Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 142 (sequence 164)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1499-9623412
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1L2 noch; sank der Tempel in Trümmer, so dienen wir unserm Gotte noch, und unter allen Verhältnissen des Lebens können wir ausrufen: Höre, Israel, der Ewige, unser Gott, ist einig, einzig! I. Höre, Israel! Merk' auf, Israel, öffne dein Herz, erschließe deinen Geist, daß da einziehen könne die große Lehre, die du vernehmen sollst. Hören soll Israel die Stimme Dessen, der das Ohr gebildet, die Lehre des Allweisen, die Offenbarung des Allmächtigen. Und ist denn der Weg so weit vom Ohr zum Herzen? soll das Wort, das gehört wird, nicht dringen in das Innerste, in die geheimsten Falten desselben? soll die Offenbarung, die vernommen wird vom Herrn des Weltalls, nicht ergreifen den Menschen aus Staub? Soll Israel nicht gerne hören seinen himmlischen Herrn, und da Alles vergänglich ist auf Erden, und nur dies Eine, das Wort des Herrn, ewig bleibt, sich nicht hieran halten? Sehet, die Küchlein hören der Mutter Stimme, und die Kinder des Vaters Ruf, warum wir nicht, die Kinder Gottes, des himmlischen Vaters Ruf? Da irren Millionen Menschen in fernen Erdtheilen herum, und können nicht hören Gottes Stimme, weil sie nicht zu ihnen kommt: unwissend, ohne Kenntniß des höchsten Wesens, ohne Begriff von Dem, was über der Erde ist — warum wollen wir diesen gleichen, und nicht hören, da wir hören können? — O, wer die Stimme des Herrn hört, recht dort, ganz hört, dem sind Frieden und Seligkeit und Unschuld und Reinheit in's Herz gepflanzt, Ruhe und Heiterkeit in die Brust gelegt; seine Sünden und Vergehen schwinden vor diesem Rufe, seine Betrübnisse und Sorgen verfliegen, wie Stäubchen, vor dieser Stimme, seine Thränen werden getrocknet, seine Seufzer verhallen. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.