Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 121)
- Language
- German
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99 der Gesetzgebung über diese religiöse Besonnenheit des Israeliten Nachdenken, worin ihr Wesen bestehe, und' was sie für eine Besonnenheit sei. 1. 'N-28 712 Also spricht der Herr, ruft der Prophet Jeremias (K. 17, B. 3.) in der heutigen Haphtora aus: 2-82 N22^ -Ä8 -2571 -1-8, verdammt ist der Mann, deV auf Menschen vertrauet, l'-'-f -W2 2Ä1 Sterbliche zu seiner Stütze macht, -12? N ^21 und dessen Herz vom Ewigen weicht. Er ist wie ein Wachholderstrauch in der Wüste, der siehet nicht, daß Gutes kommt, er bewohnt Einöden in der Wüste, Salzsteppen, unbewohnt. Und so ist die wahrhaft religiöse Besonnenheit erstens nicht: das Vertrauen auf Menschen, Menschenwerk und Menschenwelt.— Gut ist es, meine Lieben, im irdischen Leben thätig und wirksam zu sein, und seine Kräfte anzuwenden zum Heile, zum Nutzen der Menschheit; aber wahrlich! nicht der Ruhm bei den Menschen ist der wahrhafte Ruhm, sondern der Ruhm bei Gott, nicht die Güter der Erde sind die wahrhaften, und nicht mit dem irdischen Leben ist das Leben des Menschen abgeschlossen. Darum sollen wir ein besonnenes Leben führen; wir sollen nicht wähnen, daß im Kreise der äußern Menschenwelt sich alle Lebensfragen des Menschen erschöpfen, daß mit der Vollendung der Menschenwerke alle unsre Werke vollendet, daß mit den Sorgen für die Bedürfnisse des äußeren Lebens alle Sorgen abgethan sind. Wie der Himmel über der Erde sich wölbet, so muß sich ein höheres, inneres Seelenleben in, mit und an Gott um das weltliche Leben schlingen. Wie man heraustritt aus dem stillen Zimmer in die lärmbewegte Straße, und dann wieder zurücktritt, und friedlich feiert, so soll der Israelit aus sich, aus seinem innern heiligen Seelenleben in die Geschäfte der Welt treten, und dann wieder zurückkehren, wenn er die letzteren vollführt hat. Das