Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 92 (sequence 114)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1449-9623362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

92 Ordnung, ohne Innigkeit? Soll der Mund sprechen, aber das Herz nicht? Soll die Zunge rufen: Herr, Herr, erböre mich, denn du bist groß! und unsre Brust nichts wissen davon? Nein! Hanna betete mit ihrem Herzen, ihre Lippen bewegten stch nur, ihre Stimme ward nicht gehört. Darum saget der Talmud Sota mit Recht: N2!2 7^82 N "522 2^2) Siehe, wie groß sind die, deren Geist demütbig ist vor dem Herrn! Demütbig sein vor dem Herrn, mit Demuth beten, mit seinem Herzen beten — o du menschliches Auge, das sich ausschlägt zum Herrn mit dem Glanze der Andacht, und einen Blick wirft in die Wolken des himmlischen Vaters, o ihr Lippen, über die leise und ungehört die Worte der Andacht aus dem Herzen ziehen, ihr seit geheiligt, dem Herrn geheiligt; dich sieht der, der das Auge gebildet, dich hört der, der das Obr eingesetzt, der das Herz und die Nieren prüft, der die Gedanken des Menschen kennt, bevor sie sein Mund ausgesprochen, der vernimmt deine Sprache, denn du betest wahrhaft. Ruhe, Stille, Ordnung, Andacht, dies sind die Zeichen des wahren Beters, dessen Gebet wohlgefällig ist dem Herrn? Rübe, Stille, Ordnung, Andacht müssen mit deinen Gebeten sein, Israel, sollen sie dem Herrn wohlgefällig sein.. NN25 NN25 1^22^ 12^ 28 Lasset euer lautesRühmen und Trotzen! beißt es in unserm Texte weiter, (K. 2. V. 3.) das bringet kein Heil, keine Erbörung, keinen Ruhm bei Gott! Kommet oft, betet oft, aber mit dem Herzen, nicht mit dem Munde; Ruhe, Stille, Ordnung, Andacht müssen euch begleiten, wenn ihr kommet vor den Herrn! III, Und wie gelangen wir, fragen wir uns drittens, zu dieser Andacht, die still und leise ans dem Herzen über die Lippen gleitet? Auch dies beantwortet uns unser Text. Der Priester sagt zur Hanna: Entferne deine Trunkenheit von dir! Also wenn du eintrittst, mein Bruder, meine Schwester, in dieses gottgeweihte Haus, dann entferne die Trunkenheit von dir. Welche Trunkenheit? Die Trunkenheit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.