Mehrere den Weg des Fluches wählen, den Pfad der Verirrung und Verkehrtheit, der zur Verschwendung ihres Lebens, zur Vergeudung der herrlichsten Geisteskräfte, zum Tode führt? Diese Frage, geliebte Zuhörer, laßt uns heute beantworten, und wenn auch nicht erschöpfend, doch in einigen Theilen lösen. Lasset uns das Bild Israels hierzu bettachten, welches uns der begeisterte Prophet in der heutigen Haphtora in einer Erscheinung aufftellt, Secharja 3, i—3. „Der Herr ließ mich sehen den Josua, den Hohenpriester, stehend vor einem Engel des Ewigen, und den Widersacher stehend zu seiner Rechten, ihm zuwider zu sein! Und der Herr sprach zum Widersacher: der Herr wehrt es dir, Widersacher, der Herr wehrt es dir, der Jerusalem erwählt hat, ist dieser nicht ein Feuerbrand, aus der Flamme gerettet? Josua aber war bekleidet mit schmuzigen Gewändern, als er stand vor dem Engel."

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