Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 145)
- Language
- German
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verfehlt, den Zweck seines Lebens bat er verloren, seine Brust ist zerrissen, er ist zerfallen mit sich selbst. Korach nahm, 12222 er nahm sich selbst, er riß sich los, er trennte sich. Das that Korach, und solcher Korach gab es viele, und solcher Korach giebt es auch jetzt unzählige. Levi war sein Stamm, Israel sein Volk, der einige Gott seine Religion, das war seine Stelle, sein Posten, aber er ward ihm untreu, er stieß sie verächtlich von sich, getrennt zu lein aus der Mitte der Gemeinde. Und was war denn der Grund dieser Trennung? Hatte ihn sein Volk gedrückt? Hatte ihm Mose Unrecht gethan? Hatte ihn seine Religion hintenangesetzt? Nein! War er doch einer der Leviten! Ruft ihm doch Moses selbst zu: Höret, Söhne Levi's! ist es nicht genug, daß euch der Gott Israels schied von den Uebrigen und euch sich näherte, den Dienst in der Wohnung des Herrn zu verrichten, und vor der ganzen Gemeinde zum Dienste zu stehen? — Die Schrift giebt uns die Andeutung seines Beweggrundes in demselben Worte an, denn, wie der Kommentar richtig bemerkt, das Wort wird gebraucht von dem Fassen eines Gedankens und Rathschlnsses: 2III22I221 712^ 222. Also nicht von einem äußern Drucke oder Unrecht, sondern von innen, aus dem eigenen Gedanken entsprang die That Korachs. Herauf stieg in Korachs Gemüth die finstere Leidenschaft des falschen Ehrgeizes, er beneidete, wie Raschi weiter bemerkt, den Elizaphan ben Usiel, den Moses zum Fürsten der Söhne Kehath's bestellt, er wollte der Erste seines Stammes, der Erste in Israel sein, trotz dem, daß er kein Anrecht und kein Verdienst hatte. Und wahrlich! meine Brüder, so wie in Korach, so ist es noch heute in allen seinen Nachfolgern die finstere Leidenschaft des falschen Ehrgeizes, die den Menschen zu sündigen und bösen Werken antreibt, und insbesondere zur Trennung von seinem Volke und seiner Religion. Der falsche Ehrgeiz untergräbt das Glück wie des Einzelnen, so der Familien und ganzer Völker. Fraget die