Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 140)
- Language
- German
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118 Jugend, kennest du schon den Schmerz getauschter Hoffnung, den Schmerz verloren gegangenen Lohnes nach langer Arbeit? Dann kennst du immer noch nicht den Schmerz der Eltern, denen die Kinder verloren gegangen, wenn anch nicht leiblich, doch geistig; den grausigen, verzweiflungsvollen Schmerz einer verhöhnten Mutter, eines betrogenen Vaters. Der Lohn ist zu verschmerzen, die Arbeit wieder von vorn anzufangen — aber hier ist nichts zu verbessern, nichts zu ersetzen, nichts wiederherzuftellen. Du warst die Pflanzung ihrer Freude, ihr Weinberg, den sie umgegraben, entsteinigt, bepflanzt, bewacht, selbst die Kelter hatten sie nicht vergessen, jetzt kommet die Zeit der Weinlese, aber das Winzermesser soll ruhen, denn es kamen keine Trauben, nur Harlinge-Nein! das sollst, das willst du nicht! Darum strebe, meine Jugend, den Hoffnungen und Mühen deiner Eltern zu entsprechen; du kannst es durch Liebe, Bescheidenheit und Gehorsam; du kannst es durch Fleiß und Ordnung; du kannst es durch ein sittliches und religiöses Leben, treu dir selbst, deinen Eltern und deinem Gotte! Du aber, Israel, halte den Engel des Herrn bei dir, wie Manoah sprach zum Boten Gottes! Amen! pH