Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 112)
- Language
- German
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90 erlange, damit wir den Kranz der heiligen Lade, den Kranz der Frömmigkeit, den sich Israel gerettet aus seiner Vergangenheit und allen seinen Kämpfen, nicht welken und vergehen lassen. Auch dies lehrt uns die heilige Schrift: Wirschlagen aus 1. B. Sam. K. 1. V. 12—17, hier erfahren wir, wie wir beten sollen. Eine kinderlose Frau, die sich einen Sohn wünschte, ihn Gott zu weihen, Hanna, trat in Silo vor den Herrn zu beten: „Und als sie oft und viel betete vor dem Ewigen, da beobachtete der Priester Eli ihren Mund. Und Hanna sprach mit ihrem Herzen, ihre Lippen bewegten sich nur, und ihre Stimme tönte nicht, und Eli meinte, sie wäre trunken. Da sprach Eli zu ihr: wie lange willst Du noch trunken sein? Entferne Deine Trunkenheit von dir. Hanna aber antwortete: nicht so, mein Herr! ein Weib betrübten Geistes bin ich, Wein habe ich nicht getrunken; ich habe mein Herz ausgegossen vor dem Ewigen. Rechne deine Magd nicht unter die losen Weiber; aus meiner großen Andacht und Betrübniß habe ich bisher geredet. Da erwiederte Eli: geh' in Frieden, und der Gott Israels erfülle Deine Bitte, die du von ihm erbeten hast." Andächtige Gottesgemeinde, so lehret uns die heilige Schrift durch das Beispiel der frommen Hanna, wie wir beten sollen. I. Wir sollen oft erscheinen vor dem Herrn und beten 'N NriTNN Nein! nicht du, mein Bruder, hegest die rechte Meinung, der du glaubst, selten vor dem Herrn erscheinen, selten zu dem Throne des Allgütigen beten, selten sein Herz, seinen Geist hinauswenden von der dunkeln Erde zum lichten Himmel, das wäre die rechte Erhebung, das rechte Gebet. Oft muß die Weihe der Andacht ziehen durch deine Brust, oft muß die Gluth des Gebetes deinen Herzschlag mehren, du mußt dich gewöhnen an Gott und Gottesgedanken, wenn du beten lernen, recht beten lernen willst. Wo ein Thor geöffnet ist aufzunehmen, und ein Thor geöffnet, wieder hinauszulassen, da ist kein Bleiben,