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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 93 (sequence 115)
Language
German
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IRI
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93 des gewöhnlichen Lebens, die Trunkenheit des Geschaftslebens. Hier ist der Ort, wo du deines Hauses, deines Geschäftes, deines irdischen Thuns und Treibens los und quitt werden sollst. Abgeworfen das Gewand des Tages, den Gedanken des Tages, das Werk des Tages! Hier soll kein Gespräch des Lebensschlendrians ftattfinden, hier soll mit Gott gesprochen werden, mit der Majestät des Schöpfers, der unsichtbar über, neben und hinter uns sieht, und der leidet kein Spiel mit seinen Heiligthümern! Und o, meine Freunde, dies soll ja die Stätte sein, wo wir uns befreien von dem Drucke der Welt, von den Schmerzen des Lebens, von den Stacheln der Leidenschaften, von den Mühen des Daseins, eine Stätte soll es sein der Freiheit, der himmlischen Freiheit, wo verschwindet, was uns gefangen hält. Darum hinweg mit dem Wüste des Lebens, vergessen, was Trübes hinter uns liegt, was Trübes vor uns; mit Gott gesprochen, unserm Anwalt und Helfer! Wer sordertdies, spricht Jesaias, daß ihr meine Vorhöfe zertretet — ja, wenn ihr nicht andächtigen Herzens seid? O so kommet oft und betet, aber wenn ihr kommet, kommet in Andacht, und werfet ab die Trunkenheit des Lebens, die Trunkenheit des Lasters und der Leidenschaft, damit nicht heute noch gilt von Israel, was JesaiaS sagt im Namen Gottes: Dieses Volk nahet sich mir mit dem Munde, nur mit den Lippen ehren sie mich; ihr Herz aber ist ferne von mir! IV. Und wenn wir nun wissen, wann wir beten sollen, nämlich oft, und wie wir beten sollen, nämlich leise und andächtig, so fragen wir endlich: was sollen wir beten? Die fromme Hanna sagt: Ich habe meine Seele ausgeschüttet vor Gott, denu aus meinem großen Kummer und Herzenleid habe ich bis hieher geredet. Ja, meine Seele ausschütten vor dir, Herr meines Glückes und meines Unglückes, meinen Kummer darlegen und mein Herzenleid vor dir, das will ich, das soll ich in unfern heili-

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