Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 115 (sequence 137)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1472-9623385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ho brechen schon hervor, und schwellen an, und die Reife beginnt — wollet ihr da nicht Wacht halten, meine Freunde, daß nicht Raubvögel und Raudmenschen die Früchte beschädigen, stehlen, verderben, und so der gehoffte Lohn verloren gehe? Gewiß. Ist euch doch euer Weinberg und eure Rebe so lieb, so überaus lieb geworden — sie find ja ein Theil eurer selbst, und ein Werk von euch — warum nicht mit Sorgfalt und Treue diese leichtere Mühe über sich genommen? Die Raubvögel und Raubmenschen, Eltern, die eure Kinder beschädigen, stehlen, verderben, sind: böse, verführerische Gesellschaft. Also, da Gott Israel sein Gesetz und seine Lehre übergeben hatte, und Israel wohnte in Mitten heidnischer abgöttischer Völker, einer bösen, verführerischen Gesellschaft mit ihrem spiel- und tanzlustigen Götzendienste, gab er ihm Jerusalem und Zion als Wachtthürme in seine Mitte. Dahin sollten sie wallen dreimal des Jahres zu vollständiger Versammlung und Vereinigung, abgeschlossen von der bösen, verführerischen Gesellschaft der Heiden. Also seied auch ihr, Eltern, Wachtthürme und Wächter zugleich in der Mitte eurer Kinder. Denn die Jugend ist unerfahren und gutmüthig. Sie kennet das Gift nicht, das sich in unscheinbarer Verhüllung nahet, und in ihrem Eifer, die Welt kennen zu lernen, gibt sie sich gutwillig hin, und setzt sich der Berührung aus. Und da ist es namentlich Eines, was die israelitische Jugend von dannen zieht, und was selbst die Augen der Eltern leicht blendet. Was ist allerdings ehrenvoller, was bildender, was nützlicher, was angemessener, als die Verbrüderung verschiedener Glaubensgenossen, der Söhne verschiedener Religionen? Daß die Spaltung aufhöre, welche die Kinder eines Gottes auseinanderhält, welche den Menschen dem Menschen entfremdet? Aber da findet es sich zu häufig, daß israelitische Jünglinge und Eltern aus Begier nach einer solchen Verbrüderung, einer solchen Gesellschaft, nicht fragen, welche sie sei? sondern sich selbst auch zur schlechten gesellen, wenn sie nur eine andre ist — dies ist das 8*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.