Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 273)
- Language
- German
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251 keinen Parteigeist geben, und keinen Widerwillen, und keine Gleichgültigkeit, aber auch keine Unordnung, keine Andachtslosigkeit, keine Störung. Nein! das Band darf nicht zerfallen, das Israel umschlingt, daß etwa das Zerstreute ganz zerstreut werde! Und sollte es Opfer kosten, viele und große, äußerliche und innerliche, Meinungsopser und Vermögensopfer: Gemeinde und Svnagoge müssen besteben, und glanzvoll und vollständig und friedlich besteben. Hier wollen wir uns wiedersinden, hier uns vereinigen, hier uns kennen lernen, hier uns wie Brüder lieben lernen, Einheimische und Fremdlinge. Und wenn wir uns mit Recht jetzt zählen zu den Völkern, bei denen wir heimisch geworden, bei diesen Diese, bei jenen Jene, und wenn wir als unser Vaterland nennen, ehren und lieben das Land, wo die Sonne über unsern Häuptern auf- und niedergeht, und wenn wir alle Menschen als Kinder eines Gottes mit Liebe umfassen, ungetrennt und unabgesondert — hier, in Gemeinde und Synagoge, stehen wir wieder allein und für uns da, und erstarken uns an ihnen, und freuen uns an ihnen: wie Israel that in Jerusalem, versammelt am Peßachfeste. II. wanderte Israel nach Jerusalem hinauf am Wochenfeste. Eine der hauptsächlichsten Bedeutungen des Wochenfestes ist die Erinnerung an die Gesetzgebung. Denn an diesem Tage geschah das unendliche Wunder des Herrn, als er sein heiliges Gesetz von dem Gipfel des Sinai dem versammelten Volke ertönen ließ. Darum stellte sich Israel so bedeutungsvoll an diesem Tage vereinigt vor den Herrn, um anzudeuten, daß der Bund der Religion von Geschlecht zu Geschlecht sich immer wieder erneuert, als ob sie noch stünden am Fuße des Berges in der Wüste, noch vernähmen die mächtige Stimme des Herrn, vor der unsre Väter zusammenbebten, und des Todes zu sein glaubten. Wie also die Wanderung am Peßachfeste die Nation erneuerte, so erneuerte