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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 189

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 189 (sequence 211)
Language
German
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IRI
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189 nicht unfern Lebensbedürfnissen, sondern unserm Vergnügen, und dem, was wir der Wohlthätigkeit opfern! einen Vergleich zwischen dem, wofür wir uns die Lust der Welt, und dem, wofür wir uns die Luft der Barmherzigkeit erkaufen! Wie rollet unsre Habe aus unfern Händen für den Genuß und die Freuden der Hoffarth, — wie bleibet sie hängen und kleben, kaum ein Tropfen löset sich los — für den Genuß und die Freuden der Barmherzigkeit. Das hat bei weitem kein Verhältniß. keine Ähnlichkeit. So sollen wir denn die verletzte Menschheit versöhnen und die von uns selbst geschlagenen Wunden heilen, und die bedrückte Menschheit versöhnen, und die vom Schicksal und von Anderen geschlagenen Wunden heilen. Wüßtet ihr, wie herrlich es euch steht, in Demuth zu treten zum Bruder, und zu sprechen: ich habe dich beleidigt, vergib mir! dies und dies Unrecht habe ich dir gethan, du weißt es vielleicht selbst nicht, verzeih' es mir! Wahrlich! in eurem gebeugten Stolze liegt da der höchste Stolz, die erhabenste Würde, in dem gebeugten Stolze des Menschen der Stolz des Engels, versöhnt zu sein! — Wüßtet ihr, wie es eure Morgenröthe, euer Glück, euer Segen und die Herrlichkeit des Ewigen, die euren Zug beschließt, ist: den Nackenden zu kleiden, dem Hungrigen sein Brod zu brechen, nimmer würdet ihr anstehen — denn nicht die Hand des Ewigen ist zu kurz und zu schwach zum Erlösen, sondern nur eure Sünden sind es, die sein Antlitz vor euch bergen, daß er nicht höret. III. Sind wir zuerst, geliebte Freunde, in die Kammern unsrer Seele hineingegangen, um die Mängel unsres geistigen Seins zu erkennen und zu versöhnen, eilten wir dann nach außen zu der Menge unsrer Erdenbrüder, um das Unrecht zu versöhnen, das wir verübet, so erheben wir uns endlick in die Höhe, in die Höbe der Himmel, und

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