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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 163

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 163 (sequence 185)
Language
German
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163 Es nahet schnell der Tag der Auflösung: die Sterbestunde ist da. Und indem wir nun heute feiern das Fest des Gedenkens, ^27 des Gedenkens an den Wechsel der Jahre, an die Kürze des Daseins, an die Nähe des Todes und des göttlichen Gerichtes; und indem nun, während ich spreche, ein Jahr gestorben ist, geflohen wie ein Schatten: so will ich reden zu Euch von der Sterbestunde. Denn da nun Arm und Reich, Bös und Gut, Schön und Häßlich, Jung und Alt zum Sterben kommt: was ist wichtiger, was erhabener, als von jener unausbleiblichen Stunde Kunde zu haben, die man die Sterbestunde nennt? Und so werdet Ihr hören heute meine Worte über die Sterbestunde: I. Wie kommt sie? II. Was bringt sie? III. Wie ist sie? IV. Was soll sie? I. Die Sterbestunde kommt, Geliebte, nachdem der Mensch gel.ebe t hat. Sie ist nicht der Anfangs-, nicht der Mittelpunkt, sondern der Endpunkt des Lebens. Mit ihr endet das Leben. Sie ist die Stunde, wo die Seele sich losreißt von dem zerfallenden Körper, wo sie sich entfernt aus dem zerrissenen Leibe, wo gelöset werden die Bande, die den Geist hineinbannen in das Gefängniß des Staubes. Sie kommet, nachdem der Mensch gelebet hat; und alle Freuden und Schmerzen, alle Wonnen und Aengste, alle Lüste und Sorgen hören mit ihr auf, und Alles, was zum Leben gehört, verschwindet mit ihr. War dein Leben voller Sonnenschein - jetzt ist die Nacht da; war dein Leben eine Kette von Ungemach, jetzt fassest du das letzte Glied der Kette: das Leben sinkt unter in der Sterbestunde, wie ein Schatten, der verschwindet, wenn das Licht verlöscht, wie eine verwelkte Blume in Staub zerstäubet. Da mühet der Mensch sich ab alle seine Tage lang, ohne Rübe und Rast erwirbt er, schafft, it *

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