Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 329)
- Language
- German
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307 standen von jeher dem großen Werke, der hehren Aufgabe Israels entgegen, und diese waren die einzigen Quellen aller der Schicksale, die uns betroffen haben. Hinweg mit der Frechheit, die den Herrn droben anklaget, er habe also den Weg geleitet, mit Schrecknissen und Mühseligkeiten umstellt, die mit kalter Herzlosigkeit spricht, wir müssen uns beugen vor den Umständen, denn Gott selbst hat sie also geordnet! Würde das Feuer, welches Mose in Israel entzündete, entzünden wollte, hell und kräftig fortgebrannt, würden nicht Herrschsucht und Eigennutz und Klügelei, es verlöscht haben, ganz anders wäre es gekommen! So aber, schauen wir uns in der Gegenwart um, und legen wir uns die Frage vor: wenn jetzt ein Antiochus käme und zu seinen Götzenbildern uns mit der Stimme der Gewalt und Drohung riefe — wie würde Israel Stand halten? Da man schon mitten in der Wüste der Irreligiosität und der Gleichgültigkeit und Herzensleere steht, so könnte man in keine andre entlaufen, und nur eine kleine, kleine Zahl würde standhaft bleiben, und fühlte sich begeistert und berufen, für die Religion des einigen Gottes zu kämpfen und — was mehr ist — zu leiden! Gehören doch so schon viele, viele Israeliten nur dem Namen nach noch zu Juda, um wie viel weniger läßt sich von ihnen erwarten in der Stunde der Versuchung. Der aber ist nur ein wahrer Israelit, der, mit der Hand auf dem Herzen, sich in allen Tiefen seiner Seele bekennen würde: was du jetzt bekennst, dem würdest du treu bleiben, selbst wenn das Schwert über deinem Nacken hinge — der innen ein unverlöschliches Feuer fühlt, das bis zum Himmel schlägt — der, Leben und Tod in der Linken und Religion in der Rechten, Leben und Tod von sich schleudern und die Religion an die Brust drücken könnte — der ohne Zaudern, ohne Erwägen, ohne Deuteln ruft: nur das ist wahr! nur das Eine ist wahrhaftig! Da fällt Heuchelei und Achselzucken in den Staub und nur die Wahrhaftigkeit kleidet sich in die Farbe des Himmels. 20