Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 122)
- Language
- German
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100 war der erhabene Zweck des Sabbaths, der Ruhe- und Jobeljahre, und so sollte der Israelit durch sie ein besonnenes Leben führen. Meine Freunde, sehen wir es nicht täglich, stündlich, bringt uns die Erfahrung nicht unzählige Beispiele heran; wenn der Mensch allein sein Vertrauen auf die Menschenwelt, seine Stütze allein auf Sterbliches setzt, wenn er alle jene Erinnerungen der Religion vergißt, wenn er sich allein so ganz nur in das Treiben der Weltgeschäfte, in den Genuß der Weltvergnügungen versenkt, wie ein solcher Mensch sich so ganz in Nichts verliert, wie sich sein Leben um eitele, nichtssagende Dinge herumbewegt, und wie, wenn er stirbt, er nichts mehr sagen kann, als: ich habe gelebt, um meine Tage zu verbringen. — Ich möchte euch gern aus dem Schlummer wecken, ihr unbesonnenen Menschen; ich möchte euch sagen, wie der Prophet: ein einsamer Strauch seid ihr in der Wüste, der das Gute nicht kommen sieht, in Salzstepp eu, unbewohnt; einsam in der Wüste, denn was ihr für eure Gesellschaft und Genossenschaft haltet, Menschenwelt und Menschengut, das ist trügerisch, das verläßt euch bei dem Nahen des Unglücks, bei dem Nahen des Gewissens, bei dem Nahen des-Todes; daun seid ihr einsam, der Unglückliche ohne Hülfe, der Sünder ohne Trost, der Todte ohne Gesellschafter. Ich möchte dies sagen, und in euer Herz rufen: aber wer hört? Halten doch die meisten, die es hören, das Treiben der Welt für das wahrhafte Leben, aber das Leben mit der Religion, mit Gott, die Lehre über d.e Unsterblichkeit der Seele, über die Vorbereitung zum Jenseits, über die Heiligung des Menschen, wie sie in unserer Religion gelehrt und befohlen werden, für eitel Ding der Einbildung, dem man höchstens einige Augenblicke schenken mag. Aber ich sage euch, die ihr so sicher auf der Erde schreitet, als ob euer Fuß ehern, euer Schritt ewig wäre, die Erde wanket unter euch, euer fest begründetes Glück sinkt, es ist heute oder morgen vorüber. Da euer Auge nur auf die Erde blickte, so ist euer Licht erloschen; da euer Herz nur an