Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 209)
- Language
- German
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187 ich habe gesündigt! dieses Wort mit der Inbrunst, mit der Allgewalt der Reue, und es ist vernommen vom Vater und angenommen. — Dies ist die Versöhnung mit uns selbst; zu erkennen, worin wir gefehlt, und es abzutbun von uns selbst. Dann höret der Zwiespalt auf in uns zu sprechen: was du solltest, bist du nicht, was dn solltest, tbatest du nicht, was dn solltest, unterließest dn; und der Strom der Versöhnung, der ansgehet von dem Urquell des Lebens, kommt zu uns, und ergreifet uns; und die süße Wonne des Friedens erfüllt uns; wir sind erhoben, erhoben über die Mißhelligkeiten des Lebens, die wir bekämpfen; die gefaltete Stirn glättet sich, das gefurchte Antlitz wird rein, und das eiugepreßte Herz erweitert sich in der Lust der Frömmigkeit und Reinbeit. II. N7 Siebe, das ist ein Fasten, das ich liebe: löse die Fesseln der Bosheit, streife ab die Bande der Unterjochung, mache Unterdrückte frei, und jegliches Joch zerbrich. Siehe! brich dem Hungrigen dein Brod, unglückliche Verfolgte führ' in dein Haus, wenn du einen Nackenden siehst, so kleide ihn, und entzieh' dich nicht deinem Bruder. Dann bricht die Morgenröthe, dein Glück, hervor, und deine Wunde heilet schnell; es zieht dein Segen vor dir her, und des Ewigen Herrlichkeit beschließt deinen Zug. Diese Worte des Propheten, meine Freunde — ihr wisset es, wozu ich sie euch in's Gedächtniß ruft: es ist ein Gemälde, ein herrliches Gemälde der Versöhnung, der zweiten, der Versöhnung nach außen, mit unfern Nebenmenschen. Gerechtigkeit - jegliches Joch zerbrich, Liebe — den Verfolgten führ' in dein Haus, Barmherzigkeit — brich dem Hungrigen dein Brod; das ist die Versöhnung mit unfern Nebenmenschen! — Was wir an unserni Erdgenossen gesündigt, das, m. Fr., das kann selbst der Allerbarmer nicht vergeben, es ist ein geheiligtes Anrecht des 1