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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 227

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 227 (sequence 249)
Language
German
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IRI
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227 ten feiern, nicht mit der wilden Freude der Begier, mit der unstäten Freude an Genüssen, wie der Talmud sagt in der Meß. Succ. glicht eine Freude, die blos dem Körper wohl thnt, sondern Und darum ward uns geboten, die Hadarftucht am Laubhüttenfeste zu nehmen, denn sie ist das Sinnbild der Anmuth und anmuthiger Freude. — Die Anmuth, die Menschenliebe ist aber so recht das Herz der Religion und des religiösen und moralischen Wandels, und sie wohnet im Herzen des Menschen, und sie strömet aus dem Herzen über den ganzen Menschen, über sein Wort und seine That, über sein Antlitz nnd seine Geberde, und dringet aus dem Herzen zum Herzen, daß sich die Liebe und das Gefallen daran knüpfet — und dies hat der scharfsinnige Rabbi gewußt und deshalb gesagt: die Hadarfrucht entspricht dem Herzen! — So wohne denn auch, meine Freunde, die Anmuth in eurem Herzen — und seid anmuthig und menschenfreundlich und edelmüthig — aber der Zorn ist nicht anmuthig, und die Leidenschaft nicht, und die wilde Begierde nicht; nnd der Haß ist nicht menschenfreundlich, und die Rache nicht, und die Hinterlist nicht; und die Hartherzigkeit ist nicht edelmüthig, und die Ungerechtigkeit nicht, und der Neid nicht — und das merket ihr euch besonders, ihr Jünglinge und Jungfrauen, denn euch vor Allen geziemet die Anmuth, und sie ist eure Zierde! II. Und der Rabbi lehrt ferner: die Myrthe entspricht dem Auge. — Sehet, meine Freunde, das Auge, wenn es nur auf das sieht, was dem Menschen zum Verderben seiner unsterblichen Seele und zum Tode seines bessern Ich gereicht, sehet das hohle Auge der Sorge, das trübe Auge des Kummers, das dunkel glühende der Begier, das erloschene Auge des verzweifelnden Verbrechers — und dann, meine Freunde, sehet das glänzende Auge der Unschuld,

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