Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 139)
- Language
- German
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117 gebildet, daß sie zu schönen, lieblichen Früchten gekommen? Was soll dieses letzte Geschäft, eine Kelter zu graben, in der Erziehung euch bedeuten? Leicht zu beantworten. Es zeigt euch die Anleitung an, die ihr euren Kindern geben sollet, die reifenden Früchte nunmehr auf die rechte Weise anznwenden und zu genießen für sich und Andere. Sehet, schon reißt sich der Ast ab vom Stamme, schon werden die Kinder selbstständig, das' Geschäft der Erziehung reicht an sein Ende: so vollführet den letzten Tbeil sorgfältig, dann seid ihr gesegnet. Der Tempel des Herrn ist untergegangen, das Leben, das wirkliche, praktische, ist jetzt unser Tempel. Da sollen wir unsre Zehenten opfern, nämlich Werke der Liebe und Rechtlichkeit, da sollen wir Priester und Leviten des Herrn sein, nämlich daß wir uns selbst heiligen und erfüllen mit der Religion nnsers Gottes. Ihr nun, gealterte Menschen, habet das Leben kennen gelernt, seine Höhen und Tiefen, sein Licht und seinen Schatten; also hineinzuführen in das Leben eure Jünglinge und Jungfrauen, und ihre ersten Schritte ihnen zu leiten, bis sie gewohnt sind, gerade aufrecht allein zu gehen, ist eure Pflicht, eure letzte. Dann gebet ihr den Wein hin, wenn er ausgekeltert, in fremde Hände. Und wird nicht gekeltert in der Wonne der Weinlese, im Jauchzen der Winzer und Winzerinnen? Also könnet auch ihr in Freude und Wonne euren Kindern diese letzte Anleitung geben, mit der sie vollendet sind, und ihr vollendet habt! Schwerer freilich ist, den Wein zu bauen, als ihn zu trinken, und das schwerste Werk des Menschen, Menschen zu bilden. Aber der Lohn ist der Arbeit glcichgemessen. So wachset heran, Israels Jünglinge und Jungfrauen, eine edle Rebe auf lieblichem Weinberge — allda wandle der Engel des Herrn Zebaoth unter euch, und halte sich bei euch! Das sei der Segen eurer Eltern, daß, wenn sie auf Trauben harren, Trauben kommen, und nicht Härlinge. Meine geliebte