Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 248)
- Language
- German
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226 das Gerüste des Lulofs, dem Gerüste des menschlichen Körpers. Wir fühlen uns betroffen vielleicht, meine Freunde, im Anfänge, über diese Vergleichung, über diese Zusammenstellung mit den genannten Theilen des Körpers. Aber einen tiefen, erhabenen Sinn, eine vollständige, befriedigende Antwort können wir in ihr finden, wenn wir länger über sie Nachdenken. Ja, meine Theuern, ich spreche es aus: das Gesetz wollte uns durch jene Gewächse die Sinnbilder der Tugenden in die Hand geben, welche die göttliche Religion in uns erwecken, welche sie uns einflößen will, und zu dieser Erkenntniß führt uns die Vergleichung des alten Rabbi am leichtesten. I. Die Hadarfrucht entspricht dem Herzen. — Die Hadarfrucht, meine Freunde, ist das Sinnbild der Anmuth. Als solches lehrt sie uns der Talmud Meß. Berach. betrachten; fie ist Gott angenehm, wird daselbst gesagt, vor allen andern Früchten, sie ist herrlicher ansgeftattet von ihm als alle Baumfrucht der Erde, fie ist die Frucht des Paradieses. Darum ist fie das Sinnbild der Anmuth; denn was ist köstlicher auf Erden als die Anmuth, was ist lieblicher als die Anmuth? Und die Anmuth ist die Freundlichkeit, und die Freundlichkeit ist die Menschenliebe, und die Menschenliebe ist der Edelmuth. Und so ist diese die erste Tugend, welche die Religion dem Sterblichen einflößen will, mit der sie ihn schmücken will als einen Sohn des Himmels, als ein Gebilde des ewigen Vaters, die Anmuth, die Freundlichkeit, die Menschenliebe, der Edelmuth. Anmuth wohnet in den Werken des Herrn, Anmuth wohnet auf dem Aiülitz des edeln Menschen, anmuthig ist die Freude, die reine, die unschuldige Freude, die Freude an einer guten That, die Freude an einem frommen Wandel, die Freude am Herrn! Mit dieser Freude, mit dieser Anmuth sollen wir das Fest der Laubhüt-