Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 166)
- Language
- German
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lichen, schmerzenvollen Staubgewande, wir mit den Leidenschaften in der Brust, und mit den Irrthümern im Haupte, wir, wankend, schwankend, wechselnd in jeglichem Augenblicke — was sind wir vor ihm? Und dennoch ist er unser Gott, und dennoch hat er uns angenommen als seine Kinder, hat uns mit Ehr' und Schmuck gekrönt, legte zu unsern Füßen Alles, und machte uns zu Beherrschern seiner Werke, wie der Psalmist singt, und waltet über uns, und leitet uns, und läßt uns nicht untergehen und verderben, und schauet aus seinen Himmeln auf uns hernieder, und hat uns eingesenkt einen Odem seiner selbst, eine unsterbliche Seele, auch ewig. Ewig, Ewiger, Ewigkeit, das sind Klänge aus einer jenseitigen Welt, von Sterblichen nimmer ganz verstanden, das sind Zeugen einer überirdischen Welt in der Brust des Erdensohnes — denn da er sie kennt und nennt, muß desgleichen ein Theil in seinem Innern sein. — Und was ewig ist, ist unveränderlich, da am Ewigen kein Theil neu werden, kein Theil sterben kann. Und was unveränderlich ist, das ändert auch seinen Zweck, seinen Entschluß, seinen Willen nicht: was es gewollt, das unveränderliche Wesen, da es die Körperwelt entstehen ließ, und sie mit unsichtbaren Banden an die Geisterwelt knüpfte, das will es noch heute. Und, meine Menschen, was kann nun dieser unveränderliche Wille des Unveränderlichen, Ewigen in dieser Welt voll Harmonie und Ordnung anders sein, als der beste, heiligste, huldreichste, gnädigste? So laßt uns nicht zittern, nicht vor ihm und nicht vor Andern, der Ewige ist unser Gott! Und wenn du nun stehest, Mensch, am Ende deiner Habe, an der Gruft der Deinen, so verzweifle nicht: der hinausreichet über Tod und Verlust, er ist unser Gott! Und unser Gott — also nicht ein Gott, der in den fernen Himmeln sich verschließet vor unserm flehenden Rufe, also nicht em Gott, der wie ein irdischer König, selten gesehen, selten hörend, seine strengen Gesetze herabsendet über uns, also nicht ein Gott, zwischen den und uns die große,